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Extrem seltener Käfer in Niederbayern gefunden: Hund hilft bei Suche

Bayerns Natur

Hund hilft bei Suche: Vom Aussterben bedrohter Käfer in Niederbayern gefunden

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    In Deutschland kommt er nur noch in zwei Bundesländern vor und auch dort nur selten: Der Grubenlaufkäfer, der nun in Niederbayern nachgewiesen wurde.
    In Deutschland kommt er nur noch in zwei Bundesländern vor und auch dort nur selten: Der Grubenlaufkäfer, der nun in Niederbayern nachgewiesen wurde. Foto: Mario Harzheim, Heinz Sielmann Stiftung

    Ein Käfer, der nachts Schnecken, Insekten und kleine Fische jagt und dafür sogar abtaucht: Im Ilztal in Niederbayern lässt sich dieses besondere Insekt beobachten. Zumindest theoretisch, denn der Grubenlaufkäfer kommt vor allem in der Dunkelheit aus seinen Verstecken. Allemal lässt er sich jedoch erschnüffeln, wie die Verantwortlichen der Heinz-Sielmann-Stiftung berichtet haben, als sie über den Käferfund informiert haben.

    In Bayern vom Aussterben bedrohter Käfer: Hund entdeckt überraschende Lebensräume

    Dass die Artenschutz-Experten den Grubenlaufkäfer – Carabus variolosus – in dem von ihnen betreuten Biotop gefunden haben, ist daher gleich aus mehreren Gründen bemerkenswert: Zum einen ist der Käfer in Deutschland sehr selten. In Bayern steht er auf der Roten Liste und gilt als vom Aussterben bedroht. Abgesehen vom Freistaat kommt der einst in ganz Europa verbreitete Käfer in Deutschland sonst nur noch in Nordrhein-Westfalen vor.

    Zum anderen gab es bei der Suche tierische Unterstützung. Ein geschulter Spürhund durchschnüffelte die Gegend nach Spuren des Käfers und wies auf Bereiche hin, in denen er zuvor nicht vermutet worden war. „Dank der feinen Nase des Spürhundes wissen wir jetzt, dass auch der Steinbruch und die Schüttungen relevante Lebensräume für den Käfer darstellen, obwohl wir ihn dort erst gar nicht vermutet haben“, wird Bernhard Gohlke, der Gebietsbetreuer der Biotope der Stiftung in Ostbayern von der Organisation zitiert. Überdies wurden mehrere Exemplare an Grasbüscheln in einem Auwaldrest und an einem Bachufer gefunden.

    Tauchen und noch mehr: Grubenlaufkäfer in Bayern mit besonderen Eigenschaften

    Obwohl die Experten in Bezug auf diese Lebensräume überrascht wurden, wissen sie mit Hinblick auf die Lebensweise des Käfers doch einiges zu sagen. So weist die Heinz-Sielmann-Stiftung online auf gleich mehrere Besonderheiten wie die Fähigkeit gezielt zu tauchen hin. Dieses Können wendet der Käfer etwa an Quellrieseln an, wo Schnecken, Insekten und kleine Fische zu seiner Beute gehören. Kein anderer Laufkäfer in Mitteleuropa beherrscht diese Jagdtechnik. Und noch etwas unterscheidet ihn von großen Teilen seiner Verwandtschaft: Der Grubenlaufkäfer kann nicht fliegen.

    Er leidet daher besonders unter der Zerschneidung von Biotopen. „Schon eine Straße oder ein gerodeter Waldkorridor sind für ihn unüberwindbare Hindernisse“, ordnet der Käferexperte der Stiftung, Andreas Weigel, in ihrem Beitrag ein. Angesichts der zunehmenden Zersiedelung ist der Rückgang des Bestandes also kein Wunder.

    Der bis zu drei Zentimeter große Käfer, der seinen Namen den Gruben auf seinen Flügeldecken verdankt, kommt übrigens auch in der Region vor, wie etwa in den Natura-2000-Gebieten rund um Dießen am Ammersee.

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