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Auto: Mehr Schlaglöcher auf deutschen Straßen – wer haftet bei Schäden am Fahrzeug?

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Auto: Mehr Schlaglöcher auf deutschen Straßen – wer haftet bei Schäden am Fahrzeug?

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    Schlaglöcher in der Straße treten im Frühjahr beonders häufig auf und können zu erheblichen Schäden am Auto führen.
    Schlaglöcher in der Straße treten im Frühjahr beonders häufig auf und können zu erheblichen Schäden am Auto führen. Foto: bilanol, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Im Frühjahr sollten Autofahrer einige Dinge beachten. Nach einem langen Winter benötigen viele Fahrzeuge eine besondere Pflege und Wartung. Und bald ist auch schon wieder der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel gekommen. Auf vielen Straßen lauert zu dieser Jahreszeit zudem ein besonderes Risiko: Denn über die Wintermonate hinweg entstehen durch die Witterungsbedingungen viele Schlaglöcher. Wer sie übersieht und mit dem Auto darüberfährt, kann sich schnell kostspielige Schäden am Fahrzeug einhandeln. Aber wer trägt in solch einem Fall die Haftung – und kommt die Kfz-Versicherung für den Schaden auf?

    Erhöhtes Risiko für Autofahrer: Wie entstehen Schlaglöcher auf der Straße?

    Das wechselhafte Winterwetter in der Saison 2025/26 hat den Straßen in Deutschland stärker zugesetzt als in den Jahren zuvor, stellt der ADAC fest. Durch häufige Temperaturschwankungen um den Gefrierpunkt seien auf den kommunalen Straßen bundesweit Schäden in Milliardenhöhe entstanden, lautet die Einschätzung des Automobilklubs. Für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer macht sich dieses Problem vor allem in Form von Schlaglöchern im Straßenbelag bemerkbar.

    Diese zu beheben kann für die Kommunen zu einer kostenintensiven Angelegenheit werden, denn pro Schlagloch könnten sich die Kosten für eine kurzfristige Reparatur auf bis zu 200 Euro belaufen. In Karlsruhe gelten laut einem Bericht der Tagesschau beispielsweise 15 Prozent der Straßen durch Schlaglöcher als schwerbeschädigt. In den kommenden Jahren sollen rund 200 Kilometer Asphalt saniert werden. 2026 stellt die Stadt hierfür etwa eine Million Euro zur Verfügung.

    Schlaglöcher entstehen nach Angaben des ADAC insbesondere dann, wenn das Thermometer immer wieder zwischen Plus- und Minusgraden schwankt. Denn dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Regen- oder Schmelzwasser durch bestehende Risse und andere Beschädigungen in die tiefere Straßenschicht eindringt, wo es dann gefriert. Dabei dehnt es sich aus und sprengt den Asphalt noch weiter auf. Klettern dann die Temperaturen wieder über den Gefrierpunkt, taut das unter der Straßenoberfläche gefangene Eis auf und hinterlässt einen Hohlraum, der mit der Zeit von den darüberfahrenden Fahrzeugen eingedrückt wird und ein Schlagloch im Boden hinterlässt. An dieser Stelle kann nun erneut Wasser eindringen, wodurch der Prozess von vorn losgeht und so größere oder weitere Schlaglöcher entstehen.

    Welche Schäden können am Auto durch Schlaglöcher entstehen?

    Schlaglöcher in der Straße sorgen nicht nur für ein holpriges Fahrerlebnis, sondern können auch ernsthafte Schäden am Auto verursachen. Zu den sofort ersichtlichen möglichen Folgen zählen laut Autobild etwa eine beschädigte Felge oder ein platter Reifen. Allerdings können auch Fahrzeugteile betroffen sein, bei denen man den Schaden womöglich nicht direkt bemerkt – wie Stoßdämpfer, Radaufhängung, Fahrwerk oder Bremsscheiben. Autofahrer sollten daher nach dem Passieren eines Schlaglochs auf Alarmsignale wie ein schiefstehendes Lenkrad, Pulsieren im Bremspedal oder ungewohnte Geräusche an der Vorderachse achten und das Fahrzeug zur Sicherheit in einer Werkstatt untersuchen lassen.

    Je nach Schwere des Schadens können in diesem Zuge hohe Reparaturkosten anfallen. Aber ist man als Autofahrer überhaupt selbst schuld, wenn der eigene Pkw durch ein Schlagloch in der Straße beschädigt wird?

    Schäden am Auto durch Schlagloch: Wer haftet in diesem Fall?

    Wie der ADAC erläutert, können je nach Zuständigkeit entweder Bund, Länder, Kommunen oder auch eine Privatperson für den Zustand der Straße verantwortlich sein. Sie sind grundsätzlich verpflichtet, Schäden am Straßenbelag möglichst präventiv zu verhindern, umgehend zu beheben und Verkehrsteilnehmer mit entsprechenden Schildern vor nicht ersichtlichen Gefahrenstellen zu warnen. Prinzipiell liegt die Haftung bei Verkehrsunfällen also bei der jeweils für die Straße verantwortlichen Stelle.

    In der Praxis sei es jedoch meist schwierig nachzuweisen, dass der zuständige Akteur seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen ist, merkt der Gesamtverband der Versicherer (GDV) in einer Pressemitteilung an. Insbesondere für Schadensersatzansprüche gegen den Staat gebe es hohe Hürden, erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Wurden vor der betroffenen Stelle Warnschilder mit Verweis auf Straßenschäden aufgestellt oder waren Autofahrer mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs, stünden die Chancen auf eine Kostenerstattung noch schlechter. Denn dann kann der Schadensersatzanspruch aufgrund der Mithaftung des Fahrers gekürzt werden oder ganz entfallen, wie der ADAC schildert. „Autofahrer müssen grundsätzlich so fahren, dass sie auf erkennbare Gefahren – dazu zählen auch Schlaglöcher – rechtzeitig reagieren können“, erklärt Asmussen.

    Auto mit Schlagloch-Schaden: Übernimmt die Versicherung die Kosten?

    Möglicherweise kann jedoch die Kfz-Versicherung für den Schaden am Auto aufkommen. So decken nach Angaben des GDV viele Vollkaskoversicherungen durch Schlaglöcher verursachte Schäden an verschiedenen Fahrzeugteilen ab. Allerdings müssen Versicherte dabei die vereinbarte Selbstbeteiligung tragen. Zudem sollten sie sich bewusst sein, dass die Versicherung anschließend den eigenen Schadensfreiheitsrabatt herunterstufen könnte, sodass die zu leistenden Beiträge künftig steigen. Hier sollten Autobesitzer also im Einzelfall abwägen, ob sich die Abrechnung über die Versicherung lohnt. Teilkasko- und Kfz-Haftpflichtversicherungen übernehmen die Kosten für Schlagloch-Schäden laut GDV hingegen grundsätzlich nicht.

    Wer den Schaden am Auto bei der Vollkaskoversicherung melden will, sollte auf Anraten des ADAC möglichst zeitnah Beweise sichern. Dafür sollte man das beschädigte Fahrzeug, den betroffenen Straßenabschnitt und das Schlagloch fotografieren. Außerdem ist es hilfreich, die zulässige Höchstgeschwindigkeit, Namen und Kontaktdaten möglicher Zeugen zu notieren und die Polizei sowie die Kfz-Versicherung über den Schaden zu informieren.

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