Bayerns Apothekerinnen und Apotheker demonstrieren für eine bessere Vergütung. Deshalb werden viele Apotheken im Freistaat am Montag, 23. März, geschlossen sein. Die Versorgung mit dringend benötigten Medikamenten ist aber sichergestellt.
Wie der Bayerische Apothekerverband (BAV) mitteilt, werden sich die Apotheken im Freistaat am Montag an einem bundesweiten Protesttag der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände beteiligen. Die zentrale Kundgebung finde in Bayern in der Landeshauptstadt München statt. „Die Apotheken in Bayern befinden sich in einer existenzbedrohenden Situation, weil sie chronisch unterfinanziert sind“, sagt Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des BAV. „Seit 13 Jahren wurde das Honorar bei der Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten nicht mehr angepasst.“ Die Betriebskosten, insbesondere die Löhne, seien im gleichen Zeitraum massiv angestiegen. Das sei der Grund dafür, dass bundesweit inzwischen fast jede fünfte Apotheke habe schließen müssen.
Zum Teil deutlich längere Anfahrt nötig: 140 Notdienstapotheken sichern am 23. März die Versorgung in Bayern
„Wir fordern die Bundesregierung auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich einzulösen und die flächendeckende Versorgung durch eine faire Vergütung zu sichern“, wird Hubmann in der Pressemitteilung des BAV weiter zitiert. Die Patientinnen und Patienten bitte man um Verständnis.
Die Versorgung mit dringend benötigten Medikamenten soll aber trotz der Protestaktion nicht gefährdet werden: Die rund 140 Notdienstapotheken in Bayern sind auch am 23. März geöffnet. Welche Apotheken das sind, lässt sich zu jedem Zeitpunkt über die Apothekensuche des offiziellen Gesundheitsportals der deutschen ApothekerInnen herausfinden.
Im Einzelfall bedeutet das aber, dass eine deutlich längere Anfahrt nötig ist. Gerade die wohnortnahe Versorgung sei aber eines der Ziele der Aktion, so schreibt es der BAV. „Wir kämpfen mit unserem Protesttag auch dafür, dass Ihre Apotheke um die Ecke erhalten bleibt.“
Innerhalb von zehn Jahren wurden in Bayern mehr als 600 Apotheken geschlossen
In Bayern, so heißt es vom BAV, habe es Ende 2025 noch 2616 Apotheken gegeben. Zum Jahresende 2015 habe die Zahl noch bei 3236 gelegen, ein Minus von fast 20 Prozent.
Damit liege die Apothekendichte nur noch bei 20 Apotheken pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, was deutlich unter dem Schnitt der Europäischen Union liege – dort seien es 31 Apotheken pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Wie eine Auswertung unserer Redaktion zeigt, liegt der Landkreis mit der geringsten Apothekendichte in Schwaben.
Doch nicht alle Apotheken werden an der Aktion teilnehmen. So dürften beispielsweise in Augsburg mehrere Apotheken geöffnet bleiben.
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