Mit dem Beschluss des Bundestages Ende vergangener Woche, den Neubau der Bahnlinie Augsburg-Ulm weiterzuverfolgen, hat das Projekt eine weitere Hürde genommen. Die Finanzierung des über acht Milliarden Euro teuren Vorhabens ist allerdings noch nicht abgesichert. In einem nächsten Schritt können die Planungen fortgesetzt werden. Nicht Bestandteil des Projekts ist wie berichtet der kapazitätstechnische Ausbau des Augsburger Hauptbahnhofs. Hier gibt es wie berichtet Handlungsbedarf – und deutliche Forderungen aus der Region.
„Moderne Signaltechnik und leistungsfähige Gleisanlagen sind unverzichtbar.“
Der Augsburger CSU-Vorsitzende und frühere Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich, der sich in seiner Amtszeit für den Neubau einsetzte, erklärte, dass die Ertüchtigung des Hauptbahnhofs „ein Muss“ sei, das als eigenes Projekt kommen müsse. „Moderne Signaltechnik, leistungsfähige Gleisanlagen und die Anpassung des Vorfelds sind unverzichtbar, damit die Vorteile der Neubaustrecke tatsächlich in der Region ankommen können.“ Wie berichtet liegen die Gleistrassen an den Zufahrten zum Hauptbahnhof teils so ungünstig, dass manche Züge minutenlang alle anderen Gleise blockieren. Im Hinblick auf mehr Fernverkehr, mehr gewünschten Nahverkehr und zusätzliche Güterzüge wird es damit zu eng. In einer Resolution hatten die Landkreise und die Stadt Augsburg vorab mehrere Forderungen aufgestellt, unter anderem einen Ausbau der Bahnhöfe Augsburg und Ulm. Weder Wartezeiten für Fern- und Güterzüge noch Einschränkungen beim Nahverkehr seien gut. Die DB verwies auf die Projektgrenzen vor den Bahnhöfen und die Kosten, die nicht rein der Strecke Augsburg-Ulm aufgerechnet werden dürften.
Die IHK begrüßte wie Ullrich die Entscheidung für die Neubaustrecke, wies aber ebenfalls darauf hin, dass die Ertüchtigung des Knotens Augsburgs kommen müsse. Auch der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) erklärte, dass der Bund dieses Vorhaben anpacken müsse. Grünen-Bundestagsabgeordnete Claudia Roth forderte weitergehende Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit des Knotens Augsburg. Die Regierungskoalition müsse das Gesamtprojekt auch durch Finanzierungszusagen entschiedener vorantreiben.
Dachverband der Bürgerinitiativen hält Vorgehen für „abenteuerlich“
Angesprochen wird das Thema Hauptbahnhof auch von der „Bürgerinitiative Schwabentrasse“, die dem Neubauprojekt insgesamt kritisch gegenübersteht. Es sei „abenteuerlich“, eine Neubaustrecke zu planen, ohne darzustellen, wie der Verkehr im Augsburger Hauptbahnhof künftig abgewickelt werden soll. Im schlimmsten Fall drohe der Entfall von Regionalzügen, wenn künftig mehr ICEs von München nach Stuttgart fahren sollten. Das wäre dann ein „Eigentor“ für die regionale Entwicklung.
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