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Schwarze Bombardierkäfer in Bayern gesichtet: Ätzend, 100 Grad heiß und laut

Biodiversität

Im Hinterleib mischt er explosive Stoffe an: Neuer Fund des Schwarzen Bombardierkäfers in Bayern

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    Das Beeindruckendste am Schwarzen Bombardierkäfer sind weder seine langen Fühler noch sein Panzer, sondern seine Waffe, die er im Hinterleib anmischt.
    Das Beeindruckendste am Schwarzen Bombardierkäfer sind weder seine langen Fühler noch sein Panzer, sondern seine Waffe, die er im Hinterleib anmischt. Foto: Hanč Zdeněk, Heinz Sielmann Stiftung

    Ätzend, 100 Grad heiß und in die Welt hinaus befördert mit einem lauten Knall: Die flüssige Waffe eines Käfers, der in Bayern nun zum zweiten Mal nachgewiesen wurde, hat es in sich. Über den neuen Fund hat die Heinz Sielmann Stiftung informiert, auf deren Biotop im niederbayerischen Ilztal der Käfer nun entdeckt wurde. Nach Angaben der Stiftung besitzt der Käfer mit dem klangvollen lateinischen Namen Aptinus bombarda mit seiner Verteidigungstaktik eine Reichweite von bis zu 30 Zentimetern. Er setzt sie gegen Feinde wie Vögel und Amphibien ein.

    Schwarzer Bombardierkäfer: Er nutzt die Donau als Ausbreitungskorridor

    Andreas Weigel, der das Käfermonitoring für die Heinz Sielmann Stiftung durchgeführt hat, erklärt in einer Mitteilung, dass über die Lebens- und Verbreitungsweise des Bombardierkäfers in Deutschland noch kaum etwas bekannt sei. DIe Verteidigung des Käfers gelingt dadurch, dass er in seinem Hinterleib die beiden Stoffe Hydrochinon und Wasserstoffperoxid mischt. Dadurch entsteht dann die hohe Temperatur der ätzenden Flüssigkeit sowie der Knall.

    Für einige Tiere, die es auf den bis zu 15 Millimeter großen Käfer abgesehen haben, könnte das in Bayern zu unangenehmen Überraschungen führen. Bisher wurde die Art innerhalb Deutschlands ausschließlich im Donautal zwischen Passau und Deggendorf nachgewiesen. Das Ilztal in Niederbayern ist nun erst der zweite Fundort in Bayern. Die hauptsächliche Heimat des Käfers befindet sich in Südosteuropa. Käferexperte Weigel zufolge fungiert die Donau als „Ausbreitungskorridor“. Die Fundorte in Bayern zeigen für Weigel, wie wichtig naturnahe Uferlandschaften seien, „in denen die Arten ungestört wandern können“.

    Das Ilztal in Niederbayern: In diesem Biotop zwischen Bayerischem Wald und Passau wurde der Bombardierkäfer nachgewiesen.
    Das Ilztal in Niederbayern: In diesem Biotop zwischen Bayerischem Wald und Passau wurde der Bombardierkäfer nachgewiesen. Foto: Heinz Sielmann Stiftung/ Paul Hien

    Das Ilztal weist der Stiftung zufolge mehrere Merkmale auf, die für Artenreichtum förderlich sind – darunter unverbaute Ufer, intakte Auenwälder und eine gute Wasserqualität. Hier und auf anderen Flächen in Ostbayern bemüht sich die Stiftung um Biotopverbünde und Renaturierungen. Sie setzt sich auch durch Aktionen für Aufmerksamkeit für die Natur ein, so wurde im Herbst etwa die Allgäuer Breitachklamm als Naturwunder des Jahres ausgezeichnet.

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