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Uniklinik Augsburg (UKA) und Pflegeeinrichtungen setzen Roboter ein

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„Roboter-Revolution“? Wie Maschinen den Pflegenotstand in Augsburg beheben sollen

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    An der Augsburger Uniklinik kommen seit Kurzem mobile Roboter zum Einsatz, die Patienten begleiten und Pflegekräfte entlasten sollen. In Pflegeeinrichtungen hilft „Robbe Paro“ unter anderem demenzkranken Menschen.
    An der Augsburger Uniklinik kommen seit Kurzem mobile Roboter zum Einsatz, die Patienten begleiten und Pflegekräfte entlasten sollen. In Pflegeeinrichtungen hilft „Robbe Paro“ unter anderem demenzkranken Menschen. Foto: Marcus Merk / Uli Deck, dpa

    Die Augsburger Uniklinik hat mehr als 7300 Angestellte, Männer und Frauen aus etwa 100 Nationen. Eines haben sie alle aber gemein: Sie sind Menschen. Bei vieren, die den Kollegenkreis kürzlich erweitert haben, ist das anders. Sie haben Räder statt Beinen, beziehen kein Gehalt, kommen vorerst befristet zum Einsatz – und leisten doch Arbeit, von der man sich am UKA langfristig Großes verspricht: mobile Roboter. Sie sind die Vorboten eines medizinischen Mega-Trends, der den Kampf gegen Pflegenotstand verändern könnte.

    Die vier neuen Roboter an der Uniklinik kosten pro Stück 10.000 bis 15.000 Euro und sind Teil eines sechsmonatigen Tests. Derzeit kommen sie in zwei Schwerpunktbereichen zum Einsatz: Eingang/Ambulanz und Pflege. Die etwas mehr als hüfthohen Gefährte im Eingangsbereich sind eine Art Begleitservice. Über ein Tablet können Patienten und Besucher eine bestimmte Abteilung im Erdgeschoss eingeben – der Roboter fährt dann voraus und weist so den Weg zum Ziel. Im Stationsbereich ist ein anderes Roboter-Modell vor allem mit Transport-Aufgaben betraut: Mit Gute-Laune-Melodie bringt er in einer „Pilotstation“ Getränke, Geschirr oder Verbandsmaterial von Zimmer zu Zimmer; in der Strahlenambulanz unterstützt ein Roboter Personal beim Transport von Blutröhrchen.

    Uniklinik Augsburg (UKA) testet vier Serviceroboter - auch in der Pflege

    Susanne Arnold, Pflegedirektorin am UKA, sagt, im Bereich Begleitung, Service und Transport sehe man „einen guten Einstieg, unseren Pflegeroboter in den Pflegealltag zu integrieren.“ Ziel sei, mit den Anwendern gemeinsam Möglichkeiten zu finden, wie die Roboter im Alltag „wirklich unterstützen können und durch die Übernahme von Routinetätigkeiten Entlastung für Pflegende schaffen“. Es gehe auch darum, alle Beteiligten an die neuen Techniken zu gewöhnen, die Akzeptanz von Patientenseite sei aber „erstaunlich“ hoch. In Patientenzimmern selbst kämen die Roboter noch nicht zum Einsatz, vor allem aus technischen Gründen.

    Im Eingangsbereich der Uniklinik begleiten mobile Roboter Patienten und Gäste zum gewünschten Ziel.
    Im Eingangsbereich der Uniklinik begleiten mobile Roboter Patienten und Gäste zum gewünschten Ziel. Foto: Marcus Merk

    Doch werden Roboter auch direkt „am Patienten“ zum Einsatz kommen, etwa als Pflegeroboter? „Das wird genau zu prüfen und zu testen sein“, sagt Arnold etwas zurückhaltend. Der Fokus liege derzeit auf dem „Service für Pflegende“, um sie von Standardtätigkeiten zu entlasten. „Für den Einsatz am Patienten gibt es auf dem Markt noch keine passenden Roboter für die Pflege. Sollte es in der Zukunft welche geben, wäre natürlich auch ein patientennaher Einsatz denkbar.“ Als Beispiel nennt sie die „Mobilisation“, wenn also Patienten etwa nach einem Unfall ihre Bewegungsfähigkeit wieder erlangen sollen. Ein solcher Einsatz, betont Arnold, werde aber immer im Beisein einer ausgebildeten Pflegekraft erfolgen und „nie den Menschen ersetzen können“. Im Vordergrund stehe die Unterstützung und Entlastung der Pflegekraft, „nicht deren Austausch“.

    Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen setzen verstärkt auf Roboter

    Mit dem Test nimmt das UKA so etwas wie eine Vorreiterrolle in Augsburg ein. An der Klinik Vincentinum etwa kommen derzeit nach Auskunft einer Sprecherin bislang keine Roboter zum Einsatz. Dies werde sich aber „mutmaßlich mittelfristig“ ändern. Man sehe Einsatzmöglichkeiten „weniger in der Pflege selbst, als in unterstützenden Tätigkeiten wie zum Beispiel dem Transport und der Reinigung von Dingen oder dem Aufheben einer heruntergefallenen Sache.“ Auch zur Information oder als Orientierungshilfe könnten sie eingesetzt werden.

    Die technische Infrastruktur für den Roboter-Einsatz ist komplex, gerade im sensiblen Gesundheitsbereich. Dies zeigt sich auch in Augsburger Pflegeeinrichtungen, die zwar alle Interesse bekunden, selbst aber bislang kaum Roboter einsetzen – auch, weil es teils an Grundsätzlichem fehlt. Die städtische Altenhilfe etwa ist nach Auskunft von Werkleiter Kristian Greite noch dabei, den Wlan-Zugang in ihren fünf Senioreneinrichtungen flächendeckend auszubauen. Damit würden „langfristig“ Grundlagen für den Einsatz von Robotik geschaffen. Prinzipiell sehe man darin „große Chancen“, um Pflegepersonal zu entlasten und die Lebensqualität älterer Menschen in den Einrichtungen zu erhöhen. Man wolle durch die Technik aber „keinesfalls die menschliche Nähe reduzieren oder damit einschränken“.

    „Robbe Paro“ und Roboter „Max“ können sich mit Patienten unterhalten

    Die Caritas, die in Augsburg mehrere Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe betreibt, steht nach Angaben eines Sprechers „noch am Anfang“. Es gebe wenige robotische Assistenzsysteme, „die bereits ausgereift auf dem Markt verfügbar sind. Die wenigen sind in der Anschaffung sehr teuer und ohne Fördermittel oft nicht leistbar.“ Man teste derzeit zumindest Service- und Reinigungsroboter.

    Eine immer größere Rolle spielen gerade in Pflegeeinrichtungen Roboter, die mit Menschen interagieren können. Eine Einrichtung der Diözese Augsburg ist derzeit dabei, die „Robbe Paro“ anzuschaffen – eine Art Roboter-Kuscheltier mit niedlichem Gesicht und flauschigem Fell, das auf Ansprache reagiert. Es wecke, so der Sprecher, den Beschützerinstinkt, baue Stress ab und helfe insbesondere Menschen mit Demenz. Er wisse von anderen Einrichtungen im Umkreis, in denen Roboter zum Einsatz kämen, die Menschen nachempfunden seien – wie etwa Roboter „Max“ in einer Tagespflegeeinrichtung am Starnberger See. Er führe dort Gespräche mit den Tagespflegegästen, stelle Fragen, höre den Gästen zu und nehme auch Anteil an ihren Erzählungen. Solche Systeme könnten zur „Bewältigung von Einsamkeit“ beitragen.

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