Das Jugendfestival Modular ging am Pfingstwochenende über die Bühne – es wird vorerst das letzte Festival in dieser großen Form gewesen sein. Denn der Stadtjugendring Augsburg (SJR), der das Festival veranstaltet, tut sich schwer, eine solche große Veranstaltung zu stemmen – und bezahlbar zu halten. Nun soll zusammen mit der Stadt ausgelotet werden, was vom Geist des Modular-Festivals erhalten bleiben hat. Und es gibt Forderungen.
Die SJR-Vorsitzende Fabienne Kündgen sagt, Gespräche auf dem Festival hätten ihr gezeigt, dass die Jugend Räume, Beteiligung und bezahlbare Kulturangebote brauche. Eine Weiterentwicklung zusammen mit der Stadt sei wichtig. „Denn Jugendkultur darf sich nicht nur auf drei Festivaltage im Jahr beschränken. Junge Menschen wünschen sich noch mehr Mitgestaltung sowie niedrigschwellige und vor allem bezahlbare, im besten Fall kostenlose Angebote.“ Zwei Wochen vor dem Festival hatte der SJR seine Entscheidung, diesen Weg einzuschlagen, kundgetan. Anna Rasehorn, jugendpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, begrüßt, dass der SJR das kommende Jahr „bewusst als Entwicklungsjahr gestalte – für neue Formate, stärkere Beteiligung und tragfähigere Strukturen.“
Grüne in Augsburg fordern „Leitplanken“ für die Neuausrichtung
Die Stadtratsfraktion der Grünen fordert indes Klarheit über die Zukunft des Festivals und der Jugendkulturangebote des Stadtjugendrings ein. Der Kulturausschuss des Stadtrats solle „klare Leitplanken“ für den Neuausrichtungsprozess beschließen. Auch künftig müsse mindestens eine große Veranstaltung für junge Menschen Teil des Auftrags bleiben. Zudem beantragte die Fraktion, dem SJR weiterhin Mittel in Höhe von 100.000 Euro für den Prozess der Neuausrichtung und die Zukunft der Jugendkulturarbeit bereitzustellen. „Klar ist für uns aber auch: Es darf auf keinen Fall passieren, dass das Festival einfach verschwindet“, sagt Verena von Mutius-Bartholy, kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Stadtratsfraktion.
Auch die Jusos Augsburg-Land teilen auf ihrem Instagram-Account ihre Sicht der Dinge mit: Sie fordern mindestens ein großes Alternativ-Event für junge Menschen 2027. Es solle eine „deutliche Unterstützung und Absicherung der Risiken“ durch die Stadt Augsburg geben. Die Ticketpreise müssten zwingend sozialverträglich und für alle bezahlbar bleiben. Es müsste bessere Verbindungen im ÖPNV geben, damit auch die Besucher aus dem Augsburger Land sicher nach Hause kämen.
Die Wählervereinigung Generation Aux sieht drei Aufgabenfelder: Die Jugendkultur müsse gestärkt und die Beteiligung gesichert werden. Event- und Festivalstrukturen müssten zukunftssicher aufgestellt werden. Das Gaswerk müsse zum lebendigen Kultur-Leuchtturm entwickelt werden. Christoph Elwert, Kulturexperte von Generation Aux und ehemaliger Festivalleiter von Modular betonte, dass die Stadt Voraussetzungen bei Lärmschutz, Erreichbarkeit und flexibler technischer Grundausstattung so gestalten müsse, dass das Gelände für Kulturproduktionen, Märkte und Open-Air-Formate „unkompliziert nutzbar“ werde. „Was nicht passieren darf, ist, dass es im Jahr 2027 ein Festival-Gap-Jahr in Augsburg gibt“, sagt Sebastian Karner von Generation Aux. Wie das Festival ausschauen könne und wer die Veranstalterrolle übernehme, müsse „jetzt sehr zeitnah geklärt werden“.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren