Die Sommerferien sind so gut wie da, an diesem Donnerstag ist der letzte Schultag. Schülerinnen, Schüler, Eltern, Lehrkräfte, Gewerkschafter, alle haben Zeit, jetzt durchzuatmen. Wir haben gefragt, was sie für die Ferien planen, worauf sie hoffen und ob die Schule in den nächsten sechs Wochen wirklich komplett Pause hat.
Matthias Brendel (39), Rektor der Grundschule Berg im Gau im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen:
„Für mich geht ein ereignisreiches Schuljahr zu Ende: Wir mussten den lebensgefährlichen Unfall einer Schülerin verarbeiten. Am Ende ging alles gut aus und ich bin stolz, wie empathisch die Schulfamilie reagiert hat. Schüler, Eltern und Lehrer haben gezeigt, dass sie das Herz am rechten Fleck haben. Was mich ebenfalls sehr freut: Wir werden als ,Musikbegeisterte Grundschule‘ ausgezeichnet. In den Ferien entspanne ich nun, indem ich so wenig Termine wie möglich vereinbare. Ein paar Tage fahren wir als Familie weg, ansonsten widme ich mich meinem neuen Hobby Paddeln. Immer wenn meine Kinder es zulassen, entscheide ich am liebsten spontan, wonach mir ist. Zwei Wochen vor Schulstart organisiere ich aber wieder Stundenpläne.“
Helen (10), Viertklässlerin aus Augsburg:
„Ich freu mich total auf die Ferien! Am meisten darauf, dass ich ausschlafen kann und abends länger aufbleiben darf. Wir fahren auch in den Urlaub – das wird bestimmt richtig schön. Und ganz am Ende der Ferien habe ich sogar Geburtstag, das wird toll!“
Matthias Drexler (39), Förderlehrer an der Edith-Stein-Schule in Aichach
„Wir starten gleich am Freitag mit einem Trip nach Freiburg – und feiern dort den 40. Geburtstag einer Freundin. So bin ich sofort raus aus dem Schulalltag und komme auf andere Gedanken. Bleibe ich daheim, setze ich mich doch an den Schreibtisch. Umso schöner, dass ich mit meiner Frau und unseren zwei Kindern im August an die Nordsee fahre. Ich freue mich auf eine Zeit, in der ich mich ohne Alltagszwänge und Pflichten nur auf meine Familie konzentrieren kann. Das ist ein großer Luxus und tut richtig gut. Im Alltag geht ja viel nebeneinanderher. Wenn die Kinder in der letzten Ferienwoche zurück im Kindergarten sind, werde ich aber jeden Tag nutzen, um mich auf das neue Schuljahr mit meiner achten Klasse vorzubereiten.“
Martina Borgendale (46), Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft:
„Ich wünsche mir Zeit zum Krafttanken, um im nächsten Schuljahr wieder voller Elan auf Missstände im bayerischen Bildungssystem hinweisen zu können. Aber auch für meine Kolleginnen und Kollegen an den Schulen wünsche ich mir Zeit, um mal abzuschalten und sich außerschulischen Dingen zu widmen. Der Lehrkräfteberuf verlangt ihnen viel ab in Zeiten des massiven Personalmangels, sie und ihre Familien bleiben während des Schuljahres oft auf der Strecke. Und auch den Schülerinnen und Schülern wünsche ich eine entspannte Ferienzeit ohne ständige Taktung durch Unterrichtsstunden und Notendruck – vor allem auch durch unangekündigte Leistungsnachweise. Ich wünsche mir von der Politik, dass sie den bayerischen Schülerinnen und Schülern zumindest diese Last von den Schultern nimmt.“
Luisa (9), Zweitklässlerin aus Augsburg:
„Ich freu mich riesig auf die Ferien, weil wir ans Meer nach Italien fahren! Ich liebe es, im Meer zu schwimmen und am Strand Muscheln zu suchen. Das macht total Spaß. Und ich freu mich auch darauf, einfach mal nichts zu machen und so richtig zu entspannen.“
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