Heidi Hofstetter, die Geschäftsführerin des Stadtjugendrings Augsburg (SJR), hat Tränen in den Augen, als sie über das Aus des Modular-Festivals in seiner bisherigen Form spricht. Sie war dabei, als das Jugendfestival 2007 in Augsburg seine ersten Schritte machte, sie war im Wittelsbacher Park dabei und zuletzt auf dem Oberhauser Gaswerkareal. In einer Woche findet Modular nun das letzte Mal in der gewohnten Form als großes, dreitägiges Festival statt. Die Verantwortlichen schilderten nochmals ihre Beweggründe. Es sei eine Entscheidung, sagen sie, die über Monate gereift sei. Und sie nennen Gründe.
Modular sei damit nicht Geschichte, sagt die SJR-Vorsitzende Fabienne Kündgen. Es soll künftig aber nicht in Form eines dreitägigen Festivals stattfinden, sondern anders. Wie, das will der Stadtjugendring in den kommenden Monaten und im kommenden Jahr mit jungen Menschen ausdiskutieren und erproben. Ob als kleinere Konzerte in den Stadtteilen, Workshops in den Jugendzentren oder etwas ganz anderes – im kommenden Jahr soll es für diese Überlegungen Raum und Zeit geben.
Die Neuausrichtung komme nicht überraschend, sagt Heidi Hofstetter. Sie sei einerseits die Folge der veränderten Rahmenbedingungen. Es gebe „wahnsinnige Kostensteigerungen in den Bereichen Sicherheit und Technik“. In diesem Jahr konnten diese noch durch andere Einsparungen aufgefangen werden, ohne die Ticketpreise zu erhöhen. „Im kommenden Jahr wäre das nicht mehr möglich gewesen. Wir hätten die Ticketpreise erhöhen müssen, und das wollen wir nicht“, betonte die SJR-Geschäftsführerin.
Denn ihr Auftrag sei es, Teilhabe an Jugendkultur zu ermöglichen. „Und ehrlicherweise können sich schon bei unseren heutigen Preisen viele junge Menschen die Eintrittskarte nicht mehr leisten.“ Das soll sich ändern. Rückendeckung gibt es von der neuen Stadtregierung. „Der Stadtjugendring und die Stadt Augsburg gehen diesen Weg im Schulterschluss: mit dem Ziel, Modular langfristig zu sichern, seine Potenziale besser zu nutzen und ein starkes, offenes und jugendgerechtes Kulturangebot für Augsburg weiterzuentwickeln“, sagt Oberbürgermeister Florian Freund (SPD). Kulturreferentin Tatjana Dörfler (SPD) sieht eine Chance, dass Jugendkultur breiter, zugänglicher und stärker in der Stadtgesellschaft verankert werden könne.
Der Fokus solle wieder auf die „Kernzielgruppe“ gerichtet werden, also auf die jungen Menschen, so Kündgen. Nach der Sommerpause soll der Beteiligungsprozess im Herbst starten. Dann könne Modular nicht mehr nur an drei Tagen stattfinden, sondern theoretisch „an 365 Tagen im Jahr“.
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