Eine erneut stürmische Nacht liegt hinter Augsburg und der Region: Zum Wochenbeginn näherte sich das Sturmtief "Antonia". Nach der Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kann es in Bayern gebietsweise nochmals recht stürmisch werden. Zuvor hatten bereits die Orkantiefs "Ylenia" und am Wochenende "Zeynep" für Unfälle und Schäden gesorgt.
Knapp 20 mal musste die Polizei in Nordschwaben in den vergangenen 24 Stunden ausrücken, wie eine Sprecherin auf Nachfrage berichtet. Verletzte oder größere Sachschäden habe es nicht gegeben. Lediglich ein paar umgewehte Bauzäune und kleinere Bäume, die Wege versperrten, seien zu vermelden.
Mit Blick auf das stürmische Wochenende seien Augsburg und die Region insgesamt "glimpflich" davongekommen. "Nur" rund 35 sturmbedingte Einsätze habe es im gesamten Einsatzgebiet gegeben.
Schließungen wegen Sturm in Augsburg
Aus Sicherheitsgründen bleiben der Augsburger Zoo, der Botanische Garten und die städtischen Friedhöfe am Montag geschlossen. Das teilte die Stadt am Morgen mit.
Tief "Ylenia" hatte am Donnerstag Augsburg erreicht und Polizei und Feuerwehr zahlreiche Einsätze beschert. Das stürmische Wetter hatte auch dafür gesorgt, dass der Botanische Garten und der Zoo bereits am Donnerstag geschlossen blieben. Gleiches galt für die städtischen Friedhöfe, es fanden nur Beerdigungen statt. Die Uni verschob anstehende Prüfungen, und in Pfersee wehte Ylenia eine ganze Photovoltaikanlage vom Dach eines Hauses.
Am Donnerstag musste die Polizei in Nordschwaben mehr als 30 mal wegen Sturmschäden ausrücken. Die Feuerwehr meldete zwischen Mitternacht und frühem Abend 16 Einsätze. Verletzte oder größere Sachschäden habe es aber nicht gegeben, sagte eine Sprecherin der Polizei auf Nachfrage. Das berichtete auch die Berufsfeuerwehr. "Dass die Bäume noch kein Laub haben, ist von Vorteil. So bieten sie dem Sturm weniger Angriffsfläche", so Feuerwehrsprecher Friedhelm Bechtel.
Augsburger Uni sagt wegen Sturm Ylenia Prüfungen ab
Dennoch riet die Berufsfeuerwehr den Augsburgerinnen und Augsburgern am Donnerstag, wenn möglich, daheimzubleiben. Von Spaziergängen im Wald wird weiter gewarnt. Darauf weist auch die Forstverwaltung hin. Den größten Schaden hat Ylenia wohl in Pfersee angerichtet. Dort blies sie am frühen Donnerstagmorgen eine zwölf Quadratmeter große Photovoltaikanlage vom Dach eines Hauses in der Oskar-Schindler-Straße. Wie die Berufsfeuerwehr Augsburg mitteilt, hatten die starken Böen die Anlage aus der Dachhalterung gerissen, die Feuerwehr demontierte die Anlage über eine Drehleiter.
Auch an der Augsburger Uni wirkt sich das Sturmtief aus. Wie die Leitung mitteilte, mussten zwei Klausuren, die am Donnerstag im eigens eingerichteten Prüfungszelt vorgesehen waren, auf kommende Woche verschoben werden. Betroffen waren jeweils Klausuren der Fakultät für Angewandte Informatik sowie der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Laut Mitteilung war nicht mangelnde Standfestigkeit des Zeltes Grund für die Verschiebung, sondern der durch den Sturm entstehende Lärm.
Gleichzeitig informiert die Uni ihre Studentinnen und Studenten, die in den kommenden Tagen in der Messehalle 5 ihre Prüfungen ablegen, dass aufgrund der aktuellen Wetterlage die Außenbeschilderung an der Augsburger Messe abgebaut werden musste. Den Betroffenen wird geraten, sich bezüglich des Zugangs zur Messe und der Lage der Blöcke über die Internetseiten der Universität zu informieren.
Tief "Antonia" bringt noch mehr Sturm
Am Freitag öffnete die Stadt den Botanischen Garten und die Friedhöfe vorübergehend. Zum Wochenstart wurden diese nun wieder geschlossen. Das neue Sturmtief "Antonia" kann der DWD-Prognose zufolge beim Durchzug von Nordwest nach Südost nicht nur Böen mit bis zu 115 Kilometer pro Stunde Windgeschwindigkeit bringen, sondern auch kräftige Schauer und Gewitter. (ina/kmax/fla/nist/dpa)