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Hochzoll: Kinder pflanzen alte Obstsorten in Hochzoll

Hochzoll

Kinder pflanzen alte Obstsorten in Hochzoll

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    Bildungsbäume heißt das Projekt, bei dem (von links) Miriam Grandl, Gabriel Seidl sowie Annabelle Vogt und Elisa Seifert alte Obstsorten eingepflanzt haben.
    Bildungsbäume heißt das Projekt, bei dem (von links) Miriam Grandl, Gabriel Seidl sowie Annabelle Vogt und Elisa Seifert alte Obstsorten eingepflanzt haben. Foto: Treutler-Walle

    Sie heißen Goldparmäne, Zuccalmaglio Renette, Brettacher, Conference und Nancy und verfügen über ein Gardemaß von 2,50 Metern. Jetzt stehen sie auf einer Wiese im Lechpark, nördlich der Friedbergerstraße (Höhe Lechwehr bei der Afrabrücke). Die Namen stehen für alte Obstsorten, die im Zuge des Projekts Bildungsbäume vor kurzem dort gepflanzt wurden. Die Idee zur Umsetzung mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 4 c der Grundschule Hochzoll-Süd kam von Miriam Grandl. Als Lehramtsstudentin muss sie eine Zulassungsarbeit anfertigen und wurde vom Betreuer ihrer Arbeit auf die Bildungsbäume aufmerksam gemacht: „Mir war es wichtig, dass ich mit Kindern etwas Praktisches mache, das nachhaltig ist und ihnen obendrein Spaß macht,“ sagt Grandl, die im Hauptfach Geografie studiert.

    Sie nahm mit dem Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen, mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V. Kontakt auf und stieß auf Interesse. „Es war schon klar, dass ich nicht mit den Schülerinnen und Schülern einfach drauf los pflanzen durfte. Dazu braucht es Fachleute, die nicht nur über die entsprechenden Kenntnisse verfügen, sondern auch die erforderlichen Gerätschaften haben,“ erzählt sie. Bisher wurde die Fläche als extensive Blumenwiese genutzt, die nun durch die Anpflanzung von zehn Obstbäumen ökologisch aufgewertet wird. In ein paar Jahren, kann dort jeder für den Eigenbedarf die Früchte ernten und verzehren. „Das ist nicht nur für die Kinder, die hier mitmachen eine feine Sache, sondern auch für die Allgemeinheit. Das Obst hier ist naturbelassen, wird also nicht gespritzt, und Apfelallergiker sollen alte Obstsorten besser vertragen,“ freut sich Grandl. Ganz ohne Pflege geht es allerdings nicht. Künftig werden sich ehrenamtlich tätige Obstwarte, die dafür spezielle Schulungen erhalten haben, um die Streuobstwiese kümmern.

    Für die Kinder ist es eine Abwechslung zur Schule

    Gemeinsam mit Gabriel Seidl vom Grünamt der Stadt, waren vier Mitarbeiter mit kleinem Bagger, Schaufeln und passendem Material gekommen, um die Anpflanzung fachmännisch vorzunehmen.  Für die 25 Kinder ein Riesenspaß und auch eine tolle Abwechslung zur Schule. Melina Ufelmann war deshalb mit Feuereifer dabei: „Wir haben die Mirabelle Nancy eingepflanzt. Ich merke mir genau, wo dieser Baum steht und sobald er Früchte trägt, will ich sie probieren,“ freut sie sich die 9-jährige. „Ihren“ Baum möchte sie auf jeden Fall öfters besuchen, um zu sehen, ob er auch gut anwächst. . Mit in ihrem Pflanzteam ist auch Emil Ottens: „Mir hat am besten gefallen, dass ich nicht in der Schule sitzen muss und hier mit einer großen Schaufel mitmachen durfte,“ sagt er und ist schon gespannt auf die ersten Mirabellen.

    „Meine Schülerinnen und Schüler sind mit Feuereifer dabei und können auch die ökologische Dimension dieses Projektes einschätzen. Darüber haben wir im Unterricht gesprochen,“ berichtet Klassenlehrerin Anna Sprich. „Hier finden auch Tiere und Insekten Unterschlupf und ein Zuhause,“ stellt Annabelle Vogt fest.

    Damit die jungen Pflanzen ordentlich anwachsen können, müssen sie kräftig gewässert werden. Kanne um Kanne holen die Schüler an einer seichten Stelle im Lech Wasser, um die Bäume einzugießen. Die einen stöhnen, weil sie den vermeintlich langen Weg mehrfach laufen müssen, die anderen sehen das locker. Fast schon philosophisch sagt ein Junge: „Wenn jeder auf der Welt einen Baum pflanzen würde, dann hätten wir acht Milliarden Bäume zusätzlich und es könnte beim Pflanzen keiner eine Knarre in die Hand nehmen. Das wäre cool!

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