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Kommunalwahl 2026: Warum die Menschen in Pfersee besonders lebensfroh sind

Kommunalwahl 2026

„Einfach ein wunderschöner Stadtteil“: Warum die Menschen in Pfersee besonders zufrieden sind

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    Im Rahmen unserer Tour durch die Augsburger Staddteile sprach unsere Redaktion an der Herz-Jesu-Kirche in Pfersee mit Menschen, die im Stadtteil wohnen oder arbeiten.
    Im Rahmen unserer Tour durch die Augsburger Staddteile sprach unsere Redaktion an der Herz-Jesu-Kirche in Pfersee mit Menschen, die im Stadtteil wohnen oder arbeiten. Foto: Manuel Andre

    Reges Treiben herrscht in der Augsburger Straße, dem Herzen von Pfersee. Der 72 Meter hohe Kirchturm der Herz-Jesu-Kirche markiert den gefühlten Mittelpunkt des Stadtteils. Daneben steht das Kaufhaus Konrad, das seit 1983 seinen prominenten Platz in der belebten Straße einnimmt. Bäcker, Metzger und Spezialgeschäfte reihen sich aneinander. Pfersee ist belebt – und das scheint bei Bürgerinnen und Bürgern gut anzukommen. Bereits bei einer Onlineumfrage unserer Zeitung im Jahr 2022 erreichte Pfersee die beste Durchschnittsnote unter allen zwölf Stadtteilen beziehungsweise Stadtteilverbünden. Im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 waren wir mit unserem Wahlmobil vor Ort und haben die Menschen gefragt, warum sie Pfersee als ihren Lebensmittelpunkt ausgewählt haben. Eines vorweg: Auch hier ist nicht alles perfekt.

    Eine Bürgerin aus Pfersee setzt sich für einen Haltgriff an der Kneipp-Anlage ein

    Die 78-jährige Eva Kerig lebt gerne in Pfersee und engagiert sich in ihrer Freizeit für ihren Stadtteil: Sie ist Mitglied der Bürgeraktion Pfersee. „Ich bin mit Pfersee einfach verbunden“, sagt sie. Ein Anliegen liegt ihr besonders am Herzen. Sie wünscht sich ein Haltegelände am Zugang zur Kneippanlage am Mühlbach. „Seit drei Jahren bemühe ich mich intensiv darum. Aber es ist noch nichts passiert. Inzwischen habe ich alle Politiker und Politikerinnen durch, einschließlich der Oberbürgermeisterin Eva Weber. Ich kann das nicht verstehen.“ Bei der Bürgeraktion gebe es sogar einen Sponsor, der das Geländer kostenlos anbringen würde. „Ständig wird mit Haftungsfragen argumentiert. Aber es interessiert sich niemand dafür, wenn jemand wegen des fehlenden Griffs in den Bach stürzt“, meint Kerig.

    Wahlprojekt „Dein Augsburg. Deine Stimme.“

    Im Vorfeld der Kommunalwahl möchten wir wissen, was die Augsburgerinnen und Augsburger bewegt. Mit einem Transporter, der zu einem Drehstudio umfunktioniert wurde, sind wir in sieben Stadtteile gefahren, um mit den Menschen vor Ort zu sprechen. Alle Videos und Texte zum Wahlprojekt „Dein Augsburg. Deine Stimme“ gibt es auf dieser Übersichtsseite. Dort veröffentlichen wir bis zur Kommunalwahl in unregelmäßigen Abständen die Inhalte aller Standorte.

    Ein Projekt von Manuel Andre, Bianca Dimarsico, Jonas Klimm und Fabian Kluge.

    Abgesehen davon spricht sie begeistert von ihrem Lebensmittelpunkt. Vor allem das geschichtsträchtige Kaufhaus Konrad hebt sie hervor. „Das ist eine großartige Einrichtung. Dort gibt es kaum etwas, das ich nicht finde“, so die 78-Jährige. Tatsächlich ist das Geschäft vielfältig ausgestattet. Mode sowie Wäsche und Strümpfe gibt es im Erdgeschoss. Im Untergeschoss findet man Spielzeug, Schreibwaren, Schmuck und eine Poststelle. Ein klassischer Nahversorger, wie die Betreiberfamilie das Kaufhaus selbst nennt. Ergänzt wird das vielfältige Angebot für die Menschen in Pfersee durch nahegelegene Drogerie- und Supermärkte. Kurzum: Wer in Pfersee lebt, muss für Einkäufe nicht zwingend in die Innenstadt.

    Diese Lebendigkeit weiß auch der 59-jährige Christian Böhm zu schätzen. „Die Leute kennen sich, man kennt die Läden, die Infrastruktur ist super“, sagt Böhm. Er schwärmt von der nahegelegenen Wertach und der Kulperhütte. „Pfersee ist einfach ein wunderschöner Stadtteil“, findet er. Über Verbesserungsvorschläge für seinen Stadtteil muss der Augsburger lange nachdenken. „Ich bin tatsächlich recht wunschlos glücklich“, so Böhm. „Wir haben wirklich alles hier.“ Er wünscht sich, dass diese lebhafte Struktur erhalten bleibt. Kritisch blickt er daher auf die Neubauten.

    Wann die Tramlinie 5 zur Uniklinik kommt, ist noch offen

    Baulich hat sich in den vergangenen Jahren viel getan in Pfersee. Unter anderem wurden am Sheridanpark zwei große Wohnanlagen errichtet. Auf dem Plan steht noch die Tramlinie 5. Diese soll durch den Tunnel am Hauptbahnhof bis zum Uniklinikum führen. Doch es geht nur langsam voran: Laut Stadt sei mit einem Baustart frühestens Mitte der 2030er-Jahre zu rechnen.

    Der 37-jährige Philipp Eichner ist in Pfersee aufgewachsen und im Stadtteil mit Familie und Freunden stark verwurzelt. Er würde sich wünschen, dass lokale Projekte schneller vorangehen, etwa die Neugestaltung des Platzes vor der Kirche St. Michael oder das 1997 initiierte Projekt Wertach Vital. Was ihm besonders auffalle, sei die Vermüllung des öffentlichen Raums. „Als Fahrradfahrer sehe ich, dass wirklich immer irgendetwas herumliegt. Das beschäftigt mich sehr“, so Eichner. Für die Zukunft wünsche er sich in Pfersee weniger Autos und mehr Fahrradfahrer sowie mehr Begrünung.

    Gisela Maurer ist 1980 als Lehrerin aus Karlsruhe nach Pfersee gezogen. Wie die meisten Anwohnerinnen und Anwohner ist sie besonders froh über den regen Betrieb in der Augsburger Straße. „Dort sind alle Geschäfte, die man braucht“, findet sie. Nur mit der Aufteilung ist sie nicht ganz zufrieden. „Es gibt sehr viele Dönerläden und Friseursalons. Das stört mich nicht, aber es gibt Wichtigeres“, sagt sie.

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