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Schiedsrichter: Knut Kircher spricht in Augsburg über Fehler und Videobeweis

Augsburg

Auftritt in Augsburg: Schiri-Chef Knut Kircher will trotz Fehlern bei FCA-Spielen weniger Videobeweise

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    Schiedsrichter-Chef Knut Kircher (rechts) bei einem Podiumsgespräch in Augsburg.
    Schiedsrichter-Chef Knut Kircher (rechts) bei einem Podiumsgespräch in Augsburg. Foto: Lukas Hinterreiter

    Wenn Knut Kircher sich hätte aussuchen können, wären der 20. und 21. Spieltag in der Bundesliga sicher anders gelaufen. Am liebsten natürlich ganz ohne Fehlentscheidungen, aber wenn doch, dann eben zumindest nicht in Augsburg, just vor seinem Besuch bei der hiesigen Schiedsrichtergruppe. Doch so musste sich der Chef der deutschen Unparteiischen den Fragen und kritischen Blicken der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter stellen – von denen viele zwar meist unparteiisch, aber in der Bundesliga Fans des FCA sind. Es sollte ein ehrlicher Abend werden.

    Auf der Bühne beantwortete Kircher Fragen eines alten Weggefährten – Georg Schalk, der jährlich einen Stargast nach Augsburg einlädt und einst selbst Schiedsrichter in der Zweiten Bundesliga und Redakteur der Augsburger Allgemeinen war. Um jene beiden Szenen, die in Augsburg zuletzt die Gemüter erhitzt hatten, kam die Veranstaltung natürlich nicht umher: die beiden Elfmeter gegen St. Pauli und in Mainz, beide zu Unrecht trotz Video-Assistent gegeben und beide gegen den FCA. Aber Kircher bewahrt demonstrativ die Ruhe.

    Knut Kircher erklärt die VAR-Fehlentscheidungen beim FC Augsburg

    Ja, das seien Fehler gewesen, sagt er, und bittet doch um Verständnis: „Auf der Couch mit einem Puls von 58“, wie Kircher sagt, falle es immer leichter, heikle Szenen zu bewerten. Doch auch in der Kommunikation unter den Schiedsrichtern und der Frage wie schnell und oft der Video-Assistent eingreift, gebe es einiges zu beachten. Immer wieder werden Rufe nach Sperren für Schiedsrichter nach Fehlern laut. Auch wenn in der Bundesliga „leistungsorientiert“ angesetzt werden soll, wie Kircher sagt, hält er nichts von Strafenkatalogen. Und sagt: „Um Sicherheit zu gewinnen, muss man in der Praxis bleiben“, sagt er.

    Was vielen – und offenbar auch Kircher – missfallen hatte, war beide Male die ausgebliebene Intervention des Video-Assistenten. Dabei passt das in die Richtung, in die auch Kircher den sogenannten VAR gerne entwickeln würde. Er will, dass nur klar falsche Entscheidungen korrigiert werden und starke Schiedsrichter. Und dabei zugleich keine falsche Zurückhaltung, wie in beiden Augsburger Fällen. In den Gesprächen nach der Veranstaltung stimmen ihm dabei einige Zuhörer zu.

    Zu den bayerischen Spitzenschiedsrichtern verkündete Kircher, dass der ehemalige Weltschiedsrichter Felix Brych bald die Führung des Zweitligakaders übernehmen wird wie auch, dass Deniz Aytekins zukünftige Aufgaben noch offen sind, wenn er im Sommer aufhört. Auch über ein möglicherweise nahendes Karriereende des Allgäuers Robert Hartmann sprach Kircher. Und die schwäbische Hoffnung Felix Wagner: Der 25-Jährige aus Glött im Landkreis Dillingen sei „ein cooler Typ, der einiges mitbringt“, und dem man in der Zweiten Liga Vertrauen schenke.

    Transparenzhinweis:

    Der Autor ist Mitglied der Schiedsrichtervereinigung Augsburg, die Knut Kircher nach Augsburg eingeladen hatte.

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