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Bahnpark Augsburg plant millionenschwere Sanierung

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Augsburger Bahnpark plant millionenschwere Sanierung

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    Markus Hehl, Chef des Bahnparks, vor der historischen „Sisi-Eisenbahn“.
    Markus Hehl, Chef des Bahnparks, vor der historischen „Sisi-Eisenbahn“. Foto: Anna Kondratenko

    Im denkmalgeschützten Ringlokschuppen beginnt die Zeitreise. Von den Anfängen der Eisenbahn im 19. Jahrhundert, über die Luxusausführungen Anfang des 20. Jahrhunderts, die Weltkriegszeiten bis hin zum Mauerfall. Züge aus unterschiedlichen Teilen Europas erzählen im Bahnpark europäische Geschichte. Besonders stolz ist Markus Hehl, Geschäftsführer der Bahnpark-Gesellschaft, auf die österreichische Lok aus der Zeit der Kaiserin Sisi. Einst zog sie den Salonzug der Kaiserin von Wien nach Triest, heute ziert sie das Rundhaus. Seit zwei Jahren herrscht dauerhafter Museumsbetrieb im Bahnpark. Parallel läuft der Eisenbahnbetrieb. Nun folgen größere Sanierungsarbeiten. Gleichzeitig wirbt Hehl mit Veranstaltungen.

    Im Oktober 2022 erfolgte der Startschuss für den dauerhaften Museumsbetrieb. Vorausgegangen war eine fünfjährige Hängepartie, die Regierung von Oberbayern als Aufsichtsbehörde forderte die Erfüllung zahlreicher Auflagen ein. Brandschutz, Statik, Sicherheit und viele andere Aspekte wurden auf den aktuellen Stand gebracht. „Es war ein bürokratischer Kraftakt“, sagt Hehl. Zunächst öffnete der Bahnpark sonn- und feiertags seine Pforten. 2023 strömten laut Hehl rund 12.000 Besucherinnen und Besucher auf das 25.000 Quadratmeter große Gelände, weitere 3400 nahmen an den Fahrten der historischen Ammersee-Bahn teil. Seit Juli dieses Jahres hat der Bahnpark bis auf Montag täglich geöffnet, noch gibt es keine Besucherbilanz. Hehl sagt aber, der Schritt habe sich bewährt. Vor allem in der Ferienzeit kämen etliche überregionale Besucher. Dutzende Ehrenamtliche machten Museumsführungen und kümmerten sich um die Pflege von Exponaten, sagt Hehl. Seit vergangenem Jahr hat zudem das Museumscafé die gastronomische Konzession bekommen.

    Bund förderte den Augsburger Bahnpark 2024 mit knapp einer Million Euro

    Ziel sei, die Besucherzahlen weiter zu steigern, erklärt Hehl. Man wolle nicht nur „eingefleischte Pufferküsser“ erreichen – so bezeichnen sich die Eisenbahnliebhaber –, sondern vor allem das Angebot für Familien mit Kindern ausbauen. Der Spielplatz und das Picknick-Gelände soll weiter ausgebaut werden, im Eingangsbereich steht die Brio-Holzeisenbahn und bis November ist noch die Modelleisenbahn in der Dampflokhalle zu sehen. Danach muss sie weichen, die Dampflokhalle wird im laufenden Betrieb saniert. Anschließend soll das historische Gebäude für Veranstaltungen und Ausstellungen dienen.

    Die Fassade des 1906 erbauten Rundhauses muss saniert werden.
    Die Fassade des 1906 erbauten Rundhauses muss saniert werden. Foto: Jonas Klimm

    Es ist nicht die einzige Sanierung, die demnächst ansteht. Das Rundhaus aus dem Jahr 1906, das Schmuckstück des Bahnparks mit einer Vielzahl an historischen Lokomotiven, soll für 2,8 Millionen Euro auf Vordermann gebracht werden. Knapp eine Million Euro erhält der Bahnpark aus Bundes-Fördermitteln. Möglich wurde dies, weil der Bahnpark als „Denkmal von nationaler Bedeutung“ eingestuft wurde. Weitere Mittel steuern das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Mittel bei. Mitte November geht es los, über fünf Jahre werde das alte Gebäude im laufenden Betrieb saniert, sagt Hehl. „Zunächst erstellen wir einen digitalen Zwilling des Rundhauses“, erklärt er. Daran orientierten sich die Architekten bei der Umsetzung der baulichen Maßnahmen. Erste Handwerker sollen im Frühjahr loslegen. Zunächst würden die historischen Fassaden saniert, später Gleisstern und Oberleitungsspinne. Wie berichtet, konnte Hehl hierfür den renommierten Restaurator Kornelius Götz gewinnen. Er hat unter anderem Arbeiten in der Unesco-Welterbestätten Zeche Zollverein in Essen und Alte Hütte Völklingen betreut.

    Deutsche Bahn und Arverio bilden Nachwuchs im Augsburger Bahnpark aus

    Parallel zum Museum läuft der Eisenbahnbetrieb im Bahnpark. Auf dem Gelände werden unter anderem Lokführer und Rangierbegleiter ausgebildet. Die Deutsche Bahn, Arverio (vormals Go-Ahead), die Bayerische Oberlandbahn – sie nutzen die vorhandene Infrastruktur, um personellen Nachwuchs zu schulen. Vorteil laut Hehl: „Wir können ein abgeschlossenes Gelände, ein sicheres Umfeld für die Auszubildenden bieten.“ Außerdem vermiete man Gleise an die Eisenbahnverkehrsbetriebe, Firmen parken dort ihre Lokomotiven vor dem Abtransport. Hehl betont, dass dies zur Finanzierung des gesamten Bahnparks unerlässlich sei. Jährliche Zuschüsse bekommt der Bahnpark zudem von der Stadt und vom Bezirk, es sind jeweils 25.000 Euro. Hehl würde sich eine stärkere finanzielle Unterstützung wünschen.

    Um ein breites Publikum zu erreichen, setzt Hehl verstärkt auf Veranstaltungen. Am 3. Oktober feiert der Bahnpark das „LOKtoberfest“. „Wir haben eine große Dampflok in Betrieb, machen Schaufahrten. Besucher können den Führerstand der historischen Lokomotiven besichtigen“, sagt Hehl. Am 27. Oktober pendelt die historische Eisenbahn zwischen Hauptbahnhof und Bahnpark. Hehl ist zufrieden mit der Entwicklung des Museums: „Wir sind das größte Museum in Augsburg, sind international anerkannt.“ Lediglich die Bürokratie mache ihm zu schaffen. Das fünfjährige Planfeststellungsverfahren sei bereits endlos gewesen, die Auflagen würde aber immer noch ausufernder. „Es macht uns jeden Tag das Leben schwer.“

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