Der Einsatz der Polizei Anfang des Jahres im City Club hat schnell die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Betreiber, Mitarbeitende, Gäste und Menschen im Internet kritisierten das Vorgehen der Beamten. Ein Kamerateam von Galileo begleitete die Beamten bei der Razzia und filmte das Geschehen für eine Sendung. Kürzlich erschienen zwei Ausgaben der Sendung auf Pro Sieben und dem Streamingservice Joyn. City-Club-Geschäftsführer Sebastian Demmer und seine Anwältin Martina Sulzberger üben nun Kritik an der Darstellung des Einsatzes im TV und an der Produktion.
200 teils maskierte Einsatzkräfte stürmten im Januar den City Club am Königsplatz und weitere Räume. Es sei wohl für alle Betroffenen „eine psychische und physische Ausnahmesituation“ gewesen, heißt es in einer Mitteilung des City Clubs. Die Entscheidung der Polizei, ein Kamerateam mit zu einem solchen Einsatz zu nehmen „und dadurch Betroffene noch weiter zu schikanieren“, sei für den Club „in keiner Weise nachvollziehbar“. Den Gästen sei weder seitens der Polizei noch des Kamerateams gesagt worden, für welchen Zweck die Aufnahmen getätigt worden seien. Aber das ist nicht der einzige Kritikpunkt, den das Team in einer Pressemitteilung anbringt.
Demmer widerspricht Aussagen der Polizei zur Razzia im City Club
In der Doku spricht der Polizist und Kommandoführer Andreas Diehm davon, dass der Durchsuchungsbeschluss für die „Räumlichkeiten des kompletten Gebäudes“ vorgelegen habe. Dem widersprechen Demmer und Sulzberger. Schon kurz nach der Razzia erklärten sie, dass der Beschluss lediglich für die Räume des City Clubs gegolten habe, nicht aber für die drei weiteren Stockwerke in dem Haus. Auch erwähnte der Polizeibeamte Diehm Ermittlungsergebnisse der Razzia, laut denen in dem Club mit Drogen gehandelt werde. Dieser Verdacht habe sich laut dem Geschäftsführer aber durch den Einsatz nicht bestätigt. „Wir setzen nach wie vor darauf, dass es hier bald eine klare Einordnung vonseiten der Polizei gibt und das Ermittlungsverfahren gegen Sebastian Demmer und die blausky GmbH zeitnah eingestellt wird“, heißt es in der Mitteilung.
Das Team des City Clubs und der Geschäftsführer Demmer wurden vom Sender laut eigener Aussage nicht für eine Stellungnahme oder Auskunft kontaktiert. Nur eine Betroffene kommt in der Sendung vor, die anonymisiert vom „martialischen Auftreten der Einsatzkräfte“ erzählt.
Betroffene Gäste und das Team selbst werden laut der Mitteilung der Betreiber zur Verarbeitung des Erlebten von einer psychosozialen Beraterin unterstützt. Diese habe selbst drei Monate nach dem Einsatz noch Anfragen von Gästen bekommen, die Hilfe benötigten. „Dass diese Hilfe in einer solchen Situation nicht von zum Teil gerade mal Anfang 20-jährigen Männern in Ausbildung geleistet werden kann, ist vollkommen klar“, heißt es in der Mitteilung. „Fraglich ist für uns jedoch nach wie vor, warum keine professionelle psychologische Begleitung im Rahmen eines so groß angelegten Einsatzes angeboten wurde.“
City Club kritisiert Vorgehen der Beamten beim Einsatz im Januar
Den Gästen sei etwa Leitungswasser oder Unterstützung während einer Panikattacke verweigert worden, heißt es in der Mitteilung. Eine Person habe erbrochen und keine medizinische Hilfe bekommen. Die Beamten hätten laut den Betreibern und Anwälten des Clubs die Person des Drogenkonsums bezichtigt. „Diese Aussagen stehen nur beispielhaft für den wiederholt unempathischen und unprofessionellen Umgang einiger Einsatzkräfte mit Betroffenen in einer emotionalen und physischen Ausnahmesituation – und zeigen, wo es wohl noch große Lücken in der Ausbildung der gleichen gibt“, lautet es in der Mitteilung.
Seit Dienstag sind die Folgen vier und fünf der Dokumentationsreihe „Real Rookies USK“ online auf der Plattform Joyn verfügbar. In der Serie werden Polizisten in ihrer Ausbildung für das Unterstützungskommando – kurz USK – in Dachau begleitet. Dieser Nachwuchszug war auch an der Durchsuchung am 31. Januar im City Club beteiligt, bei der ein Großaufgebot mit über 200 Einsatzkräften Räumlichkeiten und Gäste des City Clubs intensiv durchsucht hatte. Nach der Razzia gab es viel Kritik. Die Polizei verteidigte ihr Vorgehen unter anderem mit Erkenntnissen, wonach es teils offenen Kokainkonsum in dem Club gegeben habe. Mehrfach sei etwa „direkt von der Theke geschnupft“ worden.
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