Mit Hilfe von Videoüberwachungskameras und des Internets hat die Sondermittlungsgruppe der Bundespolizei nun 28 Verdächtige ermittelt und Anzeigen wegen Sachbeschädigung bei der Staatsanwaltschaft München I erstattet.
Einige Randalierer hatten mit ihren Taten beim Sozialnetzwerk Facebook geprahlt. Dort waren sie aber mit ihrem echten Namen angemeldet. So tat sich die Polizei leicht, die Flashmobteilnehmer zu finden. Außerdem haben die Beamten die Profilbilder mit den Videoaufzeichnungen abgeglichen, berichtet Bundespolizeipressesprecher Berti Habelt. Bislang sind mehr als 50 Personen vernommen worden, 28 waren in der Flashmob-Nacht beim Abschiedstrinken dabei und nach Angaben der Polizei an den Ausschreitungen beteiligt.
Die Täter sind alle im Alter von 16 bis 24 Jahren und wohnen im Bereich des Münchner S-Bahn-Netzes. Auch die Organisatoren der Aktion sind der Polizei bekannt. Sie hatten auf Facebook zum gemeinsamen Besäufnis aufgerufen. Inwiefern die beiden jungen Männer rechtlich verantwortlich gemacht werden können, wird derzeit geprüft.
Schlucken zum Abschied: 2000 Menschen betranken sich in der Münchner S-Bahn
Am 10. Dezember hatten sich mehr als 2000 Menschen zu einem großen Abschiedstrinken in den Münchner S-Bahnen getroffen. Grund für das Besäufnis war das Alkoholverbot in den S-Bahnen, das zum 11. Dezember in Kraft getreten ist. Doch dann eskalierte die Aktion. Es wurden nach Angaben der Deutschen Bahn 65 S-Bahn-Wagen beschädigt, es entstand ein Gesamtschaden von etwa 230.000 Euro. Neben den Strafanzeigen werden wohl auch noch Schadenersatzforderungen der Bahn auf die Beschuldigten zukommen.
Auch in der Woche nach dem S-Bahn-Besäufnis gab es im Berufsverkehr noch Probleme mit den S-Bahnen: Verstärkerzüge fielen aus und auf viele Strecken kam es zu Verspätungen. Die Bahn nannte das Abschiedstrinken als Grund.
In Münchner U-Bahnen, Trambahnen und Bussen gilt das Alkoholverbot bereits seit Mitte 2009, und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) als Betreiber ist zufrieden. Bisher habe sich das Verbot bewährt, sagte ein Sprecher. Größere Auseinandersetzungen mit Fahrgästen zum Thema Alkohol habe es seither nicht gegeben. Wie viele Fahrgäste speziell wegen ihres Alkoholkonsums aus den Bahnen verwiesen wurden, werde statistisch nicht erfasst. Hauptgrund für die Einführung des Trinkverbots sei die Verbesserung der Sicherheit beziehungsweise des subjektiven Sicherheitsgefühls gewesen. mit dpa