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Führerschein-Neuerungen: Was sich bald bei Prüfungen und Fahrstunden ändern soll

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Führerschein-Neuerungen: Was sich bald bei Prüfungen und Fahrstunden ändern soll

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    Die Bundesregierung will eine Führerschein-Reform durchsetzen. Die Eckpunkte hat das Bundesverkehrsministerium nun bekanntgegeben.
    Die Bundesregierung will eine Führerschein-Reform durchsetzen. Die Eckpunkte hat das Bundesverkehrsministerium nun bekanntgegeben. Foto: Dusko, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Die Bundesregierung hatte eine Führerschein-Reform angekündigt und will nun liefern. Eine Arbeitsgruppe des Bundesverkehrsministeriums (BMV) hat einen Entwurf vorgelegt, der viele Vorschläge enthält und eine klare Richtung vorgibt. Demnach zielen die Reformvorschläge vor allem darauf ab, die Fahrausbildung zu vereinfachen und die Kosten für den Führerschein zu senken. Auf Fahrschülerinnen und Fahrschüler könnten einfachere Theorieprüfungen und weniger Fahrstunden warten. Zudem können sie das Fahren wohl bald mit Verwandten üben.

    Führerschein-Reform soll den Führerschein günstiger machen

    Der Führerschein sei in Deutschland derzeit „einfach zu teuer“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Mittwoch, 11. Februar 2026, bei der Vorstellung der Führerschein-Reform. Daher verfolgt sein Ministerium offenbar vor allem ein Ziel: Der Führerschein soll günstiger werden. Eine genaue Zahl kann Schnieder zwar nicht nennen, doch die Vorschläge des Bundesverkehrsministeriums legen nahe, dass sich Fahrschülerinnen und Fahrschüler in Zukunft einiges sparen könnten.

    Die Anzahl an verpflichtenden Sonderfahrten soll reduziert werden. „Wir haben im Moment zwölf Sonderfahrten, europarechtlich vorgeschrieben ist überhaupt keine“, sagte Schnieder. Die Idee seiner Arbeitsgruppe: Für den klassischen Pkw-Führerschein und andere Klassen bis 7,5 Tonnen sollen zukünftig nur noch je eine Autobahn-, Überland- und Nachtfahrt nötig sein. Eine tragende Säule des Plans, die hohen Führerschein-Kosten zu senken.

    Noch günstiger könnte den Führerschein die „Laienausbildung“ machen. „Dahinter verbirgt sich, dass die Schülerinnen und Schüler mit einer nahestehenden Person einen Teil der praktischen Fahrausbildung absolvieren“, heißt es im Entwurf des BMV. Bis zu 1000 Kilometer sollen Fahrschülerinnen und Fahrschüler in Begleitung (vor allem von Verwandten) fahren dürfen. Unter Einhaltung bestimmter Vorschriften, wie dem Führen eines Fahrtenprotokolls. Danach müssen auf dem Weg zur praktischen Fahrprüfung mindestens sechs Fahrstunden und eine Prüfungsvorbereitungsfahrt absolviert werden.

    Der Entwurf sieht auch eine „Preistransparenz“ vor. „Die Preisaushang-Pflicht vor Ort in den Fahrschulen wird gestrichen. Die Fahrschulen werden stattdessen verpflichtet, ihre Preise (z.B. Grundgebühr, Lehrmaterial, Fahrstunde, Sonderfahrt, Vorstellung zur Prüfung) vierteljährlich nach einem einheitlichen Format an die Mobilithek des BMV (zentrale Datenbank) zu melden“, erklärt das BMV. Alle Preise sollen dadurch online einsehbar sein, auch die Durchfallquoten sollen transparenter dargestellt werden.

    Theoretische Fahrprüfung soll einfacher und praktische Prüfung kürzer werden

    Bei den Prüfungen soll die Führerschein-Reform sowohl beim praktischen als auch beim theoretischen Teil ansetzen. Zunächst zur Theorie: Dem Papier des Bundesverkehrsministeriums ist zu entnehmen, dass der Fragenkatalog für die theoretische Prüfung um knapp 30 Prozent reduziert werden soll. Konkret würde er von 1169 auf rund 840 Fragen gestutzt, was für den Führerschein der Klasse B gelte. In diesem Zuge sollen alle Fragen erneut auf ihre Klarheit und Verständlichkeit geprüft werden. Womöglich eine Reaktion auf die hohen Durchfallquoten, die in den letzten Jahren für Diskussionen sorgten. 2024 lag die Durchfallquote bei der Theorieprüfung bei 45 Prozent, im Jahr 2025 nur leicht darunter (44 Prozent), wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete.

    Des Weiteren sollen Fahrschulen zukünftig selbst entscheiden dürfen, ob der Theorieunterricht digital oder in Präsenz stattfindet. Nötige Verpflichtungen wie die formale Feststellung der Prüfungsreife und der Ausbildungsnachweis sollen wegfallen. Die Nutzung von Fahrsimulatoren soll bei allen Führerscheinklassen erlaubt werden. Zudem soll die minimale Fahrzeit laut dem BMV bei der praktischen Fahrprüfung auf 25 Minuten und die allgemeine Prüfungszeit auf 40 Minuten reduziert werden – und sich dadurch am von der Europäischen Union (EU) vorgegebenen Minimum orientieren. Aktuell liegt die Mindestfahrzeit bei 30 Minuten und die Mindestprüfungszeit bei 55 Minuten.

    Alle Führerschein-Neuerungen, die die Reform bringen soll, im Überblick:

    • Weniger verpflichtende Sonderfahrten: Nur noch eine Nacht-, eine Überland- und eine Autobahnfahrt.
    • Laienausbildung: Ein Teil der Fahrausbildung kann mit nahestehenden Personen absolviert werden.
    • Preistransparenz: Fahrschulen müssen ihre Preise vierteljährlich dem BMV melden.
    • Theoretische Prüfung: Fragenkatalog wird auf rund 840 Fragen gestutzt.
    • Praktische Fahrprüfung: Minimale Fahrzeit wird auf 25 Minuten verkürzt.
    • Unterricht: Fahrschulen können sich aussuchen, ob der Theorieunterricht online oder vor Ort absolviert wird. Bei der praktischen Ausbildung sollen Simulatoren eine größere Rolle spielen.

    TÜV und Fahrlehrer üben Kritik an den Plänen für den Führerschein

    Angehende Fahrschülerinnen und Fahrschüler und ihre Eltern dürften die Pläne des Bundesverkehrsministeriums mit Wohlwollen betrachten. Von mehreren Seiten gibt es aber auch Kritik an der geplanten Reform. Die Linke kritisiert die Vorschläge als nicht weitreichend genug, beim TÜV macht man sich Sorgen darüber, dass die Reform für eine „Fahrprüfung light“ sorgen könnte. „Es ist der falsche Weg, die Anforderungen an den Führerscheinerwerb zu senken“, wird Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband, in einer Pressemitteilung des TÜV zitiert. Mit den Plänen könnten „die Erfolge bei der Verkehrssicherheit der letzten Jahrzehnte“ zunichtegemacht werden.

    Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände nennt die Vorschläge des BMV laut t-online.de sogar einen „Schlag ins Gesicht derer, die sich in den vergangenen Jahren für die Verkehrssicherheit“ eingesetzt haben. Es gehe nur noch um die Bezahlbarkeit des Führerscheins. Schnieder wies diese Kritik zurück. Die Sicherheit bleibe weiter „die rote Linie“.

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