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Augsburg: Über 2000 Menschen unterschreiben gegen Süchtigentreff St. Johannes

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Über 2000 Menschen unterschreiben gegen Süchtigentreff St. Johannes

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    Die Stadt will an St. Johannes als neuen Süchtigentreff festhalten. Der Widerstand in der Bevölkerung ist groß. Die Aktionsgemeinschaft Oberhausen hat bislang über 2000 Unterschriften dagegen gesammelt.
    Die Stadt will an St. Johannes als neuen Süchtigentreff festhalten. Der Widerstand in der Bevölkerung ist groß. Die Aktionsgemeinschaft Oberhausen hat bislang über 2000 Unterschriften dagegen gesammelt. Foto: Klaus Rainer Krieger

    Noch ist die Entscheidung, ob der neue Süchtigentreff in St. Johannes an der Donauwörther Straße angesiedelt wird, nicht gefallen. Die Stadt Augsburg hält an den Plänen fest. In der Bevölkerung formiert sich weiter Widerstand. Bislang hat die Aktionsgemeinschaft „Unser Oberhausen“ nach eigenen Angaben über 2000 Unterschriften gegen den Standort gesammelt. Sie sollen nächste Woche Oberbürgermeisterin Eva Weber und Ordnungsreferent Frank Pintsch (beide CSU) übergeben werden. Bei der Sammlung fiel den Organisatoren eines auf.

    Mit 1000 Unterschriften habe man gerechnet, jetzt seien es weitaus mehr geworden. „Wir sind sehr zufrieden“, meint Christian Glaser, Sprecher der Aktionsgemeinschaft. Anfang Juni hatte die AG mit dem Sammeln begonnen. „Wir ließen die Aktion vorab von einem Anwalt hinsichtlich des Datenschutzes prüfen. Wir wollten alles korrekt machen“, erzählt seine Ehefrau Anja Paulmichl. „Ich bin dagegen, dass ein neuer Süchtigentreff in Nachbarschaft zu Schulen, Kindergärten und Parkanlagen – insbesondere in den Räumlichkeiten von St. Johannes an der Wertachbrücke – eingerichtet werden soll“, steht auf den Unterschriftenlisten, mit denen die Mitglieder der AG in den letzten Wochen durch Oberhausen gezogen sind. Von Haustür zu Haustür, von Geschäft zu Geschäft. „Wir haben die Listen nicht einfach unbeaufsichtigt ausgelegt“, erklärt Paulmichl. Infostände wurden im Stadtteil an neuralgischen Orten aufgebaut.

    Hier wurden in Augsburg-Oberhausen Unterschriften gesammelt

    An der sogenannten Coca Cola-Kreuzung, beim Modehaus Jung, Trachten Huber und der Metzgerei Mayer sowie bei der türkischen Metzgerei an der Wertachbrücke. Auch sei man auf verschiedene Glaubensgemeinschaften aus Oberhausen zugegangen. „Die trauen sich sonst nicht so, sich öffentlich zu äußern. Aber unterschreiben wollten sie. In einem Gottesdienst hat der Pfarrer im Anschluss die Gemeinde gebeten, noch für eine Unterschrift zu bleiben.“ Von Anwohnern, Geschäftsleuten über Immobilienbesitzern bis hin zu Studierenden - die Beteiligung sei querbeet und aus sämtlichen Nationalitäten. „Auch Feriengäste, Monteure oder Ärzte, die in unseren Appartements zeitweise wohnen, haben unterzeichnet“, sagt das Ehepaar aus Oberhausen, das kleine Wohnungen vermietet. Beim Sammeln in Oberhausen hätten die Organisatoren unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Eines sei auffallend gewesen.

    Listen gegen Süchtigentreff werden an Augsburgs OB übergeben

    „Uns hat erstaunt, wie viele gesagt haben, sie trauen sich nicht zu unterschreiben“, sagt Christian Glaser. So habe es aus Reihen der Polizei, des Ordnungsdienstes, Lehrerschaft oder aus Kindergärten geheißen, man würde gerne unterschreiben, könne aber nicht. Wenige Angesprochene hätten dem Plan der Stadt zugestimmt, „viele sagten, sie unterschreiben nicht, weil sie es sprachlich nicht verstehen“.

    Die Stadt Augsburg stellte klar, dass es die persönliche Entscheidung jedes Bürgers und auch jedes Stadt-Mitarbeiters sei, wofür man eine Unterschrift leiste oder nicht. „Den hier unausgesprochenen Vorwurf, die Stadt nehme Einfluss auf die Meinungsäußerungsfreiheit von Beschäftigten, weist die Stadt zurück“, hieß es in einer Stellungnahme.

    Die Aktionsgemeinschaft übergibt die Unterschriften kommende Woche Mittwoch im Unteren Fletz des Rathauses an Eva Weber und Frank Pintsch. Laut Sprecher Glaser wollen Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften bei der Übergabe dabei sein.

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    2 Kommentare
    Marianne Böhm

    Wie passt das denn mit den Slogens die in der ganzen Stadt aushängen ..Egal wen du liebst, wir lieben dich.. Wir alle sind Augsburg.." Kann man nicht einen humaneren Treffpunkt für unsere Augsburger Obdachlosen finden.. wir sollten den Oberhausener Bürgern auch sagen, es sind inzwischen fast die hälfte davon Flüchtende oder aus dem europäischen Ausland. Diese Menschen sind nicht schön anzusehen, zu ertragen, riechen schrecklich, aber sie gehören in und zu unserer Gesellschaft.. also sollte man sich mal Gedanken darüber machen.. wie wir alle weiterhin mit ihnen umgehen, um mit ihnen und ihrer, unserer Verantwortung einen Treffpunkt zu finden. Vielleicht weiß jemand eine Lokalität die für diese Männer, Frauen, auch viele Jugendliche, gut wäre..

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    Reinhold Forster

    Zynischer und menschenfeindlicher geht's wohl nicht, Frau Böhm! Lasst uns eine "humanere Lokalität" für "stinkende drogenabhängige Ausländer" suchen, nur nicht bei mir in Oberhausen... Eine idealer Ort für die Suchtkranken ist längst gefunden, nämlich St. Johannes, ein wahrer Ort der Humanität.

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