Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten

„Polizisten werden diskriminiert“: Graffito prangt seit Monaten auf Augsburger Kulturhaus

Augsburg

Polizeifeindliche Schmiererei prangt seit Monaten auf städtischem Kulturhaus

  • |
  • |
  • |
  • |
    Parole gegen die Polizei: Schon seit Längerem steht dieses Graffito auf einer Wand, die zum Kulturhaus Kresslesmühle gehört.
    Parole gegen die Polizei: Schon seit Längerem steht dieses Graffito auf einer Wand, die zum Kulturhaus Kresslesmühle gehört. Foto: Anna Kondratenko

    Schon seit Längerem prangt auf der Rückseite des Gebäudes der Kresslesmühle ein Graffito, das die Buchstaben ACAB zeigt. Das Kürzel steht für „All Cops are Bastards“ (deutsch: Alle Polizisten sind Bastarde) und ärgert Anwohner Thomas Jaudszims. Ihm ist es unbegreiflich, warum die Stadt, in deren Zuständigkeitsbereich die Kresslesmühe liegt, beziehungsweise die Immobilieneigentümer nicht handeln. Polizisten würden hier über Monate öffentlich diskriminiert. Er selbst habe wenige Meter weiter eine eigene Immobilie und greife konsequent zum Farbeimer. Mit Erfolg.

    Dem Kulturamt der Stadt, zu der die Kresslesmühle gehört, ist das Graffito bekannt - und man hat Erfahrung mit dieser Art Vandalismus. In den letzten Jahren sei die betroffene Wand immer wieder von Sprayern beschädigt worden, heißt es auf Anfrage. „Der letzte Anstrich erfolgte 2023 und es dauerte nur vier Monate bis die Wand wieder besprüht wurde. Und dies mit dem Schriftzug, den sie jetzt trägt“, erklärt Amtsleiterin Elke Seidel.

    Entfernung eines Graffito auf der Kresslesmühle gestaltet sich kompliziert

    Von dem Schriftzug distanziere sich das Kulturamt ausdrücklich. Gegen den Sprayer sei umgehend bei der Polizei Strafanzeige gestellt worden, so wie bereits im Fall davor. Damals habe der Täter ermittelt und an den Kosten für die Beseitigung des Schadens beteiligt werden können. Die Tatsache, dass der aktuelle Spruch dort noch nicht entfernt worden sei, bekräftige nicht die Haltung des Hauseigentümers, sondern sei Zeichen für den mühsamen und oft vergeblichen Kampf, dem Vandalismus Einhalt zu gebieten. 

    Wie Seidel schildert, sei ein Rahmenvertragspartner der Stadt mit dem Übermalen des Schriftzugs beauftragt worden, der dies zusammen mit anderen Arbeiten im Umfeld im Laufe des Frühjahrs/Sommer hätte erledigen sollen. Aus diversen Gründen sei das so nicht erfolgt, sei aber weiterhin in Planung. Selbst zum Farbeimer zu greifen, sei nicht möglich. „Da die rote Farbe erst aufwendig entfernt werden muss und ein Bach zwischen Hauswand und Gehweg liegt, können diese Arbeit auch nicht selbst erledigt werden“, so Seidel. Zudem sei das Gebäude denkmalgeschützt.

    Anwohner hat Tipp gegen Graffiti-Sprayer für die Stadt

    Für Thomas Jaudszims ist das kein überzeugendes Argument. Die Stadt, sagt er, mache den Vorgang viel zu kompliziert. Er selbst habe wenige Meter weiter eine eigene Immobilie und kenne das Problem mit den Graffiti. „Sobald ich eines an der Wand habe, überstreiche ich es. Mittlerweile bleibe ich von Sprayern weitestgehend verschont“, so Jaudszims. Seine Erklärung: Die Sprayer geben viel Geld für die Farben aus und wollen ihre Bilder und Schriftzüge länger sehen. „An meiner Wand geht das aber nicht.“

    Immer wieder bringen Graffiti, egal ob diffamierend oder einfach nur unschön, Hausbesitzer in der (Innen-)Stadt zur Verzweiflung. Teils werden frisch gestrichene Wände, wie auch im Fall der Kresslesmühle, sofort wieder besprüht. Die Stadt arbeitet deshalb eigentlich schon seit mehreren Jahren intensiv mit Hausbesitzern zusammen, um das Problem aktiv anzugehen. Seit Juli 2023 können betroffene Eigentümerinnen und Eigentümer im Rahmen des Projekts „Schmierfink“ sogar eine finanzielle Förderung für die ordnungsgemäße und dauerhafte Beseitigung von illegalen Graffiti bei der Stadt beantragen. Auch vorbeugende Maßnahmen, wie eine spezielle Beschichtung der Oberflächen oder die Begrünung mit Kletterpflanzen, können gefördert werden.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 2 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren