Die Mauer vor dem Gögginger Hallenbad war zuletzt keine Zier. Sie war an vielen Stellen mit illegalen Graffiti beschmiert. Jetzt hat das Künstlerduo „Mooz Walls“ die Mauer bunt bemalt. Die Künstler aus Hamburg hatten die Ausschreibung der Stadt für die Fläche für sich gewinnen können und sich dabei gegen mehr als 30 Mitbewerber durchgesetzt. Mit dem gemeinsamen Projekt des Ordnungs- und des Sportreferates geht die Stadt Augsburg ihren Weg konsequent weiter, städtische Flächen durch Kunstwerke vor illegalen Schmierereien zu schützen. Zuletzt war das Hallenbad in Haunstetten auf die gleiche Weise gestaltet worden.
Der Titel der Ausschreibung für die Mauer an der Anton-Betzler-Straße lautete Ausschreibung „Gögginger Geschichte – Stadtteil an Wertach und Singold – Wasser verbindet“. Die beiden Künstler setzten das Motto unter anderem mit Motiven der Augsburger Prachtbrunnen um. „Wir haben uns Anregungen vom Augustusbrunnen am Rathausplatz und der dortigen Darstellung der Augsburger Flüsse geholt“, berichtet Künstler Nguyen Anh Duc alias „ismilealot“. So zieren die Mauer jetzt ein Fisch und ein Blätterkranz, die als Accessoires auch an den Brunnenfiguren zu finden sind. Doch auch die Gögginger Architektur ist Teil des Murals - unter anderem sieht man das Kurhaus, die Kirche und die Hessingburg im Bild. Ein großer Schriftzug „Welcome to Göggingen“ rundet das Gemälde ab. Das Wandgemälde ist kein klassisches Graffiti, sondern größtenteils Freihand mit Pinsel und Farbrolle gestaltet. Rund eine Woche haben die Künstler für ihre Arbeit gebraucht.
Über die Motive konnten die Gögginger online abstimmen
Die Stadt hat für die Verschönerung des Hallenbades 10.000 Euro investiert. Aus den 30 Entwürfen hatte zunächst eine Jury von Stadt und dem Graffiti-Verein „Die Bunten“ drei Entwürfe ausgewählt. Über diese konnten dann die Bürger von Göggingen online abstimmen. Übrig blieb der Entwurf von „Mooz Wallz“, der jetzt auch die Mauer ziert.
Bei der Farbgebung des Gemäldes haben sich die Künstler an die Gestaltung der Hallenbadfenster gehalten. Die Fenster wurden im Jahr 2022 von der Augsburger Künstlerin und Comiczeichnerin Lisa Frühbeis neu gestaltet. Ihr Entwurf kombiniert gelbe Farbflächen mit spielerischen Illustrationen rund um das Thema Wasser, die sowohl Kinder als auch Erwachsene ansprechen. Die Motive wurden mittels Foliendruck auf die Fenster aufgebracht und sind dauerhaft im Hallenbad zu sehen. Mit dem Kunstwerk konnten die blind gewordenen Fenster des Bades erhalten werden.
„Die urbane Kunst leistet ihren Beitrag, die Ästhetik der Augsburger Sportstätten zu erhalten“, sagt Sport- und Kunstreferent Jürgen Enninger bei der Präsentation des Murals. Man versuche weiterhin Mittel zu generieren, um weitere Sportstätten zu verschönern und gleichzeitig illegalem Graffiti einen Riegel vorzuschieben. „Unsere Sportstätten sollen für die Sportlerinnen und Sportler attraktiv sein“, so der Referent.
Illegale Graffiti sind im Augsburger Stadtgebiet rückläufig
„Der Einsatz zahlt sich aus - illegale Graffiti sind im Stadtgebiet rückläufig“, freut sich auch Ordnungsreferent Frank Pintsch. So seien die bemalten Wände des Haunstetter Hallenbades seit ihrer Gestaltung 2022 ohne neue Schmierereien geblieben. In Haunstetten hatte der Künstler Shade 2022 Teile der Fassade des Hallenbades künstlerisch aufgewertet. Zwei Jahre später wurde das Gemälde auf die Nordseite des Bades erweitert. Grundlage für die Arbeit war eine Skizze des Graffiti-Künstlers Besok, die in einem öffentlichen Abstimmungsverfahren als Siegerentwurf hervorging. Sie thematisierte das UNESCO-Welterbe des Augsburger Wassermanagement-Systems und erstreckt sich über eine Fläche von 130 Quadratmetern. Die Erweiterung wurde vom Büro für Kommunale Prävention, dem Ordnungsreferat, dem Kulturreferat und dem Graffiti-Verein Die Bunten initiiert. 42 Künstlerinnen und Künstler hatten sich mit Entwürfen beworben.
„Mir fallen spontan etliche städtische Flächen ein, die mit urbaner Kunst verschönert werden könnten“, so Pintsch. So biete sich beispielsweise die Mauer des Hochablasses in Hochzoll geradezu an, sie mit einem Graffiti zu verschönern. Man werde das Konzept, illegalem Graffiti mit urbaner Kunst zu begegnen weiter verfolgen, verspricht der Referent.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren