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Christian und Felix Neureuther plaudern bei „Terra Xplore“ (ZDF, 12.04.2026) über Väter

Terra Xplore

Christian und Felix Neureuther im Zwiegespräch: Was macht heute einen guten Papa aus?

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    Eine Bindung mit Nähe und Vertrauen: Christian Neureuther und Sohn Felix.
    Eine Bindung mit Nähe und Vertrauen: Christian Neureuther und Sohn Felix. Foto: Frank Hörmann/Sven Simon, dpa

    Es ist für viele Männer noch immer eines der großen Lebensziele, eigene Kinder zu bekommen. Damit stellen wir den Erhalt des Menschen sicher, geben unsere Gene weiter, überleben. Aber wann ist ein Vater heute ein guter Vater? Und was geben Männer an ihre Söhne weiter, wenn sie Väter werden? Das Bild von Vaterschaft und Männlichkeit ist spürbar in Bewegung geraten und auch komplexer geworden. Alte Leitbilder werden brüchig, neue sind noch nicht fest etabliert. 

    Die Skilegenden Christian und Felix Neureuther haben zu diesem Thema eigene Vorstellungen. Der Psychologe Leon Windscheid hat mit den beiden für die ZDF-Sendung „Terra Xplore“ (Sonntag, 12. April, 17.15 Uhr) nach Antworten gesucht. Christian Neureuther war für seinen Sohn stets Vorbild und Begleiter. Heute ist Felix selbst vierfacher Vater und gibt Werte wie Familie, Zusammenhalt und Verantwortung weiter – unterstützt von Christian. Die beiden Oberbayern haben nach eigener Einschätzung eine Vater-Sohn-Bindung mit Nähe und Vertrauen.

    Christian Neureuther sagt: „Schau mal, jetzt hab ich Enkel. Wie schön ist das?“

    Das ist erst einmal nicht verwunderlich, denn Felix und Ameli, die beiden Kinder von Christian Neureuther und der inzwischen verstorbenen Rosi Mittermaier, waren Wunschkinder. Es sei „absolutes Glück“ gewesen, als er erfahren habe, dass er Vater wird, erzählt der 76-Jährige. „Wir wollten Kinder, ja, natürlich. Schau mal, jetzt hab ich Enkel. Wie schön ist das? Fünf Enkel, die mich total auf Trab halten. Das ist eine Überlebensstärke, die ich da bekomme.“

    Felix (42) hat vom eigenen Papa viele Vorstellungen von Erziehung übernommen. Und das, obwohl er beruflich in die Fußstapfen der Eltern getreten ist. Solche Kinder haben es nicht immer leicht, aus dem Schatten der Eltern zu treten, sagen Experten. Erst recht, wenn diese selbst sehr erfolgreich waren und deshalb in der Öffentlichkeit stehen. Felix Neureuther ist der Sohn von gleich zwei Skilegenden. Und doch habe er nie etwas anderes werden wollen als Skirennläufer, sagt er.

    „Ich glaube, das Schwierigste ist die Rolle Vater-Sohn, wenn der Sohn das Gleiche macht wie der Vater“, vermutet Christian Neureuther. Er war in den Siebzigerjahren einer der besten Slalomläufer der Welt. Seine im Januar 2023 verstorbene Frau Rosi Mittermaier gewann 1976 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck zweimal Gold und einmal Silber.

    Felix Neureuther sollte selbstbewusst werden, mutig, sich etwas zutrauen, aber auch Verantwortung übernehmen

    Forscher geben in der ZDF-Sendung wissenschaftliche Einblicke. Sie zeigen, wie sich Vatersein psychologisch, soziologisch und neurobiologisch auswirkt. Die Neureuthers sind das anschauliche Beispiel dafür. Felix erinnert sich, wie ihm Christian vermittelt habe, „dass man schon auch weitergehen kann, dass man seine Grenzen ausloten kann“. Wenn er als Kind auf den Baum geklettert ist, „hieß es nicht: ‚Pass auf, da kannst du runterfallen‘“, sondern: „Ja, das ist cool, aber kannst du noch ein Stückchen weiter hoch?“

    Felix sollte selbstbewusst werden, mutig, sich etwas zutrauen, aber auch Verantwortung übernehmen: „Es hat nicht einen Moment gegeben, wo ich zum Skifahren gedrängt worden bin.“ Gedrängt wurde er nur zum Abitur. „Das war hart“, gibt der Sohn zu. Er hätte gerne mit 16 die Schule beendet, um sich ganz der Skikarriere zu widmen, aber da ließ Christian nicht mit sich reden. Da müsse man als Vater schon ab und zu seine Autorität durchsetzen, findet er.

    Ein moderner Papa? Nach der Neureuther-Philosophie ist es die Mischung aus Überlebensstärke und Grenzprüfung

    Heute ist Felix Neureuther selbst Vater und steht vor einem Gegner, den sein Vater noch nicht kannte: dem Handy oder dem Tablet. Für Felix bedeutet Vatersein heute darum vor allem Präsenz. „Ein guter Papa ist derjenige, der das ,Dazwischen‘ schützt – das Gespräch beim Essen, das Anfassen, das gemeinsame Entdecken der Welt“, sagt er. Eltern hätten auch dafür zu sorgen, dass die Gabel nicht mechanisch in den Mund geschoben wird, während der Blick an einem Bildschirm klebt, sondern dass man sich in die Augen schaut.

    Was macht also einen modernen Papa aus? Nach der Neureuther-Philosophie ist es die Mischung aus Überlebensstärke und Grenzprüfung. Die Fähigkeit, dem Sohn die Freiheit zu lassen, in die gleichen Fußstapfen zu treten, aber dabei sicherzustellen, dass er sozusagen seine eigenen Spuren im Schnee hinterlässt. Ein guter Vater ist nach Meinung von Felix Neureuther kein Trainer, der Ergebnisse fordert, sondern ein Angebot, das so spannend ist, dass beispielsweise der Griff zum Smartphone gar nicht erst nötig wird.

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