Bekannt dürfte das Lieblingswerk vom leitenden Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Christof Trepesch wahrscheinlich jeder Augsburgerin sein. Der Festsaal im Schaezlerpalais ist in seiner Größe und Verkleidung aus Blattgold, Spiegeln und Malereien wohl einer der eindrucksvollsten Räume der Umgebung. „Am meisten beeindruckt mich die hohe Authentizität des Raumes“, berichtet Trepesch fast schwärmerisch, als er den Saal betritt. Fast alle Oberflächen sind noch immer original erhalten. Darunter Möbel, der Boden, die Spiegel und Malereien. Sogar Pinselstriche kann man noch erkennen – so viel Transparenz ist man im Rokoko eigentlich nicht gewohnt. Und das seit 1770, als der Saal fertiggestellt und mit dem Besuch von Marie Antoinette eingeweiht wurde. Seinen ungewöhnlich guten Zustand verdankt der Raum seiner Unberührtheit. Er wird bis heute nicht beheizt und ist nie elektrifiziert worden. Man könnte sagen: Die Abwesenheit der Moderne hat ihm wohl das Leben gerettet.
Augsburg
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