Die Gögginger lieben ihre Pappeln. Weithin sichtbar prägen die alten Bäume das Landschaftsbild unweit der Wertachau. Das verschärft eine sowieso schon emotionale Debatte um Baumfällungen. Fallen die Pappeln, fällt für viele Gögginger ein wichtiges identitätsstiftendes Element im Stadtteil weg. Daher ist der Widerstand gegen das Vorhaben der Hessing-Stiftung verständlich. Eine Bürgerinitiative will mit einer Unterschriftenaktion und öffentlichkeitswirksamer Unterstützung durch die Baumallianz die verbliebenen 32 Pappeln retten.
Die Verantwortlichen der Hessing-Stiftung erklären das rigide Vorgehen mit der Sicherheit von Verkehrsteilnehmern. Sicherlich: Würde ein Kind oder Jugendlicher durch einen Ast verletzt oder gar getötet werden, wäre die Entrüstung zurecht gewaltig. In Augsburg gibt es seit dem tragischen Unglück des von einem Baum erschlagenen zweijährigen Mädchens auf einem Oberhauser Spielplatz vor drei Jahren hierfür eine besondere Sensibilität.
Gögginger Pappeln: Baumfällungen sollten stets Ultima Ratio sein
Dennoch muss bei den Gögginger Pappeln die Frage gestellt werden, ob Sicherheit nicht auch durch Baumpflege gewährleistet werden könnte. Schließlich kommen Experten zu gegensätzlichen Ergebnissen. Laut Hessing-Stiftung ist der Zustand der Pappeln desolat, weitere, voneinander unabhängige Fachleute bescheinigen den Bäumen, weitgehend gesund zu sein. Anders war das mit den sieben Japanischen Zierkirschen in der Ulmer Straße Anfang des Jahres. Diese wurden krankheitsbedingt gefällt, Fachleute waren sich einig, dass die Bäume nicht zu retten sind. Bei den Bäumen im Gögginger Süden drängt sich hingegen der Eindruck auf, dass eine kostspielige und langwierige Pflege auf Kosten der alten Pappeln umgangen werden soll. Baumfällungen sollten aber Ultima Ratio sein.
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