31, 32, 33 Grad – das waren nicht etwa die Temperaturen des vergangenen Hochsommers in Bayern, sondern die der zweiten Maihälfte 2026. In Frankreich maßen die Thermomenter diese Woche sogar bis zu 36 Grad. Bei Badeunfällen und beim Sporttreiben kamen in dieser Zeit sieben Menschen ums Leben. Die französische Regierungssprecherin Maud Bregeon bringt die Todesfälle daher „direkt oder indirekt“ mit der aktuellen Hitzewelle in Verbindung. Aber warum ist es überhaupt schon so heiß im Mai – und ist das normal?
Neben der Hitze im Mai ist besonders die Trockenheit auffällig
Bayern erlebt im Moment eine Zufuhr von sehr warmer Luft aus Südwesten. Zudem steht die Sonne bereits höher. Sie kann also auch sehr lange scheinen, wie Meteorologe Dirk Mewes vom Deutschen Wetterdienst (DWD) München erklärt. Ob die Temperaturen in diesem Mai wirklich ungewöhnlich sind, lässt sich erst zum Ende des Monats sagen. Für das Wochenende werden nämlich noch einmal Regen und Gewitter erwartet. Blickt man vom 1. bis zum 28. Mai auf die Durchschnittstemperatur, dann ergibt sich laut Mewes jedoch eine „deutliche Abweichung“ vom gängigen Mittelwert.
Zwischen 1961 und 1990 lag der Mittelwert im Mai bei 11,7 Grad. Der Mittelwert zwischen 1. und 28. Mai beträgt 14,4 Grad – also 2,5 Grad mehr. Eine noch stärkere Abweichung vom Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990 trat in den vergangenen 20 Jahren erst zweimal auf. Als besonders auffällig beurteilt Dirk Mewes in diesem Monat aber allen voran die Trockenheit.
Deutlich weniger Regen gab es 2026 im Mai
Diesen Monat hat es nur etwas mehr als halb so viel Regen gegeben wie sonst im Mai. Mit den Niederschlagsmengen, die am Wochenende voraussichtlich noch auf Bayern zukommen werden, einberechnet, lag der Niederschlag im Mai bei etwa 51,1 Liter pro Quadratmeter, berichtet der Meteorologe. Das sind 57,8 Prozent des in diesem Monat üblichen Niederschlags. „Deutlich zu trocken“ sind Mewes zufolge derzeit etwa Niederbayern, Teile Oberbayerns sowie Nord- und Mittelschwaben.
Bereits im April war es in Bayern außergewöhnlich trocken, wie aus der Monatsbilanz des DWD hervorgeht. Der April zählte damit sogar zu den vier trockensten April-Monaten seit Messbeginn. Wie die finale Bilanz für Mai aussieht, wird sich dann nach Sonntag zeigen. In der Nacht zum Samstag soll es im nördlichen Franken mit Schauern und Gewittern beginnen. Am Sonntag und in der Nacht auf Montag werden am Alpenrand und im Bayerischen Wald höhere Niederschlagsmengen erwartet.
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