Sie sind die Exoten unter den Augsburger Straßenbahnen und fallen auf, auch wenn sich ihre Bezeichnung „M8C“ wohl kaum einer merken kann. Die Besonderheit an diesen Trams: Sie sind die letzten Hochflurstraßenbahnen der Stadt, die regelmäßig in Betrieb sind, und damit so etwas wie der Schrecken von Müttern mit Kinderwagen oder Menschen, die schlecht zu Fuß sind, weil der Zustieg ebenerdig nicht möglich ist.
Zurzeit setzen die Stadtwerke ihre Oldtimer nicht nur während der Stoßzeiten zu Schulbeginn ein, sondern auch während anderer Tageszeiten. Grund: Zwei der neueren 79 Niederflurstraßenbahnen sind zur Reparatur in der Werkstatt. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung.
Seit Jahresbeginn ist Augsburgs neue Straßenbahnflotte komplett, sind alle 27 CityFlex-Bahnen (Stückpreis rund drei Millionen Euro) im Einsatz. Zusammen mit den 41 Combinos und elf Bahnen vom Typ GT6 ist die Straßenbahnflotte der Stadtwerke damit vollständig auf sogenannte Niederflurbahnen umgestellt worden.
Nur noch in Ausnahmefällen will das Unternehmen Straßenbahnen älteren Typs einsetzen, bei denen der Zustieg nicht ebenerdig und damit deutlich mühsamer ist. So sollen während der Stoßzeiten ältere Trams fahren – oder wenn neue reparaturbedingt aus dem Verkehr gezogen werden müssen.
Bei der Kundschaft kommen die Niederflurbahnen gut an. Unter anderem auf ihren verstärkten Einsatz führen die Stadtwerke den Anstieg der Fahrgastzahlen im vergangenen Jahr zurück. Über 56 Millionen Passagiere im Jahr 2010 bedeuten rund zwei Millionen mehr als im Vorjahr. Zwei Drittel der Fahrgäste nehmen die Tram.
Die Erneuerung der Augsburger Straßenbahnflotte ist allerdings nur vorerst abgeschlossen. Klar ist aber: Sobald der Ausbau des Streckennetzes voranschreitet, müssen weitere Bahnen her. In den kommenden Jahren soll die Linie 5 in den Augsburger Westen verwirklicht werden (die Debatte über die Trasse läuft derzeit) sowie ein Ausbau der Linie 1 Richtung Hochzoll.
Zunächst aber ist der große Umbau des Königsplatzes das Thema. Seit dem Start der Linie 6 im Dezember stauen sich dort immer wieder die Straßenbahnen, weil der Kö zu wenig Platz bietet. (cf)