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Bayerns ehemaliger Kultusminister Hans Maier im Alter von 94 Jahren gestorben

Mit 94 Jahren gestorben

Bayerns ehemaliger Kultusminister Hans Maier ist tot

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    Der langjährige bayerische Kultusminister Hans Maier ist mit 94 Jahren gestorben.
    Der langjährige bayerische Kultusminister Hans Maier ist mit 94 Jahren gestorben. Foto: Matthias Balk, dpa (Archivbild)

    Kurz vor seinem 95. Geburtstag am 18. Juni ist der frühere bayerische Kultusminister Hans Maier (CSU) am Montag, 8. Juni, in einem Krankenhaus in München gestorben. Das hat die Familie des Politikwissenschaftlers der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitgeteilt.

    Der gebürtige Freiburger galt als einer der führenden katholischen Gelehrten. Weit über Bayern hinaus war er als profilierter katholischer Intellektueller gefragt, der Politik und Glaubensfragen immer wieder zusammendachte. Wissenschaftlich beschäftigte er sich immer wieder mit der Frage, wie Politik religiöse Formen annehmen kann – und wo die Grenzen zwischen Glauben, Ideologie und Macht verlaufen. Er plädierte stets für die Pluralität des Politischen. In einem Vorwort zu einem Band seiner gesammelten Schriften heißt es: „In Aufsätzen, die grundlegend für das Thema geworden sind, spürt Hans Maier den religiösen Deutungsmustern nach, mit denen die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts erklärt worden sind – und macht zugleich deutlich, dass der ‚Islamismus‘ nicht vorschnell mit Kommunismus und Faschismus auf eine Stufe gestellt werden darf, weil er – anders als diese – eine wirkliche Religion ist.“

    An der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU) lehrte er jahrzehntelang Politikwissenschaft, später übernahm er den Guardini-Lehrstuhl für christliche Weltanschauung sowie Religions- und Kulturtheorie.

    Hans Maier verband in seinen Studien Politik und Religion

    Politisch prägte Maier den Freistaat als Kultusminister über viele Jahre, parallel engagierte er sich in der katholischen Laienbewegung: Von 1970 bis 1986 war er bayerischer Kultusminister, von 1976 bis 1988 Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Von 1978 bis 1987 saß er als Abgeordneter des Stimmkreises Günzburg für die CSU im Bayerischen Landtag.

    Nach dem Ende seiner Ministerzeit blieb Maier in kirchenpolitischen Debatten präsent. 1999 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Beratungsvereins Donum vitae, nachdem die katholische Kirche in Deutschland nach Vorgabe von Papst Johannes Paul II. das staatliche System der Schwangerschaftskonfliktberatung verlassen hatte. Maier trat auch als Publizist in Erscheinung und veröffentlichte auch im Alter noch Texte. Im Jahr 2021 etwa erschien sein Buch „Deutschland. Wegmarken seiner Geschichte“, in dem er sich mit der Bedeutung der Konfessionen, Adolf Hitlers Platz in der deutschen Geschichte, aber auch der Rolle des Grundgesetzes auseinandersetzte.

    Söder: „Bayern verliert großen Gelehrten“

    Hans Maier war verheiratet, mit seiner ebenfalls kürzlich verstorbenen Frau Adelheid hatte er sechs Kinder. Er war Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Akademie für Sprache und Dichtung sowie des Bayerischen Maximiliansordens.

    Für sein weitreichendes Engagement erhielt Maier auch den Bayerischen Verdienstorden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) würdigt ihn in einer Mitteilung mit den Worten: „Mit Hans Maier verliert Bayern einen großen Gelehrten und Staatsmann. Er war gewissermaßen das intellektuelle Gewissen des bürgerlichen Bayern seiner Zeit.“ Er habe sich aus der Wissenschaft heraus fest in der Politik etabliert und insbesondere die Bildungslandschaft jahrzehntelang geprägt, so Söder. Und weiter: „Er legte in seiner Amtszeit wesentliche Grundlagen für die heutige Spitzenstellung Bayerns als Wissenschafts- und Bildungsstandort.“ Zudem habe er auch die Partei geprägt, indem er stets für seine Prinzipien eingestanden und diese unerschrocken artikuliert habe. „Hans Maier verband wissenschaftliche Brillanz mit politischem Mut und christlicher Verantwortung. Bis zuletzt blieb er geistig wach und ein engagierter Beobachter“, so der bayerische Ministerpräsident.

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