Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern, der älteste und größte Umweltschutzverband im Freistaat, bekommt einen neuen Vorsitzenden. Der bisherige Chef des BN, Richard Mergner, tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als Kandidat an. Ende November findet in Fürth die Delegiertenversammlung statt, bei der der gesamte Landesvorstand neu gewählt wird. „Meine Entscheidung, nicht erneut für den Landesvorsitz zu kandidieren, ist mir nach über 35 Jahren in verschiedenen Funktionen im Bund Naturschutz sehr schwer gefallen“, erklärt Mergner. „Doch aus gesundheitlichen Gründen stelle ich mich nach sieben Jahren als Vorsitzender nicht mehr für weitere vier Jahre zur Wahl.“ Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge hatte sich Mergner von einer Corona-Erkrankung in der Vorweihnachtszeit 2024 nicht erholt und leidet seither an Post-Covid.
Designierter Nachfolger ist der BN-Landesbeauftragte Martin Geilhufe. Der 41-Jährige war von Mergner als neuer Vorsitzender vorgeschlagen worden. Der gebürtige Dresdner, der Geographie, Germanistik und Philosophie in München studiert hat, ist auch auf Bundesebene für den Umweltschutz aktiv. So war er von 2011 bis 2015 Präsidiumsmitglied im Deutschen Naturschutzring und ist seit 2017 Sprecher für internationale Umweltpolitik des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, dem Bundesverband des BN. „Ich habe größte Hochachtung vor dem Entschluss von Richard Mergner, mit dem ich seit vielen Jahre bestens zusammenarbeite“, sagt Geilhufe. „Er hat sich über Jahrzehnte für die Themen des Natur- und Umweltschutzes in Bayern stark gemacht und den Bund Naturschutz auf vielen Ebenen entscheidend geprägt.“
Mergner hatte die Wolfsverordnung der Staatsregierung massiv kritisiert
Merger ist seit 2018 BN-Vorsitzender. In den vergangenen Jahren hatte er unter anderem die Wolfsverordnung der Staatsregierung immer wieder massiv kritisiert. Mit der Angst der Menschen werde Wahlkampf gemacht, sagte Mergner im Interview mit unserer Redaktion. Der BN hatte damals gegen die Verordnung geklagt.
Zudem machte Merger immer wieder auf das massive Artensterben in Deutschland aufmerksam, die Rote Liste, auf der gefährdete Pflanzen und Tiere stehen, sei ein „Alarmsignal ersten Ranges“, erklärte Mergner, als die neue Liste vorgestellt wurde. „Einstige Allerweltsblumen, aus denen man früher einen Blumenstrauß machen konnte, sind nicht mehr da.“ Zudem seien 40 Prozent der Tiere in Bayern ausgestorben, verschollen oder sehr stark bedroht.
Um all diese Probleme will sich nun sein Nachfolger kümmern. Die Wahl findet am 22. November statt.
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