Startseite
Icon Pfeil nach unten
Auto
Icon Pfeil nach unten

E-Auto im Winter: So beeinflusst die Kälte die Reichweite

Reichweite im Winter

E-Auto im Winter: So beeinflusst die Kälte die Reichweite

  • |
  • |
  • |
  • |
    Schon wieder laden? Bei niedrigen Temperaturen und Minusgraden kann die Reichweite von Elektroautos sinken.
    Schon wieder laden? Bei niedrigen Temperaturen und Minusgraden kann die Reichweite von Elektroautos sinken. Foto: Luckman, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Wenn es draußen kalt wird und sich die Temperaturen im negativen Bereich festsetzen, müssen Autofahrer einiges beachten – egal ob Verbrenner oder E-Antrieb. Dazu zählen kleine Handgriffe wie das Frostschutzmittel aufzufüllen, die Scheibe vor der Fahrt richtig freizukratzen oder bestimmte Alltagsgegenstände nicht im Auto liegenzulassen.

    Aber auch die Fahrweise muss unter Umständen angepasst werden, zum Beispiel bei Glatteisgefahr oder wenn man elektrisch unterwegs ist. Die Batterie von Elektroautos kann nämlich unter den niedrigen Temperaturen im Winter leiden. Wie stark beeinflusst die Kälte die Reichweite von E-Autos?

    Übrigens: Auch bei Kälte und Frost sollte das Auto gewaschen und regelmäßig von Streusalz befreit werden. Sonst können Schäden am Lack entstehen.

    Warum verlieren Elektroautos im Winter an Reichweite?

    E-Autos haben im Winter laut dem ADAC in der Regel eine deutlich geringere Reichweite als im Sommer. Fallen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, schnellt der Verbrauch nach oben. Dafür gibt es dem Automobilclub zufolge zwei Gründe.

    Grund Nummer eins: Im Winter müssen der Innenraum, die Scheiben und unter Umständen auch Sitze sowie das Lenkrad beheizt werden. Diese Energie kommt bei E-Autos laut ADAC aus der Antriebsbatterie. Denn im Gegensatz zum Verbrenner produziert der Elektromotor laut R+V Versicherung keine überschüssige Abwärme, die zum Beheizen genutzt werden kann. Dementsprechend sinkt die Reichweite durch den zusätzlichen Energieverbrauch im Winter.

    Grund Nummer zwei: Auch dem Akku im E-Auto, der im Fahrzeugboden verbaut ist, kann es im Winter (zu) kalt werden. Laut ADAC liegt die „Wohlfühltemperatur“ der Batterie zwischen 20 und 40 Grad Celsius. In diesem Bereich funktioniere die Elektrochemie am besten und der Akku könne seine volle Energie-Kapazität entfalten. Im Winter und insbesondere bei Minusgraden muss der Motor also erst stark aufgewärmt werden, um diesen Temperaturbereich zu erreichen – das kostet viel Energie und senkt die Reichweite. Dabei gilt dem ADAC zufolge: Je größer die Batterie und je kälter die Außentemperatur, desto mehr Energie ist dafür nötig.

    Übrigens: Eine Studie hat gezeigt, dass E-Autos nicht zu schonend gefahren werden sollten, um die Lebensdauer und Reichweite der Batterie zu verlängern. Dafür eigne sich viel eher „reales Fahren“ mit häufigen Beschleunigungen und Bremsvorgängen.

    E-Auto im Winter: Wie beeinflusst die Kälte die Reichweite? Und ab welcher Temperatur?

    Bei Fahrten mit einem E-Auto sollte im Winter grundsätzlich mit einem Mehrverbrauch geplant werden. Wie stark beeinflusst die Kälte aber die Reichweite genau? Dazu gibt es verschiedene Tests und Messungen. Der Schweizer Automobilclub TCS hat die Ergebnisse des NAF aus Norwegen auf öffentlichen Landstraßen und des ADAC aus dem Labor verglichen. Dabei zeigte sich übereinstimmend, dass jedes Grad unter der sogenannten WLTP-Testtemperatur – diese liegt dem ADAC zufolge bei 23 Grad Celsius – die Reichweite um etwa ein Prozent absenkt. Also: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bedeutet das einen Reichweitenverlust von etwa 23 Prozent.

    Bei einem ADAC-Dauertest im Sommer und Winter konnten diese Zahlen ungefähr bestätigt werden. Laut ADAC kam es je nach E-Auto im Mittel zu winterbedingten Mehrverbräuchen von 25 bis 31 Prozent. Das gilt allerdings vor allem für längere Strecken im Winter.

    Im sogenannten Green NCAP-Test, der den Verbrauch von Elektroautos auf Kurz- oder Pendlerstrecken von 23 Kilometern in 30 Minuten testet, zeigte sich dem Automobilclub zufolge ein deutlich höherer Mehrverbrauch. Bei einem komplett ausgekühlten Motor und einer Außentemperatur von -7 Grad Celsius stieg der Verbrauch im Vergleich zum Betrieb bei WLTP-Testtemperatur um 38 bis zu 107 Prozent. Damit ergaben sich Reichweitenverluste von teils über 50 Prozent, die vor allem auf den Kaltstart zurückzuführen sind.

    Übrigens: Neben der Außentemperatur können hohe Geschwindigkeiten, zum Beispiel auf der Autobahn, die Reichweite zusätzlich drücken – das gilt allerdings im Winter und Sommer gleichermaßen.

    Batterie schonen: Wie kann man die E-Auto-Reichweite im Winter steigern?

    Bei E-Autos lässt sich ein Reichweitenverlust im Winter zwar nicht komplett vermeiden, laut der R+V Versicherung kann man aber zumindest etwas gegensteuern. Diese Tipps können die Ausdauer der E-Auto-Batterie bei Kälte verbessern:

    • Während dem Laden vorheizen: Im Winter muss die Batterie erst auf Betriebstemperatur kommen, um ohne Kapazitätsverluste zu funktionieren. Wird das E-Auto vor der Abfahrt vorgeheizt, kann dieses Problem umgangen werden. Besonders effizient ist das, wenn das Fahrzeug noch an ein Ladekabel angeschlossen ist. Die stromsparende Alternative zu diesem Tipp ist laut R+V Versicherung ein warmer Stellplatz für kalte Tage – dafür reicht schon eine Garage.
    • Eco-Modus nutzen: Die meisten E-Autos verfügen über verschiedene Fahrmodi. Im Winter kann der Eco-Modus die Reichweite etwas verbessern, da er zum Beispiel für die Heizung den Energiesparmodus aktiviert und weniger Kraft an die Räder abgibt. Das kann der Versicherung zufolge sogar die Sicherheit auf glatten Straßen erhöhen, da ein Durchdrehen der Reifen verhindert wird.
    • Laden direkt nach der Fahrt: Wenn die Batterie im warmen Zustand direkt nach der Fahrt geladen wird, wirkt sich das zwar nicht unmittelbar auf die Reichweite aus, aber die Lebensdauer des Akkus wird erhöht und der Ladevorgang ist schneller abgeschlossen. Die Kälte kann nämlich die elektrochemischen Prozesse in den Batteriezellen verlangsamen.

    Der ADAC rät außerdem für eine verbesserte Reichweite im Winter dazu, Türen und Fenster nicht länger als nötig zu öffnen, die Heizung auf Umluft zu schalten, damit sich der Innenraum schneller erwärmt, wenn möglich auf die Sitz- und Lenkradheizung zu verzichten und kurze Fahrten mit langen Standzeiten dazwischen zu vermeiden.

    Übrigens: Im Winter sollte man die Winterjacke im Auto lieber ausziehen. Das Kleidungsstück kann nämlich zum Sicherheitsrisiko werden. Das gilt auch für Babys im Auto.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren