Wer 2026 noch mit einem Verbrennungsmotor unterwegs ist, muss sich auf steigende Spritpreise einstellen. Der ADAC fordert höhere Preise für Benzin und Diesel – doch was steckt hinter dieser Forderung und wie stark könnten die Kosten für Autofahrer tatsächlich steigen?
Warum fordert der ADAC höhere Spritpreise?
Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung macht ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand deutlich, dass sich aus seiner Sicht im Verkehrssektor grundlegend etwas ändern müsse. Deshalb spricht er sich für höhere Spritpreise aus: Benzin und Diesel sollen teurer werden.
Wie hoch der Spritpreis konkret sein sollte, lässt Hillebrand offen. Klar ist jedoch: Fossile Kraftstoffe müssten künftig teurer sein als Strom für Elektroautos. Nur so lasse sich ein echter Anreiz schaffen, vom Verbrenner auf ein E-Auto umzusteigen. Denn „wer auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist und dort mehr zahlt als an der Zapfsäule, fühlt sich wie der Dumme“, so Hillebrand. Um das zu umgehen, plädiert er dafür, die Spritpreise anzuheben.
Neben höheren Spritpreisen fordert der ADAC-Verkehrspräsident mehr Transparenz beim Stromtanken: „An jeder Säule muss gut sichtbar angezeigt werden, was eine Kilowattstunde und was der komplette Ladevorgang kosten.“ Derzeit sind die Preise dem ADAC zufolge noch oft unklar. Jeder Anbieter hat eigene Modelle, mit oder ohne Grundgebühr, und teils mit zusätzlichen Aufschlägen nach einer bestimmten Ladezeit.
Spritpreise 2026: Wie teuer wird das Tanken?
Die Höhe der Spritpreise hängt unter anderem von den CO₂-Abgaben ab. Laut ADAC wurde die sogenannte CO₂-Steuer im Jahr 2021 eingeführt, um das Fahren mit klimaschädlichen Kraftstoffen teurer und damit weniger attraktiv zu machen. Zu Beginn lag der Preis bei 25 Euro pro Tonne CO₂. Das bedeutete einen Aufschlag von etwa sieben Cent pro Liter Benzin und acht Cent pro Liter Diesel im Vergleich zum Vorjahr. Der CO₂-Preis steigt stufenweise gemäß politischem Beschluss.
Ab 2026 soll der CO₂-Preis laut ADAC-Berechnungen auf 55 bis 65 Euro pro Tonne steigen, was die Spritpreise entsprechend erhöhen würde. Für Autofahrer mit Verbrennermotor bedeutet das: Benzin könnte 2026 rund drei Cent pro Liter teurer werden, Diesel etwas mehr als drei Cent.
Wenn Benzin und Diesel zu teuer werden: Lohnt sich der Umstieg auf ein E-Auto?
Elektroautos werden immer beliebter. Doch in Deutschland sind sie noch längst nicht so verbreitet wie in einigen anderen europäischen Ländern. Laut Statistischem Bundesamt hatten 2024 nur 13,5 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge einen Elektroantrieb.
Zum Vergleich: In Norwegen waren es 2025 fast 90 Prozent, in Dänemark knapp über die Hälfte aller Neuwagen. Deutschland liegt derzeit also noch deutlich zurück.
Ein Grund dafür ist laut ADAC oft der hohe Kaufpreis: E-Autos sind in der Anschaffung meist deutlich teurer als vergleichbare Verbrennerfahrzeuge. Dafür sparen E-Auto-Fahrer langfristig bei den Energiekosten und Steuern. Betrachtet man alle Kosten – Anschaffung, Energie und Steuern – schneiden E-Autos im Vergleich zu Benzin- oder Diesel-Fahrzeugen oft sogar günstiger ab.
Auch die Reichweite hält viele vom Umstieg ab. Lange Ladezeiten oder die Sorge, unterwegs stehenzubleiben, schrecken potenzielle Käufer ab. Hillebrand zufolge hat sich diese Sorge aber „eigentlich erledigt“: Moderne E-Autos verfügen über deutlich leistungsfähigere Akkus als die ersten Modelle. Heute gebe es bereits Fahrzeuge, „die mit einer Ladung 700 Kilometer weit kommen und in wenigen Minuten wieder voll sind“, erklärt Hillebrand. Damit sollten Langstrecken problemlos möglich sein.
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