Seit 2017 wird das Rudolf-Diesel-Gymnasium generalsaniert. Die Arbeiten finden, wie es Schulleiterin Susanne Täufer ausdrückt, am „offenen Herzen“ statt: Es gibt keine Container, in die die Klassen ausweichen könnten. Schüler und Lehrer werden deshalb jeweils in den Gebäudeteilen unterrichtet, die nicht von Baumaßnahmen betroffen sind. Zum Glück, denn am Dienstag ereignete sich ein Zwischenfall auf der Baustelle, bei dem die Fensterfront eines Klassenzimmers zerstört wurde. Verletzt wurde niemand.
Weite Teile des Gymnasiums sind bereits saniert. Erst nach den Osterferien konnte der Nordtrakt mit zahlreichen Klassenzimmern in Betrieb genommen werden. Im dritten Stockwerk fanden dort in den vergangenen Wochen die Abiturprüfungen statt. Dort sei es vergleichsweise ruhig, sagen Täufer und ihr Stellvertreter Bernd Schilcher. Während die beiden Enden des Gebäudes fertig sind, laufen die Bauarbeiten in der Mitte. Zwei Kräne stehen an den Seiten des Gebäudes. Dort kam es am Dienstag zu dem Zwischenfall: Eine am Kran angehängte Gitterbox verfing sich in einem der Bäume auf dem Schulgelände und schlug auf der östlichen Gebäudeseite in die Fensterfront des Klassenzimmers einer fünften Klasse im zweiten Obergeschoss ein.
Das Fenster wurde komplett zerstört, die Jalousie und die Fassade stark beschädigt
„Dadurch wurde das Fenster komplett zerstört und die Jalousie sowie die Fassade des Gebäudes stark beschädigt“, so Täufer. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt, da das Klassenzimmer gegen 14.30 Uhr nicht belegt war. „Jetzt hatten wir schon das zweite Mal Glück im Unglück.“ Vor einem Jahr durchschlug der schwere Standfuß eines Bauzauns das verglaste Dach der Aula. Verletzt wurde auch damals niemand.
Stadt optimiert nach dem Vorfall das Sicherheitskonzept auf der Baustelle
Die Eltern wurden nach dem Vorfall durch einen Elternbrief informiert, Architekt und Vertreter der Stadt waren am Mittwoch vor Ort. Baureferent Steffen Kercher betont: „Eine Baustelle im laufenden Schulbetrieb ist eine große Herausforderung – besonders im Bereich Sicherheit. Den jüngsten Zwischenfall nehmen wir sehr ernst und zum Anlass, das aktuelle Konzept noch einmal zu optimieren.“ Die Stadt erarbeite zusammen mit den Baufirmen Maßnahmen, die einen erneuten derartigen Zwischenfall verhindern sollen.
Schulleiterin Täufer ist froh, dass so schnell reagiert wird. Generell erhofft sie sich von der neuen Stadtregierung eine „höhere Wertschätzung für die Schulen“. Es seien im Wahlkampf viele Versprechen gemacht worden. Sie hofft, dass das keine „Lippenbekenntnisse“ bleiben.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren