Luftige Shorts und Shirts tragen die Besucherinnen und Besucher am ersten Tag auf dem Jugendfestival Modular. An Regenponchos, die in den vergangenen Jahren immer wieder zu einem festen Bestandteil der Outfits gehörten, ist gar nicht zu denken. Da werden eher Sonnenhüte und Kappen aufgesetzt und Glitzersteine aufgeklebt. Sonne satt sorgt am Oberhauser Gaskessel für gute Stimmung und Vorfreude auf das Pfingstwochenende. Manchmal schwingt aber auch schon ein wenig Wehmut mit.
Die Freundinnen Julia und Vera, beide 27, sitzen am Nachmittag im Schatten im Gras. Seit mehreren Jahren besuchen sie das Festival – die entspannte Atmosphäre ist für sie ein Grund, warum sie immer wieder kommen wollen. „Schön ist, dass man viele Leute aus Augsburg hier trifft“, sagt Julia. Das umfangreiche kulinarische Angebot ist auch ein Grund, warum sie das Festival gerne besucht. Dass es das letzte Mal in der Form stattfindet, haben die Frauen schon gehört. Das finden sie schade. „Ich könnte auf bekanntere Bands verzichten und würde auch kommen, wenn mehr regionale Bands spielen“, sagt Vera. Sie würde es nicht so gut finden, wenn es künftig an unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet stattfindet. Wie berichtet hat der Stadtjugendring (SJR), der das Festival organisiert, angekündigt, dass es kleiner werden, dezentraler und den Bedürfnissen der Jugendlichen besser gerecht werden soll.
Aber noch ist das Zukunftsmusik und tausende junge und jung gebliebene Menschen strömen auf das Festivalgelände. Es gibt viel zu entdecken: Neben dem Musikprogramm gibt es ein großes Mitmachprogramm an den Ständen. Am Stand vom FC Augsburg wird Bierpong gespielt, am Stand des Stadtjugendrings können schnelle Brillen gewonnen werden. Gesundheitsreferent Martin Schenkelberg (CSU) hat eine ergattert und macht im Look von Künstler Ski Aggu, der später noch den Besuchern an der Bühne am Kessel einheizt, einen Rundgang über das Gelände. SJR-Vorsitzende Fabienne Kündgen freut sich, dass auch so viele Verbände mit einem Stand vertreten sind. Die Gemeinschaft ist das, was für sie das Modular ausmache. Sie freut sich über die Modularena, wo in diesem Jahr wieder die Rollschuhdisco mit von der Partie ist. „Und auf die Band Großstadtgeflüster“, zählt sie auf. Die sind allerdings erst am Sonntagabend dran. Viel Zeit also – noch mehr in das Getümmel auf dem Gelände einzutauchen.
So wie Prof. Barbara Rink von der Technischen Hochschule Augsburg, die gemeinsam mit Prof. Aisha Griffith von der University lllinois Chicago und Jugendarbeiter Devin Swiff aus Chicago von Vertretern des Stadtjugendrings über das Gelände geführt wird. Vor Ort informierten sie sich über unter anderem Beteiligungsprozesse, berichtet Rink. Sie ist genauso wie der Besuch aus Amerika das erste Mal auf dem Jugendfestival. Sie freuen sich auf die Energie und Kreativität der jungen Menschen und interessieren sich auch für das ehrenamtliche Engagement. Über 500 Volunteers machen es auch in diesem Jahr wieder möglich, dass das Festival stattfinden kann.
Wer ebenfalls alle Hände voll zu tun hat, sind Johannes, 27, und Urs, 31. Sie verteilen am Wasserbulli der Stadtwerke kostenloses Wasser. Das ist bereits am Nachmittag gefragt. „Später läuft das Wasser durch und wir halten nur noch einen Becher nach dem anderen darunter“, weiß Johannes. Die Atmosphäre ist es, warum die beiden das Modular Festival so sehr schätzen. Urs freut sich auf die Band „Blackout Problems“. Bis die Band ab 23 Uhr spielt, haben sie noch alle Hände voll zu tun. In den kommenden Tagen wird sich nichts daran ändern, denn für die nächste Zeit ist Sonne angesagt.
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