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Corona-Pandemie
20.03.2021

Immer mehr Kinder stecken sich mit Corona an

Für Schulkinder gibt es bereits kostenlose Selbsttests, für Kita-Kinder aber nicht. Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert eine Lösung.
Foto: Matthias Balk, dpa

Besonders viele Corona-Infektionen werden in der Gruppe der Fünf- bis Neunjährigen entdeckt. Die Bildungsgewerkschaft spricht von einem skandalösen Schutzkonzept.

In Rathäusern, Schulen und Kitas tagen bereits die Krisenstäbe, die sich auf die verschärften Corona-Maßnahmen vorbereiten. In 40 bayerischen Landkreisen galt am Freitag, der stets der Stichtag für die kommende Woche ist, bereits ein Inzidenzwert von 100 Infizierten pro 100.000 Einwohner, sodass die Notbremse eingelegt wird. Schulen müssen dann wieder in den Distanzunterricht wechseln, Kitas in die Notbetreuung. Zahlreiche Kommunen in Bayern rechnen damit, nächste Woche die 100er-Marke zu passieren.

Die Corona-Fallzahlen haben sich in drei Wochen verdoppelt

Laut einer Statistik des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert-Koch-Instituts ist die Infektionsrate im Freistaat in den vergangenen Wochen besonders unter Kindern stark gestiegen. Unter Kita-Kindern und Grundschülern haben sich die Fälle allein binnen der letzten drei Wochen verdoppelt - lag in der Kalenderwoche 7 die Inzidenz unter den Fünf- bis Neunjährigen noch bei 46, lag sie in der KW 10 bereits bei 100 . Bei den Null- bis Vierjährigen steig sie im selben Zeitraum von 32 auf 67 an, bei den Zehn- bis 14-Jährigen von 44 auf 82 und bei den 15- bis 19-Jährigen von 75 auf 119. Am wenigsten Infektionen werden derzeit in der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen und der über 80-Jährigen gemeldet. Letztere hatten im Herbst die mit Abstand höchsten Infektionsraten. Insgesamt ist die Positivrate der Labortests ebenfalls gestiegen.

Schulöffnung trotz Corona: Sind Kinder und Jugendliche noch sicher?

Angesichts dieser Infektionszahlen, die unter anderem auch durch die stärkere Verbreitung der britischen Mutation bedingt sind, steigt die Sorge unter den Eltern, ob ihre Kinder in Schulen und Kitas überhaupt noch sicher sind. Und bei mancher Lehrkraft und in Kita-Teams geht die Angst vor einer Ansteckung um. Einer Umfrage der Bildungsgewerkschaft GEW zufolge arbeiten in zwei Dritteln der Einrichtungen Mitarbeiterinnen aus Risikogruppen eng an den Kindern. Der Groll gegen die politisch Verantwortlichen wachse, heißt es in einer Pressemittelung. Obwohl die Test- und Impfmaschinerie noch nicht laufe, die Schutzmaßnahmen für Kinder und Personal ungenügend seien, habe es Lockerungen gegeben, kritisiert der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Gerd Schnellinger. Das sei skandalös. „Aktuell werden Eltern nicht einmal zwei Selbsttests pro Woche für ihre Kinder angeboten, es sollen nur die Beschäftigten getestet werden. Damit wird unterstellt, dass sie allein das Problem sind, nur sie sich anstecken können und andere infizieren“, sagt er. Das Problem sei dem bayerischen Sozialministerium bekannt, es berate gerade mit dem bayerischen Gesundheitsministerium über mögliche Lösungsansätze, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. Bis Redaktionsschluss hat das Gesundheitsministerium keine konkreteren Angaben dazu gemacht.

Mit Stäbchen und Beipackzettel wird aus dem Profitest ein Laientest

Inzwischen wurden die Selbsttests für das Kita-Personal verschickt. Darunter auch der Schnelltest von Roche, mit dem Ärzte bereits seit vergangenem Jahr Nasen-Rachen-Abstriche machen. Für das Kita-Personal wurden stabilere Stäbchen und eine andere Gebrauchsanweisung beigelegt, damit der Test nun auch einfacher für Abstriche im vorderen Nasenbereich angewandt werden kann.

Unter anderem mit diesem Antigen-Schnelltest arbeiten Ärzte seit vergangenem Jahr, wenn sie Patienten binnen 15 Minuten auf eine Corona-Infektion testen wollen. Sie nehmen dazu einen Nasen-Rachenabstrich.
Foto: Lea Thies
So sieht der Laientest aus. Durch das dickere Abstrichstäbchen eignet er sich auch für einen Abstrich im vorderen Nasenbereich und ist so Laien-tauglich geworden.
Foto: privat

Bildungsgewerkschaft GEW favorisiert Pool-Tests

Die GEW brachte auf Anfrage unserer Redaktion erneut Pool-Testungen ins Gespräch. Dafür werden an Schulen oder Kitas Proben einer ganzen Gruppe genommen, die dann als eine vermischt und im Labor nach dem PCR-Verfahren untersucht wird. Ist diese eine Probe negativ, sind alle Proben negativ. Ist diese Probe aber positiv, werden alle Kinder noch einmal getestet.

Die Landesregierung denke bereits über eine Testpflicht an Schulen nach, kündigte Ministerpräsident Markus Söder diese Woche an. Die bisher geplante Selbstteststrategie an Schulen sieht die GEW aber kritisch: Es sei nicht die Aufgabe von Lehrkräften, Kinder und Jugendliche bei Selbsttests anzuleiten und Infizierte zu betreuen, bis die Eltern sie abholen.

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21.03.2021

Maria T. Ich gebe ihnen recht.Aber die jetzige Situation und aus denErfahrungen von England sollten wir die Schulen jetzt schließen . zumal viele Schulen keine Tests zur Verfügung haben , um das Infektionsgeschehen im Auge zu behalten.

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20.03.2021

Was heißt anstecken, wichtig ist doch, wieviele sind erkrankt, wer positiv ist aber nicht erkrankt, hat was fürs Immunsystem getan. Wenn man keine Krankheiten zulässt, werden in Zukunft viele bei ersten Windhauch sterben. Auch so muß man das mal sehen.

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21.03.2021

Lieber Peter G:Auch bei mildem Verlauf, kann es bei 20% der Betroffenen zu schwerwiegenden Spätfolgen kommen. Das gefährliche an den Mutanten ist das sie die Gesundheit der jungen Generation besonders betroffen ist.z.B Corona kann Monate nach leichter Sympthomatik,eine leise Herzmuskelentzündung hervorrufen, woran auch schon junge Menschen den Herztod erleiden mussten.Natürlich ist die Anzahl beiden niedrigen Fallzahlen gering.Aber wenn die Fallzahlen steigen, haben wir vermehrt kranke Kinder und Jugendliche.England hat Europa vor der britischen Mutante und ihren Folgen gewarnt.

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21.03.2021

Infizierte können asymptomatisch sein, aber andere infizieren.... Auch so muss man das mal sehen.

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20.03.2021

Wir lassen auf dem Höhepunkt der Pandemie, in der Zeit mit dem höchsten Infektionsrisiko, unsere Kinder und Bürger, trotz Warnungen aus der Wissenschaft und Intensivärzten und Pflegenden, Lockerungen zu und öffnen Schulen und Kitas bevor,die Schutzmaßnahmen und Konzepte 100% (Schnelltests)vorhanden sind. Die Kinder sind die Zukunft. Wir setzen ihre Gesundheit aufs Spiel. Die Infektonszahlen sprechen eine deutliche Sprache.

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20.03.2021

Mit Verlaub - aber was Sie und Herr Andreas B. zu diesem Thema schreiben , ist völlig falsch - wie so vieles , was der Eine oder Andere zu Covid 19 so von sich gibt !

Die Karrikatur in dieser Zeitung vor einigen Tagen war bezeichnend und entlarvend richtig !

Die Einen schreien :" Schulen aufmachen, Handel aufmachen, Restaurants aufmachen usw. ...."

Die Anderen: " Schulen zumachen, Hotels , Restaurants zulassen , Geschäfte sofort wieder schliessen ..."

Die Dritten : ".... Testen,Testen, Testen..."

Die Vierten : "... Testen nur beim Arzt und im Altenheim (weil die Zivilisten das eh nicht richtig können ..)"

Die Fünften wenden (zu Recht ein) : "wer überwacht die Privattests? Da kann sich jeder "frei testen" , weil er oder sie ins Restaurant oder Theater will - obwohl schon infiziert ..."

Bei dieser , auch von wirklichen und vermeintlichen Experten weidlich gespeisten- Kakophonie können Politiker nichts Anderes - als immer nur "das Falsche tun" !

Bestes Beispiel : der Impfstoff AZ !

Die Einen schreien : " Weiterimpfen"
Die Anferen : " Impfen aussetzen"

Genauso bei den Schulen :

Die Einen ( oft auch die Eltern und Lehrer) : " Schulen aufmachen - sonst fehlt den Schülern die Bildung"

Die Anderen (auch Epedimiologen darunter): " Schulen sofort wieder schließen"

Also - was denn nun ?

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21.03.2021

.Die Medien haben die Politik vor sich hergetrieben.Auch sie haben für Keine rote Linie in der Pandemie gesorgt.Wenn die Politik aus guten Gründen den Lockdown als unausweichlich ansah.,geisterte kurz darauf auch schon durch die Medien, wann öffnen wir wieder?Ist der Lockdown gerechtfertigt?Sofort wird der Lockdown in Frage gestellt von den Medien.Wird der Lockdown etwas gelockert heißt es wieder:Ist dieseEntscheidung verantwortbar?Alles was die Politik tut in der nicht einfachen Zeit einer Pandemie wird in Frage gestellt. Journalismus hat auch Verantwortung

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20.03.2021

Das hat bis vor wenigen Wochen auch noch ganz anders geklungen. Tja - Kitas, Schulen fordern ihren Tribut was viele, auch ich, schon lange vorhergesagt haben.

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20.03.2021

Das ist so, weil keiner Ahnung hat.

Unsere unverantwortlichen Politiker halten jetzt jedoch an geöffneten Schulen fest. Das ist der Skandal. Man sollte über strafrechtliche Haftung der Verantwortlichen diskutieren.

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20.03.2021

Ja - wenn das keine Körperverletzung ist dann weiß ich auch nicht.

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