Die Grundwasserstände in Bayern sind seit Jahren niedrig. Durch anhaltende Trockenperioden ist Wasser auch in Deutschland zu einer wertvollen Ressource geworden. Kommunen und Forschende arbeiten daran, Wasser effizienter zu nutzen. Es also aufzubereiten und wiederzuverwenden. Und wofür wird Wasser benötigt? Richtig, für Bier. In einem Test braute eine bayerische Brauerei den Hopfensaft aus gereinigtem Abwasser.
Grundwasserstände in Bayern sind niedrig
Bislang wird in Bayern sauberes Trinkwasser beispielsweise zum Duschen genutzt, in die Kläranlage geleitet und dann gereinigt, damit es in Gewässer abgeleitet werden kann. In den kommenden Jahren müssen viele Kläranlagen modernisiert werden, um neuen EU-Regelungen zu entsprechen. Einige Städte wollen das geklärte Abwasser aber nicht länger nur in Gewässer abtransportieren, sondern anderweitig nutzen. So beispielsweise Schweinfurt, wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet.
Bisher leitet die Stadt das aufbereitete Wasser in den Main. Künftig soll es aber zum Gießen für Grünanlagen und Fußballplätze genutzt werden. Diese werden normalerweise direkt mit Trinkwasser bewässert. Angesichts der sinkenden Grundwasserstände eine Verschwendung von Ressourcen. Nun kooperierte die Stadt aber zusätzlich mit der Technischen Universität München, um zu zeigen, was bei der Wasserreinigung möglich ist.
Probanden testen Recycling-Bier beim Münchner Frühlingsfest
5000 Liter Abwasser aus Schweinfurt wurden dafür nach München gebracht, um es „spurenrein“ auf Trinkwasserqualität zu reinigen. Doch das war nicht alles: In Weihenstephan nutzten Brauer dieses Wasser zum Bierbrauen. So wollen die Beteiligten den schlechten Ruf von Abwasser verbessern, denn aus technischer Sicht ist es völlig sicher, dieses Wasser zu trinken.
Und wie schmeckt‘s? Das konnten Probandinnen und Probanden am Rand des Münchner Frühlingsfestes testen. Geschmacklich war das Recycling-Bier für die Testpersonen nicht von anderem Bier zu unterscheiden. Eine Testerin sagte aber, allein die Vorstellung, ein aus aufbereitetem Abwasser gebrautes Bier zu trinken, habe ziemlich viel Überwindung gekostet. Eine weitere meinte, das Thema sei zu neu. Sie könne sich allerdings vorstellen, dass die Getränke angenommen würden, wenn es sie im Supermarkt gäbe. So weit ist es in Bayern allerdings noch nicht.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren