Menschen in Bayern spenden überdurchschnittlich viel Blut. Allerdings fehlen neue Spenderinnen und Spender.Foto: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)
Rund 2000 Blutspenden pro Tag werden in Bayern benötigt. Jedes Jahr am 14. Juni macht der Weltblutspendetag auf diese wichtige Unterstützung für Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Krankheiten aufmerksam.
In Bayern spenden sogar mehr Menschen ihr Blut als im bundesweiten Durchschnitt. Dennoch gibt es auch im Freistaat vor allem ein Problem: Immer weniger junge Menschen lassen sich als Erstspender registrieren.
Blutspenden: Bayern spenden häufiger als der deutschlandweite Durchschnitt
Laut Angaben des Bayerischen Gesundheitsministeriums spenden rund fünf Prozent der Bayern, die für Blutspenden infrage kommen, regelmäßig. Deutschlandweit liege der Durchschnitt lediglich bei rund drei Prozent. Dennoch, so Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU), sei die Anzahl an Spenderinnen und Spendern „ausbaufähig“.
Insgesamt würden 90 Prozent der Bayern Blutspenden befürworten – und damit ein deutlich größerer Anteil als tatsächlich spendet. Nach Angaben des Blutspendedienstes des BRK ist jeder Dritte einmal in seinem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen.
Weltblutspendetag: BRK registriert immer weniger Erstspender
Zudem gibt es in der Blutversorgung mit dem demografischen Wandel ein weiteres Problem. Laut dem Bayerischen Gesundheitsministerium werden nicht genügend neue Spenderinnen und Spender verzeichnet. Nach Angaben des Blutspendedienstes des BRK seien im Jahr 2025 rund 45.700 Menschen zum ersten Mal Blutspender gewesen. Im Vergleich zu den Erstspendern im Jahr 2023 bedeutet dies einen Rückgang von rund zehn Prozent.
Stammspenderinnen und -spender würden zudem immer älter. Deshalb sei es wichtig, vor allem junge Menschen für die Blutspende zu gewinnen, so Bayerns Gesundheitsministerin Gerlach. Laut dem Staatsministerium werden in Bayern täglich rund 2000 Blutspenden benötigt. In ganz Deutschland sind es laut dem BRK rund 15.000 Blutspenden pro Tag.
Vor allem während der Sommermonate, so Gerlach, würden Menschen weniger Blut spenden. Grund dafür seien Ferienzeiten, Reisen und hohe Temperaturen. Eine zusätzliche Unterstützung durch die Bevölkerung sei deshalb gerade in den kommenden Monaten wichtig.
Das Bayerische Rote Kreuz bietet jährlich zahlreiche Aktionen zum Blutspenden an.Foto: Daniel Vogl, dpa (Archivbild)
Blutspenden: So läuft die Aktion ab
Wer sein Blut spenden will, kann sich auf der Internetseite des Blutspendedienstes informieren. Grundsätzlich gilt, dass jeder gesunde Mensch ab 18 Jahren und einem Gewicht von 50 Kilogramm sein Blut spenden kann. Wichtig am Spendetag: Egal ob Erst- oder Stammspender, alle Personen müssen sich ausweisen. Dazu reicht ein gültiger Ausweis mit Lichtbild, zum Beispiel der Personalausweis.
Vor dem eigentlichen Spenden müssen Spender noch einen Fragebogen ausfüllen und sich von einem Arzt vor Ort untersuchen lassen. Dabei entscheidet sich, ob eine Person als Spender infrage kommt. Zwischen zwei Spenden müssen mindestens 56 Tage liegen. Frauen dürfen innerhalb von 12 Monaten bis zu vier Mal, Männer bis zu sechs Mal Blut spenden.
Gibt es vonseiten der Ärzte grünes Licht für die Spende, geht es auch schon los. Die eigentliche Blutspende dauert laut dem BRK rund zehn Minuten. Währenddessen kümmert sich ein geschultes Team um die Spender. Danach sollten sich diese für zehn bis 15 Minuten ausruhen. Wichtig ist, dass Spender sowohl vor als auch nach der Spende ausreichend essen und trinken. Dies helfe dem Körper, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, so das BRK.
Bevor das Blut verwendet werden kann, wird es in einem Labor nochmals untersucht. Aus dem gespendeten Blut werden dann verschiedene Produkte wie Plasma oder verschiedene Konzentrate hergestellt.
Laut dem BRK wird mit 19 Prozent das meiste Blut in der Krebstherapie eingesetzt. 16 Prozent kommen bei Herzerkrankungen zum Einsatz, weitere 16 Prozent bei Magen- und Darmerkrankungen. 12 Prozent der Blutprodukte werde bei Verletzungen durch Unfälle eingesetzt.
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