Die SG Thierhaupten/Baar (oben) und der SV Nordendorf feierten ausgiebig ihre MeisterschaftFoto: Josef Abt/Karin Tautz
Nachdem nun alle Relegationen ausgespielt sind und in allen Ligen Klarheit herrscht, geht es für die Teams im heimischen Kreis endlich in die wohlverdiente Sommerpause. Während auf Bezirks- und Verbandsebene schon wieder die Vorbereitung auf die neue Spielzeit beginnt, können sich die Spieler aus den unteren Ligen noch etwas erholen. Zeit für uns, um auf die vergangene Saison in den Kreis-, A- und B-Klassen im Landkreis Augsburg zurück zu blicken.
Meisterfeiern im Landkreis Augsburg: So bejubeln die Fußballer ihre Aufstiege
Thierhaupten ist zurück in der Kreisliga, Nordendorf gelingt der Durchmarsch, Gersthofen und Bobingen jubeln. Die Fußball-Meister-Bilder im Überblick.
Enger Nachbarschaftskampf um den Titel in der B-Klasse
B-Klasse Nord Hier lieferten sich die Zweitvertretungen des FC Langweid und des SC Biberbach ein enges Duell um die Meisterschaft. Letztendlich entscheidend war die um zwei Tore bessere Tordifferenz des SCB, denn bei den erreichten Punkten und im direkten Vergleich waren beide Teams auf Augenhöhe. Für beide Mannschaften zeichnete sich vorzeitig der Aufstieg ab, aber das Rennen um den ersten Platz blieb bis zur letzten Minute offen. Biberbach legte mit einem 4:2-Auswärtssieg vor, Langweid spielte erst eine Stunde später und brauchte sieben Tore gegen Firnhaberau II, was ihnen im Hinspiel sogar gelungen war. Bei gleicher Tordifferenz hätten die Langweider den Titel sicher gehabt, da sie über die Saison hinweg mehr Tore geschossen hatten. Am Ende reichte es nur für ein 6:1, jedoch war in einem Liveticker bereits die Rede von einem 8:0, was die Stimmung im schwarz-gelben Lager zunächst etwas trübte. Als kurze Zeit später aber das richtige Ergebnis die Runde machte, war die Freude darüber umso größer.
Letzter wird der TSV Ellgau II, der mit über 100 Gegentoren die Schießbude der Liga war. Nachdem die ersten neun Spiele verloren gingen, konnte man zumindest im Derby gegen Westendorf II mit 4:3 gewinnen. Mit diesem Erfolg begann jedoch eine weitere Negativserie, da die Mannschaft im weiteren Saisonverlauf nur noch einen weiteren Zähler holte. Trotzdem steckte sie nicht auf, sondern trat, bis auf drei Ausnahmen, bis zum letzten Spieltag an.
Der SC Biberbach II feierte mit seinen Spielertrainern Mathias Haake (links) und Max Wiblishauser die Meisterschaft in der B-Klasse.Foto: SC Biberbach
B-Klasse West Im Gegensatz zum TSV Ellgau II konnte weder der BSC Heretsried II noch die SG Biburg/Hainhofen die Saison zu Ende bringen. Beide Teams meldeten sich zur Rückrunde vom Spielbetrieb ab, wodurch teilweise bis zu vier Teams pro Spieltag keinen Einsatz hatten. Die wenigsten Probleme bereitete dieser Umstand den Zweitvertretungen des TSV Neusäß und der SpVgg Auerbach-Streitheim, welche die ersten beiden Plätze belegten. Die Rothtaler kehren damit nach einem Jahr gleich wieder in die A-Klasse zurück. Großen Anteil am Neusässer Titel hatte Torjäger Sezer Buldan, der in 20 Spielen 31 mal traf. Die anderen beiden Vorjahresabsteiger Anhausen II und Täfertingen II schafften es nicht in den Aufstiegskampf einzugreifen. Dagegen mischte Deuringen II lange oben mit und stand zwischenzeitlich sogar an der Spitze der Liga. Am Ende wurde man Dritter.
Nordendorfer Durchmarsch geht weiter, Fünfkampf im Nordwesten
A-Klasse Nord Nach drei Jahren in der B-Klasse folgte beim SV Nordendorf letztes Jahr als Vizemeister der Aufstieg in die A-Klasse. Dort konnte man von Anfang gut punkten und es entwickelte sich unter mehreren Teams ein spannender Kampf um die vorderen Plätze. Erst im letzten Saisonspiel gegen den zweitplatzierten TSV Meitingen II fiel die Entscheidung. Vor 450 Zuschauern siegte Nordendorf 1:0 und holte den Titel. Für die Bezirksligavertretung des TSV war es die dritte Niederlage in Folge, sie verlor sogar noch den Relegationsplatz, obwohl man lange Zeit die Tabelle anführte. So verpassten die Meitinger das mögliche Relegationsderby gegen den VfL Westendorf, der sich dem FC Affing II geschlagen geben musste und so nach dem letztjährigen Aufstieg über die Relegation nun auf dem gleichen Weg wieder aus der Kreisklasse absteigt.
Abstieg: Westendorf unterliegt nach Gelb-Rot deutlich
Der VfL Westendorf verliert mit 0:4 und steigt ab. Hier sind die besten Bilder vom Relagationsspiel VfL Westendorf gegen FC Affing II.
Ebenso steht für die Zweitvertretung der SG Thierhaupten/Baar nach nur einem Jahr wieder der Abschied aus der A-Klasse an. Man rutschte mit einer Niederlage gegen ebenfalls abstiegsbedrohte Rehlinger am vorletzten Spieltag auf den letzten Platz ab. Dadurch ergab sich ein Finale im letzten Saisonspiel. Echsheim-Reicherstein II reichte ein 0:0-Unentschieden, um einen Punkt vor Thierhaupten/Baar II zu bleiben und deren Abstieg zu besiegeln.
Der TSV Ellgau baute dafür frühzeitig das nötige Punktepolster auf und schaffte es mit zehn Zählern Vorsprung, dem Abstiegskampf zu entgehen. Der Kreisklassen-Absteiger VfR Foret erreichte dank einer starken Heimbilanz und Yusuf Aktürk, dem mit 27 Treffern besten Torschützen der Liga, den siebten Platz. Mit drei Punkten mehr landete die SG Lützelburg/Achsheim auf Platz fünf.
A-Klasse Nordwest Bekanntlich ist das zweite Jahr nach dem Aufstieg oft das schwierigere. Diese Erfahrung musste auch der BSC Heretsried machen. Dabei startete der BSC verheißungsvoll mit einem 2:1-Auswärtssieg gegen die SG Bonstetten/Reutern/Zusamzell-Hegnenbach in die Saison. Doch in den folgenden 23 Spielen holte man keinen einzigen Punkt mehr und schoss lediglich zehn weitere Tore. So brauchten sich unter anderem der FC Horgau II, der Hainhofer SV und die SG Emersacker/Welden II keine Sorgen um den Abstieg machen.
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Dafür ging es in der oberen Tabellenregion sehr eng zu. Vor dem vorletzten Spieltag hatten noch fünf Mannschaften Chancen auf den Aufstieg. Danach stand Batzenhofens Meisterschaft fest. Der CSC spielte eine starke Rückrunde, nachdem er zu Jahresanfang noch auf Platz vier lag. Zweiter wurde der SV Adelsried, der sich wegen des besseren direkten Vergleichs gegenüber Wörleschwang durchsetzte und sich für die Relegation qualifizierte. Dort sah es lange so aus, als könnten sie gegen die SpVgg Deuringen gewinnen. Deuringen gelang in Unterzahl mit der letzten Aktion des Spiels aber noch der Ausgleich und im Elfmeterschießen saß dann sogar jeder Schuss. Adelsried vergab einmal, verlor das Spiel 6:8 und verbleibt in der A-Klasse.
Enttäuschte Adelsrieder nach der verlorenen Kreisklassen-Relegation gegen Deuringen.Foto: Marcus Merk
Thierhaupten feiert die Rückkehr in die Kreisliga, Baiershofen hält die Kreisklasse
Kreisklasse Nord Im Gegensatz zur zweiten Mannschaft der Spielgemeinschaft Thierhaupten/Baar habendie Kicker der „Ersten“ Grund zur Freude. Diese sicherte sich nämlich einen Spieltag vor Schluss mit einem 8:0 in Erlingen die Meisterschaft und kehrt somit nach vier Jahren wieder in die Kreisliga zurück. Großen Anteil daran hatte das vor zwei Jahren installierte Spielertrainergespann Kefer/Schröttle. Matthias Kefer kann damit schon seinen zweiten Kreisligaaufstieg, dritten Meistertitel und insgesamt vierten Aufstieg als Trainer bejubeln. Dabei hat er jedoch keinen Favoriten: „Jeder Aufstieg war einzigartig“, sagt er. Nachdem seine Jungs schon am vorletzten Spieltag und zum Saisonabschluss feiern konnten, lassen sie es bei der Einweihungsparty des neuen Sportheims noch einmal krachen. „Meister wird man nicht alle Tage, das ist etwas Besonderes.“
Seine Mannschaft stellte mit 99:18 Toren sowohl die beste Offensive als auch die beste Defensive der Liga und musste sich in nur zwei Spielen geschlagen geben. Das lockte auch viele Zuschauer, denn im Schnitt kamen 189 Fans pro Spiel nach Thierhaupten, was ebenfalls den Höchstwert der Liga darstellt. Auch wenn der Aufstieg vor der Saison nicht als Ziel ausgegeben wurde, hofft Kefer, dass sich seine Spieler schnell an das neue Niveau anpassen und man bei sechs Spielen mehr die „Herkulesaufgabe“ Klassenerhalt besteht.
SVT-Spielertrainer Matthias Kefer (links) war mit seinem Team den Gegnern oft einen Schritt voraus.Foto: Andreas Lode
Hinter dem SVT beendete der TSV Gersthofen II die Spielzeit als Vizemeister und durfte in der Aufstiegsrelegation antreten. Nach 90 Minuten hieß es dort 2:1 für die SG Münster/Holzheim, wodurch die Bezirksligareserve weiter in der Kreisklasse verbleibt. Gablingen und Biberbach rangieren auf den Folgeplätzen, für beide Teams war der Abstand nach vorne allerdings stets zu groß, um ein größeres Aufstiegsrennen zu starten. Neben dem FC Langweid und dem SV Erlingen konnte auch der Aufsteiger aus Herbertshofen sicher die Liga halten. In der neuen Saison wird der TSV diese Aufgabe ohne Markus Nowak angehen müssen. Nach insgesamt 13 Jahren im Traineramt bei der ersten und zweiten Mannschaft ist nun Schluss in Herbertshofen. Zudem verlässt auch Co-Trainer Stefan Rieder den Verein.
Für Gersthofens Zweite ist nach dem ersten Spiel Schluss
Leitershofer Aufholjagd wird belohnt, Deuringen mit Rettung in letzter Sekunde
Kreisklasse West Durch eine unglaubliche Aufholjagd kürte sich der TSV Leitershofen zum Rückrundenmeister und erspielte sich am letzten Spieltag im direkten Duell gegen den TSV Walkertshofen noch die Aufstiegsrelegation. Durch einen 6:3-Auswärtssieg gelang tatsächlich der Sprung auf Platz zwei. In der folgenden Relegation gelang Kapitän Max Wieland in der 85. Spielminute der umjubelte 2:1 Siegtreffer gegen den SV Hammerschmiede. Den endgültigen Aufstieg konnten die Leitershofer dann drei Tage später feiern. Denn durch den Erfolg in der Bezirksrelegation von Tur Abdin Augsburg wurden genügend Plätze in der Kreisliga frei, wodurch das Zweitrundenspiel gegen Türkspor Augsburg II entfiel.
Max Wieland (unten) und Tobias Mayer freuen sich über das letztendlich entscheidende Tor zum Aufstieg in die Kreisliga.Foto: Marcus Merk
Auch die SpVgg Deuringen musste in die Saisonverlängerung gehen und traf dort auf den SV Adelsried. Dieser wurde im Elfmeterschießen besiegt und so konnte Deuringen doch noch den Klassenerhalt bejubeln. Hilfreich war im Vorfeld sicher auch der Derbysieg im letzten Spiel gegen die TSG Stadtbergen, welche schon am Pfingstmontag das Saisonziel Klassenerhalt erreichte, obwohl man in der Hinrunde kein Spiel für sich entschieden hatte. Vier Siege in der Rückserie reichten am Ende; weniger schaffte nur der TSV Ustersbach, welcher seit dem vierten Spieltag den Abstiegsplatz nicht mehr verlassen konnte.
Eine relativ entspannte Saison erlebten der FC Schmutter, der SV Gessertshausen und der TSV Dinkelscherben II. Nach einem starken Saisonstart hielt sich der SSV Anhausen lange in der Spitzengruppe, rutschte im weiteren Verlauf ab und schloss die Saison mit einem Torverhältnis von 50:50 im Mittelfeld ab. Eine gegenläufige Entwicklung war beim TSV Täfertingen zu beobachten, da tat man sich nach der letztjährigen Vizemeisterschaft zu Beginn dieser Saison schwer, Punkte zu sammeln. Das änderte sich aber und es sprang noch ein vierter Platz heraus. Die beiden Kreisliga-Absteiger Westheim und Auerbach-Streitheim mischten lange im Aufstiegsrennen mit, konnten sich jedoch im Schlussspurt nicht belohnen und belegten am Ende die Plätze fünf und sechs.
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