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CSU gemeinsam mit Freien Wählern? Das steckt hinter der Gauweiler-Idee

Machtkampf

Soll die CSU gemeinsam mit den Freien Wählern zur Wahl antreten?

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    Hand drauf: Hubert Aiwanger (links) und Markus Söder haben die sogenannte „Bayern-Koalition“ gebildet. Eine Idee auch für die Bundespolitik?
    Hand drauf: Hubert Aiwanger (links) und Markus Söder haben die sogenannte „Bayern-Koalition“ gebildet. Eine Idee auch für die Bundespolitik? Foto: Peter Kneffel, dpa

    Wenn das Selbstbewusstsein Schrammen bekommt, beginnt man, in sich hineinzuhorchen. Das gilt für Menschen genauso wie für Parteien. In der CSU horchen sie momentan besonders viel. Töne und Zwischentöne, auch manches, was die Parteispitze gerne überhören würde, es aber nicht kann, weil doch alle gerade so hellhörig sind. In diese Kategorie fällt eine Idee von Peter Gauweiler. Der 76-Jährige ist eine Art Ein-Mann-Parteiflügel der CSU und denkt gerne laut. Aus der aktiven Politik ist er längst raus. Dass er trotzdem wahrgenommen wird, hat damit zu tun, dass er ein enger Vertrauter von Franz Josef Strauß war und für sich in Anspruch nimmt, Dinge anzusprechen, die keiner hören will. Die Sache mit den Freien Wählern zum Beispiel.

    Peter Gauweiler: „Die Mehrheit steht rechts von der Mitte“

    Während es in der CSU immer mehr Leute gibt, die es für falsch halten, dem Koalitionspartner eine Art Streifenkarte zum dauerhaften gemeinsamen Regieren in Bayern auszustellen, will Gauweiler mit ihnen sogar gemeinsame Sache in ganz Deutschland machen. Sein Befund: Die Mehrheit der Bevölkerung stehe rechts von der Mitte, bekomme aber ständig Regierungen, die links von der Mitte agieren. Seine Lösung: Die CSU könnte bei der nächsten Bundestagswahl auf einer gemeinsamen Liste mit den Freien Wählern antreten und so das bürgerliche Lager stärken. Mit seinem Vorschlag löst der „Schwarze Peter“ Irritationen im eigenen Laden aus.

    „Peter Gauweiler ist ein konservatives Urgestein und ich schätze seine Lebensleistung sehr. In diesem Fall teile ich seine Analyse aber ausdrücklich nicht“, kontert etwa Klaus Holetschek. „Die CSU ist kein Teil einer politisch-medialen Klasse in Berlin, sondern die starke Stimme Bayerns. Sollen wir diesen Bayern-Nimbus aufgeben?“, fragt der Landtagsfraktionschef und verweist sicherheitshalber auf die Kräfteverhältnisse: „Die Freien Wähler sind außerhalb Bayerns kaum wahrnehmbar.“

    Theo Waigel warnt vor Kooperation mit den Freien Wählern

    Mit dem CSU-Ehrenvorsitzenden Theo Waigel ist sich Gauweiler traditionell selten einig, in diesem Punkt gehen die Ansichten aber besonders weit auseinander. Waigel ist überzeugt, eine solche Kooperation wäre ein „Konjunkturprogramm für die Freien Wähler auf Bundesebene“. Er erinnert daran, dass Gauweilers Vorbild Strauß einst eine Zusammenarbeit mit der Bayernpartei abgelehnt hatte, als diese versuchte, der CSU das Wasser abzugraben. Das Ergebnis: die Konkurrenz verschwand in der Versenkung. Gauweiler selbst bezieht sich lieber auf eine andere Idee von FJS.

    In den 70er Jahren wollte dieser die CSU als vierte Partei neben CDU, SPD und FDP im Bund etablieren. Nach dem berühmten Trennungsbeschluss von Kreuth bekam Strauß allerdings kalte Füße, weil der gewiefte Taktiker Helmut Kohl androhte, als Reaktion mit seiner CDU in Bayern „einzumarschieren“. Also blieb alles beim Alten.

    Das sagen die Freien Wähler zu den unverhofften Avancen

    Und heute? Die Freien Wähler können nur mit Mühe ihre Freude über die unverhofften Avancen verbergen. „Auf jeden Fall überlegenswert“, sagt Hubert Aiwanger. Daran, dass Gauweilers lautes Denken Gehör finden könnte in der CSU, glaubt er allerdings nicht. Fakt ist: Trotz aller Rückschläge haben die Freien Wähler ihr Ziel, eines Tages doch noch im Bundestag mitspielen zu dürfen, nicht aufgegeben. Das bestätigt auch Florian Streibl, Fraktionsvorsitzender im Landtag.

    „Natürlich wäre es eine Option, die Kräfte bei der Bundestagswahl zu bündeln“, sagt er auf Nachfrage, gibt aber zu: „Bislang scheint mir das ein sehr einsames Gedankenspiel von Peter Gauweiler zu sein.“ Allein auf einsamer politischer Flur fühlt sich dieser aber ja am wohlsten. „Ich bin nur die Stimme eines Rufers in der Wüste, es muss mir ja keiner folgen“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

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