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Priska und Hans-Peter Kahn: „Das Feinkost-Geschäft ist unser Leben“

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Priska und Hans-Peter Kahn: „Das Feinkost-Geschäft ist unser Leben“

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    Priska und Hans-Peter Kahn führen seit vielen Jahren den Feinkost Kahn in der Annastraße. Das Ehepaar kann sich ein Leben ohne das Geschäft und die Kunden kaum vorstellen.
    Priska und Hans-Peter Kahn führen seit vielen Jahren den Feinkost Kahn in der Annastraße. Das Ehepaar kann sich ein Leben ohne das Geschäft und die Kunden kaum vorstellen. Foto: Marcus Merk

    Das Ende seiner Krawatte steckt immer fest in der Knopfleiste seines blütenweißen Hemds. Schließlich soll sie nicht in Garnelen, OIiven und Co. baumeln, wenn Hans-Peter Kahn sich über die Theke voller Köstlichkeiten beugt. Das Geschäft Feinkost Kahn in der Annastraße ist eine namhafte Adresse. Entsprechend viel Wert legen Mitinhaber Hans-Peter Kahn und seine Ehefrau Priska auf Sauberkeit, Stil und eine freundliche Atmosphäre. Bei den Kahns stehen Kunden und Diskretion an erster Stelle. Das Ehepaar selbst nimmt sich gerne zurück. Doch wie herausfordernd ist es, seit Jahrzehnten jeden Tag gut gelaunt und zuvorkommend zu sein? Die Kahns gewähren einen Einblick in ihren Arbeitsalltag und in ihr Privatleben. Außerdem äußern sie einen Wunsch an die Stadt.

    Hans-Peter Kahn sagt, er genießt jeden frühen Morgen, wenn Augsburg aufwacht. Morgens um sechs Uhr steht der 58-Jährige dann bereits im Laden, kehrt, stellt die Stühle raus, grüßt die Menschen, die auf ihrem Weg in die Arbeit sind, richtet die Theke mit den Salaten und Aufschnitten her. „Viele verstehen nicht, dass ich immer gut gelaunt bin. Aber das ist mein Naturell.“ Seit knapp 40 Jahren arbeitet Kahn in dem Familienunternehmen. „Wir sind eine große Familie. Klar, da gibt es auch mal Spannungen, aber das Miteinander klappt super. Als Familie kann man vieles meistern.“

    Feinkost Kahn in Augsburg: „Gästen ist es wichtig, dass meine Frau und ich präsent sind“

    Vor allem schätze er die Zusammenarbeit mit seinem Cousin und Mitinhaber Andreas Kahn, der für Verwaltung, Catering und den Biergarten am Kongress am Park verantwortlich ist. „Die Aufteilung ist optimal.“ Hans-Peter Kahn weiß, dass er das Gesicht im Geschäft in der Annastraße ist. „Den Gästen ist es wichtig, dass meine Frau und ich präsent sind.“ Das ist es ihnen auch. Nur an einem Wochentag nimmt sich das Ehepaar regelmäßig frei. Der Mittwoch ist Hans-Peter und Priska Kahn heilig. Dann machen sie gerne Radtouren, gehen schwimmen und kümmern sich um ihre Mütter. „Wir genießen die Ruhe zu zweit. Wir brauchen keine Party“, erklärt die 56-Jährige. Seit 32 Jahren sind die Kahns, die drei erwachsene Kinder haben, verheiratet. Kennengelernt haben sie sich über die Arbeit.

    Seit dem Umbau im Feinkost Kahn in der Annastraße hat das Geschäft gewonnen, findet Hans-Peter Kahn. „Es ist modern und für Jung und Alt.“
    Seit dem Umbau im Feinkost Kahn in der Annastraße hat das Geschäft gewonnen, findet Hans-Peter Kahn. „Es ist modern und für Jung und Alt.“ Foto: Michael Hörmann

    Priska Kahn, die aus dem Schwarzwald stammt, wollte einst als gelernte Hotelfachfrau und Mitarbeiterin von Sternelokalen für ein Jahr in Augsburg und danach auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten. Doch schicksalhafte Begegnungen können Lebenspläne auf den Kopf stellen. Sie traf auf Hans-Peter Kahn. „Hier ist es auch wie auf einem Schiff, nur etwas kleiner“, sagt er und lächelt seiner Frau zu. Die Kahns haben sich die Arbeit im mehrstöckigen Geschäft aufgeteilt.

    Augsburger Hans-Peter Kahn: Gute Laune als Rezept

    Sie kümmert sich um Events wie Gourmetabende oder Geburtstage. Sein Bereich ist das Erdgeschoß mit der Delikatessen-Theke. „Ich versuche, die Gäste und Kunden zu verwöhnen“, meint Hans-Peter Kahn, der in jungen Jahren bei Feinkost Käfer seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann gemacht hatte. Schon damals lernte der Augsburger den Umgang mit exaltierten Persönlichkeiten. Er erinnert sich etwa an Schauspieler Siegfried Lowitz (“Der Alte“). Ein Grantler soll er gewesen sein. „Wenn der Käfer nur mal gute Erdbeeren haben könnt“, habe Lowitz geklagt, obwohl an den Früchten nichts auszusetzen gewesen sei. Ob er in Augsburg ähnliche Situationen erlebe?

    Hans-Peter Kahn hält sich bedeckt. „Die meisten Kunden schätzen uns, aber natürlich gibt es auch die Nörgler. Wir haben ein dickes Fell“, sagt er, lächelt und schweigt. Seine Frau und er begegneten jedem positiv und höflich. Das sei ihr Rezept und das ihres langjährigen Teams. „Wir verfolgen dieselben Prinzipien“, betont er. „Wir können uns aufeinander verlassen“, ergänzt seine Frau. Sie schätze die Ausgeglichenheit ihres Mannes. „So richtig auf die Palme konnte ich ihn auch noch nie bringen“, sagt sie. Diskretion gegenüber den Gästen ist dem Ehepaar ebenso wichtig.

    „Ich hätte schon längst ein Buch schreiben können“

    „Wenn etwa jemand fragt, ob die Person X oder Y bei uns war, würden wir nie etwas sagen. Wir sehen und hören nichts“, so Priska Kahn. „Dabei sieht man viel“, meint Hans-Peter Kahn mit einem Augenzwinkern. „Ich hätte schon längst ein Buch schreiben können.“ Doch die Kahns sind verschwiegen und loyal – und freuen sich im Stillen mit, wenn bei ihnen Liebespaare zusammenfinden. Das Feinkost-Geschäft sei ihr Leben, sagen beide. „Augsburg wird uns noch lange haben.“ Einen Wunsch aber haben sie. Er richtet sich an die Stadt.

    „Es ist traurig, dass die ältere Generation, die nicht mehr gut zu Fuß ist, nicht mit dem Taxi zu uns kommen kann“, findet Priska Kahn. „Eine Ausnahmegenehmigung wäre hier toll.“

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