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Coronavirus in Bayern
26.11.2020

Söder will Skilifte in den Weihnachtsferien nicht öffnen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder gibt Corona-Regeln für Bayern bekannt.
Foto: Peter Kneffel, dpa

Geschlossene Skilifte und strengere Regeln für Hotspots: In seiner Pressekonferenz am Donnerstag teilte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder mit, welche Corona-Regeln in Bayern gelten sollen.

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer und die Kanzlerin haben sich schon am Mittwochabend auf einheitliche Corona-Regeln für Deutschland geeinigt. Die lassen den einzelnen Bundesländern jedoch Spielraum - etwa dann wenn die Zahl der Corona-Infizierten besonders niedrig - unter 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - oder besonders hoch - über 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - liegt. Auf diese Ankündigung hat nun der bayerische Ministerpräsident Markus Söder reagiert. In einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag verkündete er die Corona-Regeln, die im Dezember in Bayern gelten sollen. Das sind die wichtigsten Punkte:

Diese Corona-Regeln gelten ab dem 1. Dezember 2020 in Bayern

Im Grunde hat die bayerische Staatsregierung die meisten Regeln, die am Mittwochabend von Bund und Ländern beschlossen worden sind, übernommen. Auch in Bayern dürfen sich ab 1. Dezember nicht mehr wie bisher zehn Personen aus zwei Haushalten treffen, sondern nur noch fünf. Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen. Das gilt erst einmal bis zum 20. Dezember. An Weihnachten und Silvester sind im Freistaat dann Treffen mit bis zu zehn Personen erlaubt - die Anzahl der Haushalte spielt dabei keine Rolle.

Zudem soll der Zutritt zu Geschäften begrenzt werden. Ab einer Größe von 800 Quadratmetern, darf nur noch eine Person pro 20 Quadratmeter eingelassen werden. Bisher war es eine Person pro zehn Quadratmeter. Zudem gilt etwa eine Maskenpflicht auf Parkplätzen von Geschäften, außerdem werden Bibliotheken und Archive geschlossen. Auch das hatten Bund und Ministerpräsidenten gestern schon beschlossen.

Diese Corona-Regeln gelten ab einem Inzidenzwert von 200 und 300 in Bayern

Allerdings gelten in Bayern ab dem 1. Dezember auch strengere Regeln für sogenannte Hotspots - also Gebiete in denen der Inzidenzwert besonders hoch liegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Personen umgerechnet auf 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Corona-Virus angesteckt haben.

Momentan gibt es in Bayern 28 Kreise und Städte, in denen dieser Wert besonders hoch ist. In 21 Städten und Kreisen liegt der Inzidenzwert bei über 200 - dazu zählen zum Beispiel Augsburg und der Landkreis Günzburg. Überschreitet eine Region den Inzidenzwert von 200 treten ab dem 1.Dezember automatisch bestimmte Regelungen in Kraft, sagte Söder am Donnerstag.

 

Dann müssen etwa Schulen ab der 8.Klasse auf Wechselunterricht umstellen, der Unterricht an Fahr-, Musik- und Volkshochschulen darf nur noch digital stattfinden, Märkte und Wochenmärkte werden geschlossen, es gibt ein Verbot, Alkohol auszuschenken.

Steigt der Inzidenzwert noch weiter an - und übersteigt die 300-Grenze, können Kreise und Städte noch härtere Maßnahmen beschließen, machte Söder klar. Welche das sind, ist ihnen überlassen. So können etwa Ausgangsbeschränkungen verhängt werden, oder Reihentests auf das Coronavirus von bestimmten Personengruppen stattfinden. Auch die Besuche in Alten- und Pflegeheimen können eingeschränkt werden. Diese Maßnahmen treten nicht automatisch in Kraft, "aber es muss etwas passieren", sagte Söder.

Corona-Pandemie: Skilifte und Skibahnen in Bayern sollen geschlossen bleiben

Gleichzeitig äußerte sich der bayerische Ministerpräsident auch zum Thema Skifahren in den Weihnachtsferien. Es hatte zwar heftige Proteste aus den Tourismusgebieten gegeben, aber Söder bleibt dabei: Skilifte und -bahnen sollen bis Ende Dezember geschlossen bleiben. "Die Naturbegegnung über das Skiwandern oder Langlaufen ist immer noch möglich", sagte Söder. Lifte sollen zum Skifahren allerdings nicht geöffnet werden.

Dazu kommt noch eine andere Einschränkung: Bayerische Touristen, die überlegen, zum Skifahren nach Österreich zu reisen, müssen danach in Quarantäne gehen. Das machte Söder auf der Pressekonferenz am Donnerstag deutlich. "Wer nach Österreich in den Urlaub fahren möchte, muss danach zehn Tage in Quarantäne und bekommt keinen Verdienstausfall. Das gilt auch für Tagesausflüge", sagte Söder.

Einzig, wenn in einem Landkreis der Inzidenzwert unter 50 fällt, können die Maßnahmen gelockert werden. Dann wäre es auch wieder möglich Gastronomiebetriebe, Bahnen und Lifte zu öffnen. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sagte: Er hoffe, dass spätestens ab Januar der Skitourismus dann wieder möglich sei. "Hoffentlich können wir zum Jahreswechsel auf Grün schalten", so Aiwanger.

Welche Regeln gelten für den Schulunterricht in bayerischen Corona-Hotspots?

Auch über den Schulunterricht hat sich das bayerische Kabinett noch einmal beraten. Nun gilt: Wenn eine Region als Hotspot eingestuft wird, müssen Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse in den Wechsel- oder Hybridunterricht. Im Wechselunterricht, wechseln die Schülergruppen tageweise zwischen Schule und Zuhause. Im Hybridunterricht findet der Unterricht gleichzeitig digital und vor Ort statt. Diese Regeln gelten bewusst nicht für Grundschüler und die Unterstufe sowie für Schüler in den Abschlussklassen, sagte der bayerische Kultusminister Michael Piazolo.

Piazolo schränkte aber ein: Überschreitet ein Kreis oder eine Stadt den Inzidenzwert von 300, können die Gesundheitsämter die Maßnahmen auch ausdehnen und weitere Klassen in den Wechsel- oder Hybridunterricht schicken. Dafür wurden die Quarantänevorschriften gelockert.

Erkrankt ein Schüler einer Klasse am Coronavirus, müssen seine Mitschüler fortan nur noch fünf Tage in Quarantäne. Dann können sie sich mit einem Schnelltest auf das Coronavirus untersuchen lassen. Liegt ein negatives Testergebnis vor, dürfen sie zurück in die Schule kommen.

Hier können Sie die ganze Pressekonferenz von Markus Söder noch einmal ansehen.

Lesen Sie dazu auch:

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Die Diskussion ist geschlossen.

27.11.2020

Die Egoisten schreien wieder Mal lauthals.
Aber merke, wer laut schreit hat nicht unbedingt Recht!

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27.11.2020

(edit/mod/bitte mäßigen Sie sich in Ihrer Ausdrucksweise und kommentieren sachlich!/Verstoß NUB 7.3)

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27.11.2020

Frage ist nur, wer der Rattenfänger ist? Meistens die, die vor den "extrem Priviligierten" warnen.

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27.11.2020

Inzwischen schreckt die "querdenkende", rücksichtslose und ignorante Spaß- und Fun-Gesellschaft vor keinem unsinnigen Vergleich zurück - liegt der auch noch so daneben. Neben Anne Frank und Sophie Scholl muß jetzt sogar eine Märchenfigur wie der Rattenfänger von Hameln herhalten.

Den ganzen Irrsinn auf die Spitze trieb gestern Vize-Ministerpräsident "Hubsie" Aiwanger mit seiner offenbar ernst gemeinten Idee, entlang der mit Schneekanonen präparierten Skipisten Heizpilze aufzustellen, damit die Skifahrer/innen mit ihren Kumpels trotz Corona auch mal einen Hot-Dog schlemmen können . . .

Schade, dass Beiträge mit guten Argumenten wie der von MAJA S. dabei fast untergehen.

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26.11.2020

Wenn das so ist, wie's im Artikel geschrieben wird ist das Erpressung. Aber der MP hat ja mittlerweile Übung darin. Soll er doch die bayerischen Lifte zusperren. Es wird genügend Ausweichmöglichkleiten geben. Im übrigen könnte ich mir vorstellen, dsaß diese Entscheidung von seiten der Justiz aufgehoben wird. Damit hat er sich eine blutige Nase geholt.

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26.11.2020

Die Überschrift ist schon auch interessant. Von sich aus kann Herr Söder ja nur seine eigenen Skilifte geschlossen halten. Das ist ihm unbenommen.

Ansonsten kann er natürlich höchstens politisch darauf hinarbeiten, dass die demokratisch legitimierten Stellen einen solchen Beschluss fassen und dieser Beschluss dann auch einer rechtlichen Überprüfung standhält.

Wir haben ja gottseidank immer noch keinen neuen König!

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26.11.2020

solange Obst u. Gemüse aus Corona gebeutelten Ländern importiert wird braucht man das Skifahren auch nicht verbieten. Abstand halten u. Maske tragen an der Kasse genügt aus meiner Sicht auch. Bestellt man von den Versandriesen irgend etwas, kommt sehr viel aus China, da wird der Virus im Paket gleich mitgeschickt. Aber was solls.....der Bayern- King wird schon schon wissen.

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26.11.2020

"Bestellt man von den Versandriesen irgend etwas, kommt sehr viel aus China, da wird der Virus im Paket gleich mitgeschickt."

Umgekehrt wäre es eher möglich, denn die Chinesen haben verstanden wie Covid19 eingeschränkt werden kann. Das kann man von Deutschland bzw. Europa wirklich nicht sagen. Und dann glauben sie auch noch, dass Obst und Gemüse von Italien oder Spanien den Virus zu uns bringt.
Wer hat ihnen denn so viel Unsinn erzählt?

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26.11.2020

Und wieder kommen die Egoisten.
Statt alles zu tun um die Infektionszahlen zu senken, gilt
"Ich will Skifahren, also mache ich das"

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26.11.2020

Das Ansteckungsrisiko ist in einer Straßenbahn mit Sicherheit geringer als auf der Piste. Die Leute in Ischgl haben sich auch nicht auf der Piste, sondern beim Apres-Ski angesteckt. Das generelle Unter-Quarantäne-Stellen sogar von Tagesausflüglern ist daher nichts als populistischer Unsinn, mit dem sich Söder als Macher profilieren will, aber auf das Infektionsgeschehen hat es 0,0 Wirkung!

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26.11.2020

"Das Ansteckungsrisiko ist in einer Straßenbahn mit Sicherheit geringer als auf der Piste."

Natürlich andersrum: Das Ansteckungsrisiko ist auf der Piste mit Sicherheit geringer als in einer Straßenbahn.

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26.11.2020

Ja, auf der Piste ist das Ansteckungsrisiko sicherlich gering. Es geht um die Beförderung auf den Berg und um die Bewirtung in den Hütten und Restaurants. Diese sind zugleich auch Zufluchtsorte bei schlechtem Wetter. Beim Skifahren ist es nämlich keineswegs immer sonnigheiter. Und dann flüchten die Skifahrer ins Warme, Geschützte und halten sich dort stundenlang auf. Und man kann die dann nicht draußen vor der Tür stehen lassen halberfroren, weil innen die Abstandsregeln nicht mehr eingehalten werden können.

Es ging allenfalls mit starker Kontigentierung ansonsten ist das die Inkonsequenz schlechthin. Ja, es haben sich vorwiegend Leute biem Apres Skie angesteckt. Aber zu behaupten, dass das NUR dort geschehen wäre, ist gewagt.

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26.11.2020

Wo ist der Unterschied zur Supermarkt-Schlange? Abgesehen davon: Es geht um einen Atemwegsinfekt und nicht um die Pest. Dafür eine Branche nach der anderen ausbluten zu lassen ist ein zu großes Opfer!

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26.11.2020

"Dazu kommt noch eine andere Einschränkung: Bayerische Touristen, die überlegen, zum Skifahren nach Österreich zu reisen, müssen danach in Quarantäne gehen. Das machte Söder auf der Pressekonferenz am Donnerstag deutlich. "Wer nach Österreich in den Urlaub fahren möchte, muss danach zehn Tage in Quarantäne und bekommt keinen Verdienstausfall. Das gilt auch für Tagesausflüge", sagte Söder."

Nachdem Bayern mit einer 7-Tage-Inzidenz von 180 selber Risikogebiet ist, werden das Gerichte schnell wieder kassieren - siehe NRW…

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26.11.2020

Und recht hat er. Alles andere wäre nur dumm

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26.11.2020

Unrecht hat er. Sport an der frischen Luft zu verbieten ist dumm und steht ihm nicht zu. Wieder ein Alleingang, den die Gerichte korrigieren müssen.

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