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Stichwahl in Schwaben: CSU und Freie Wähler brauchen Erfolge bei Landratswahl

Kommunalwahl 2026

Stichwahl in Schwaben besonders spannend: Sowohl CSU als auch Freie Wähler brauchen Erfolge

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    Wahlkampfhilfe: Ministerpräsident Markus Söder grillt mit dem Ostallgäuer CSU-Landratskandidat Andreas Bauer in Marktoberdorf.
    Wahlkampfhilfe: Ministerpräsident Markus Söder grillt mit dem Ostallgäuer CSU-Landratskandidat Andreas Bauer in Marktoberdorf. Foto: Markus Bär

    Es geht um die Wurst. Anders kann man die Tour, die CSU-Chef Markus Söder in diesen Tagen absolviert, um die Landratskandidaten der CSU zu unterstützen, gar nicht verstehen. In Landsberg steht Söder an diesem Dienstag gemeinsam mit CSU-Landrat Thomas Eichinger in einer Bäckerei, beide tragen Gummihandschuhe und reichen Leberkässemmeln über den Tresen. Es ist eine Wahlkampfunterstützung für Amtsinhaber Eichinger, der am Sonntag überraschend gegen die Grünen-Politikerin Daniela Groß in die Stichwahl muss.

    In Rosenheim gibt es „Söder Kebab“, in Donauwörth Eis als Unterstützung vor der Stichwahl

    In Marktoberdorf stellte sich Söder ein paar Tage zuvor am Marktplatz an den Grill – zusammen mit CSU-Kandidat Andreas Bauer, der die Nachfolge seiner Parteifreundin Maria Rita Zinnecker im Ostallgäu antreten will. In Rosenheim gab es am Sonntag „Söder Kebab“ mit dem CSU-Landrat, der das auch bleiben will.

    Nur die Wahlkampfunterstützung im Donau-Ries fiel etwas aus dem Rahmen. Als Söder am vergangenen Freitag nach Donauwörth kam und Claudia Marb lobte, die dort nach 24 Jahren den CSU-Landrat Stefan Rößle beerben will, gab es weder Wurst noch Fleisch, sondern Eis.

    Leberkässemmeln vom Ministerpräsidenten: In Landsberg unterstützte Markus Söder am Dienstag CSU-Landrat Thomas Eichinger im Wahlkampf.
    Leberkässemmeln vom Ministerpräsidenten: In Landsberg unterstützte Markus Söder am Dienstag CSU-Landrat Thomas Eichinger im Wahlkampf. Foto: Christian Rudnik

    In 29 Landkreisen in Bayern wird am 22. März ein zweites Mal gewählt – überall dort, wo vor zwei Wochen kein Bewerber und keine Bewerberin mehr als 50 Prozent der Stimmen geholt hat. Und Söders Wahlkampftour zeigt, wie viel für die CSU auf dem Spiel steht. 54 Landrätinnen und Landräte stellten die Christsozialen bislang im Freistaat, 15 Amtsinhaber allerdings hören auf.

    Aber auch für Hubert Aiwangers Freie Wähler, die ihre Kernkompetenz seit jeher in der Kommunalpolitik und auf dem Land sehen, sind die Posten zentral. Als der Parteichef nach der ersten Runde der Kommunalwahlen von einem „flächendeckenden Siegeszug“ sprach, ging es ihm vor allem darum, dass sieben Landrätinnen und Landräte der Freien Wähler direkt gewählt wurden und 23 Kandidaten es in die Stichwahl geschafft haben.

    Woran aber liegt es, dass die Landratsposten eine solch hohe Bedeutung für CSU und Freie Wähler haben? Klaus Stüwe, Politikprofessor an der Katholischen Universität Eichstätt, führt das in erster Linie auf die Doppelfunktion des Landrats zurück, der gleichzeitig Chef der Kreisverwaltung und Vorsitzender des Kreistags ist. „Das gibt ihnen eine erhebliche Gestaltungsmacht und Sichtbarkeit. Kein Wunder also, dass CSU und Freie Wähler versuchen werden, die Stichwahlen für sich zu entscheiden: Es geht um politischen Einfluss auf kommunaler Ebene.“

    Hubert Aiwanger präsentiert seine Freien Wähler als Partei der Kommunalpolitik.
    Hubert Aiwanger präsentiert seine Freien Wähler als Partei der Kommunalpolitik. Foto: Armin Weigel, dpa

    In Schwaben ist das Rennen um die Landratsposten besonders spannend. In acht Landkreisen wurde am 8. März gewählt, in vier Kreisen kommt es zur Stichwahl. Und in allen vier Fällen treffen CSU und Freie Wähler aufeinander. Im Landkreis Aichach-Friedberg sind es der CSU-Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko (38,6 Prozent) und Marc Sturm von den Freien Wählern (19,5 Prozent).

    Das Oberallgäu könnte nach dem Rückzug von Landrätin Indra Baier-Müller in der Hand der Freien Wähler bleiben. Deren Kandidat Christian Wilhelm lag am 8. März gut sieben Prozentpunkte vor CSU-Mann Thomas Eigstler. Im Ostallgäu könnte Andreas Bauer (CSU) Rita Maria Zinnecker beerben, die nach zwölf Jahren als Landrätin aufhört – zumindest lag er knapp 15 Prozentpunkte vor Herausforderer Bernd Stapfner von den Freien Wählern.

    Spannend dürfte es im Donau-Ries werden. Die bisherige stellvertretende Landrätin Claudia Marb (CSU) und Freie-Wähler-Kandidat Michael Dinkelmeier lieferten sich im ersten Wahlgang ein Kopf-an-Kopf-Rennen – Marb kam auf 34,7, Dinkelmeier auf 35,8 Prozent.

    Die CSU muss nach dem schlechtesten Kommunalwahl-Ergebnis seit 1952 Boden gutmachen

    Sowohl CSU als auch Freie Wähler sind auf Erfolge in Stichwahlen angewiesen, erklärt Politikwissenschaftler Stüwe. Die Söder-Partei kam bei Stadt-, Gemeinderats- und Kreistagswahlen auf 32,5 Prozent, das ist ihr schlechtestes Kommunalwahl-Ergebnis seit 1952. „Deshalb hat der Ausgang der Stichwahlen für die CSU einen hohen politischen Signalwert“, betont Stüwe. Verliert sie, werde sich das Bild von Misserfolgen auf kommunaler Ebene verfestigen. Gewinne sie hingegen zwei oder drei der vier Duelle in Schwaben, kann sie das als Zeichen deuten, dass sie Boden gutgemacht hat.

    Auch für die Freien Wähler, die derzeit 14 Landräte im Freistaat stellen, ist die Frage, ob sie deren Zahl halten oder sogar ausbauen kann, extrem wichtig. Stüwe sagt: „Die Landratsposten legitimieren den Anspruch der Freien Wähler, Partei der kommunalen Verankerung zu sein, nicht bloß Anhängsel der CSU in der Staatsregierung.“

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