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Junger Mann vergewaltigt 16-Jährige vor der Clique – droht dem Täter jetzt die Abschiebung?

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Junger Mann vergewaltigt 16-Jährige vor der Clique – droht dem Täter jetzt die Abschiebung?

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    Vom Augsburger Königsplatz aus hat ein 19-Jähriger eine betrunkene 16-Jährige in eine Wohnung getragen und dort vergewaltigt.
    Vom Augsburger Königsplatz aus hat ein 19-Jähriger eine betrunkene 16-Jährige in eine Wohnung getragen und dort vergewaltigt. Foto: Annette Zoepf (Archivbild)

    Es war ein Prozess, der für Empörung sorgte und auch Fragen aufwarf. Etwa zur Rolle von Zeugen, aber auch ganz grundsätzlich zur Szene, die sich offenbar täglich am Königsplatz aufhält. Einem Angeklagten, 19 Jahre alt, wurde vorgeworfen, vom zentralen Knotenpunkt in Augsburg aus ein 16-jähriges, nahezu besinnungsloses Mädchen in eine Wohnung „verschleppt“ und es dort dreimal vergewaltigt zu haben. Zwei Freunde des Angeklagten und eine Freundin des Opfers schauten den Ermittlungen zufolge tatenlos dabei zu. Der 19-Jährige erhielt vom Amtsgericht eine Jugendstrafe und muss laut diesem Urteil ins Gefängnis. Zunächst gingen der Angeklagte sowie die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil vor. Nun allerdings nicht mehr – was weitere Folgen für den 19-Jährigen haben könnte.

    Wie berichtet, hatte die Anklagebehörde dem jungen Afghanen vorgeworfen, die Jugendliche an einem späten Abend im Juli 2025 vom Kö über den Rathausplatz bis zum Oberen Graben getragen und dort in einer kleinen Wohnung drei Mal missbraucht zu haben. Die 16-Jährige war zur Tatzeit betrunken und bekifft; sie schlief offenbar auch während der Vergewaltigung, die unter einer Decke vor den Augen der Clique passiert sein soll. Als das Opfer am nächsten Tag aufwachte, bemerkte sie Spuren an sich, die sie sich nicht erklären konnte. Ihre Freundin erzählte ihr daraufhin, was passiert war. Gemeinsam ging man zur Polizei; der 19-jährige Afghane kam in U-Haft.

    Prozess in Augsburg: Mann vergewaltigt Jugendliche vor den Augen seiner Freunde

    Im Prozess hatte Staatsanwältin Pia Kurtenbach eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren für den 19-Jährigen gefordert. Das Opfer sei ihm schutzlos ausgeliefert gewesen, sagte sie. Und zu den Umständen der Tat: Man sei sprachlos, wie so etwas habe passieren können. Verteidiger Hannes Maletzke forderte eine Bewährungsstrafe von „unter zwei Jahren“ wegen eines sexuellen Übergriffs, auch weil nicht genau habe geklärt werden können, was sich unter der Bettdecke abgespielt habe. Das Amtsgericht verurteilte den 19-Jährigen wegen eines Falls der Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von drei Jahren.

    Wie ein Sprecher des Amtsgerichtes mitteilt, ist das Urteil inzwischen rechtskräftig geworden. Zwar hat der Angeklagte selbst zunächst Berufung eingelegt, diese aber zwischenzeitlich zurückgezogen und das Urteil damit akzeptiert. Ebenso hielt es die Staatsanwaltschaft, die ihre Berufung ebenfalls zurückzog. Ansonsten hätte das Landgericht den Fall noch einmal neu aufgerollt.

    Urteil gegen 19-jährigen Vergewaltiger in Augsburg: So läuft es mit einer Abschiebung

    Möglicherweise hat der Schuldspruch für den Verurteilten aber andere Konsequenzen: Seit 2024 schiebt die Bundesregierung wieder nach Afghanistan ab, vor allem verurteilte Straftäter, die in schwere Kriminalität involviert waren. Vergewaltigung zählt dazu. Die vier jungen Männer, die beispielsweise 2019 ein 14-jähriges Mädchen in Illerkirchberg in Baden-Württemberg vergewaltigt hatten, wurden zwischenzeitlich allesamt per Charterflug nach Afghanistan ausgeflogen. Damit es zu einer Abschiebung kommen kann, muss die zuständige Ausländerbehörde ein Ausweisungsverfahren in die Wege leiten. Geprüft wird dabei auch, ob bestimmte Abschiebungshindernisse, zum Beispiel schwere Krankheiten oder Reiseunfähigkeit, vorliegen.

    Der 19-jährige Afghane war auch in eine andere Straftat am Königsplatz involviert – allerdings als Opfer. Er wurde bei einem Streit mit zwei Landsleuten mit einem Teppichmesser attackiert und verletzt. Die beiden Angreifer wurden vor wenigen Tagen zu Haftstrafen verurteilt.

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