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Tour de Suisse: Marco Brenner will Formhoch bei Heimrennen seines Schweizer Rennstalls Tudor pro Cylcing nutzen

Radsport

Comeback nach Sturz und Krankheit: Radprofi Marco Brenner will bei der Tour de Suisse punkten

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    Der Augsburger Radprofi Marco Brenner möchte bei der Tour de Suisse vorne mitfahren.
    Der Augsburger Radprofi Marco Brenner möchte bei der Tour de Suisse vorne mitfahren. Foto: Tudor

    Die paar ruhigen Stunden im Zug taten dem Augsburger Radprofi Marco Brenner vor ein paar Tagen richtig gut. Er hatte eine logistische Marathontour hinter sich: Vom Endpunkt des französischen Etappenrennens Boucles de la Mayenne in Laval (zwischen Le Mans und Rennes) ging es mit dem Auto nach Paris, per Flieger nach Wien und dann mit der Bahn an seinen Wohnort Salzburg. Hinter dem 23-jährigen Tudor-Fahrer liegt ein starkes Comeback – und vor ihm ein Saisonhighlight für seinen Schweizer Rennstall, die Tour de Suisse, die am 17. Juni startet.

    Marco Brenner überzeugt bei Boucles de la Mayenne

    Mit dem zehnten Platz im Gesamtklassement der Boucles de la Mayenne hat Brenner bewiesen, dass die Formkurve nach oben zeigt. Die viertägige Rundfahrt der zweitklassigen UCIpro-Series wird im Nordwesten Frankreichs ausgetragen. Den Gesamtsieg sicherte sich der Franzose Benoît Cosnefroy. Für Brenner persönlich war der Auftritt ein Erfolg: Innerhalb seines Teams Tudor Pro Cycling war er der stärkste Fahrer und sicherte dem Schweizer Rennstall als einziger Profi in den Top 10 ein wichtiges Ergebnis im Gesamtklassement. „Ich bin damit zufrieden, denn die Rundfahrt war eher auf die Sprinter zugeschnitten. Für mich war es eher wichtig, vor der Tour de Suisse noch ein paar Rennen zu fahren“, resümiert der gebürtige Augsburger.

    Vor allem auf der bergigen Königsetappe (2. Etappe) zeigte er sich angriffslustig und belohnte sich mit Rang neun. Einzig das extrem kurze, technische Prologzeitfahren lag ihm nicht und verhinderte ein noch besseres Ergebnis. „Mit meiner Form bin ich durchaus zufrieden“, so Brenner.

    Furioser Start bei der Tour Down Under, schwerer Sturz bei der Baskenlandrundfahrt

    Nach einem furiosen Saisonauftakt in Australien, bei dem er die renommierte Tour Down Under auf einem herausragenden vierten Gesamtrang beendete, folgte im Frühjahr ein heftiger Dämpfer im Norden Spaniens. Bei der hochkarätig besetzten Baskenland-Rundfahrt war Brenner vielversprechend mit einem starken 27. Platz im Einzelzeitfahren gestartet. Doch auf der zweiten Etappe kam es zu einem heftigen Sturz: Inmitten des nervösen Hauptfeldes ging Brenner bei hohem Tempo zu Boden. Er musste das Rennen mit starken Prellungen aufgeben.

    Nachdem er sich von diesem Unfall mühsam zurückgekämpft hatte und bei der Tour de Romandie angetreten war, schwächte ihn der nächste Rückschlag: Ein hartnäckiger Infekt zwang ihn, krank vor der letzten Etappe zu passen. Die Konsequenz war eine vierwöchige Rennpause, die er fokussiert in seiner Wahlheimat nutzte: „Ich habe mir richtig Zeit genommen, um mich zu erholen und zu Hause in Salzburg zu trainieren.“

    Tour de Suisse: Zweites Heimrennen für Brenners Rennstall Tudor pro Cycling

    Das Rennen im Nordwesten Frankreichs diente nun als optimaler Rhythmusgeber: „Das war ein guter Einstieg und die nächsten 14 Tage hole ich mir jetzt noch den Feinschliff für die Tour de Suisse.“ Für Brenners Arbeitgeber, das Tudor Pro Cycling Team, ist die Tour de Suisse nach der Tour de Romandie das zweitwichtigste Heimrennen des Jahres. Der Rennstall kommt ursprünglich aus der französischsprachigen Westschweiz (der Romandie). Heute agiert der Rennstall unter der Führung der Schweizer Radsportlegende Fabian Cancellara – dem zweifachen Olympiasieger – aus dem neu gebauten Hauptsitz im Kanton Luzern.

    Giro: Tudor pro Cycling mit positiver Nachricht

    Die Erwartungshaltung des Chefs für das anstehende Heimrennen ist hoch, zumal die bisherige Saison des Schweizer ProTeams nicht ganz nach Wunsch verlief, auch wenn es jetzt beim Giro d’ Italia mit dem siebten Platz des Australiers Michael Storer im Gesamtklassement eine positive Nachricht gab. Insgesamt fehlt dem Team derzeit die Durchschlagskraft in den Massenankünften, da der niederländische Top-Sprinter Arvid de Kleijn verletzungsbedingt ausfällt. Umso mehr Last ruht auf den Schultern der Klassementfahrer wie Marco Brenner. Der ist voll motiviert: „Jetzt habe ich noch eine zweite Chance, in der Schweiz etwas zu reißen. Mein Ziel ist es, auf das Gesamtklassement zu fahren.“

    Kein Start bei der Tour de France

    Trotz Medienspekulationen erteilt der 23-Jährige Gerüchten über einen kurzfristigen Start bei der Tour de France eine Absage. „Ich habe dieses Jahr bewusst gesagt, ich halte mich beim Giro und der Tour raus, um nach meinem schweren Unfall wieder reinzukommen. Für mich ist die Vuelta aktuell das Ziel als die große Rundfahrt.“

    Monatelange Reha nach Sturz beim Giro im Mai 2025

    Brenner war am 30. Mai 2025 auf der 19. Etappe des Giro d’Italia mit 50 km/h schwer über eine Leitplanke gestürzt, hatte sich die Schulter ausgekugelt sowie schwere Knie- und Oberschenkelverletzungen zugezogen. Erst nach monatelanger Rehabilitation und psychologischer Betreuung kehrte er im Herbst 2025 ins Peloton zurück. Diese Saison gilt daher als Aufbaujahr und die Vuelta, das letzte Rennen der Grand Tour (Giro, Tour de France, Vuelta) im Spätsommer soll somit der Höhepunkt werden – ein Pflaster, das ihm liegt. 2022 war er dort als 19-Jähriger auf Platz fünf gefahren.

    Tour de Suisse startet in Italien

    Zunächst zählt für den Augsburger aber nur die Gegenwart. Nach ein paar Tagen Erholung wird er noch zwei, drei intensive Trainingsblöcke absolvieren und dann geht es schon in die Schweiz. Erst zum Eintagesrennen in Gippingen und drei Tage später startet dann die Tour de Suisse. Allerdings zum ersten Mal in der Geschichte im Ausland. Der offizielle Startort ist Sondrio im Veltlin (Italien).

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