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In Gundremmingen soll das erste Fusionskraftwerk der Welt entstehen

Gundremmingen

In Gundremmingen soll das erste Fusionskraftwerk der Welt entstehen

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    In Gundremmingen entsteht aktuell Deutschlands größter Batteriespeicher. Nun soll noch ein kommerziell nutzbares Fusionskraftwerk hinzukommen. Es könnte das weltweit erste sein.
    In Gundremmingen entsteht aktuell Deutschlands größter Batteriespeicher. Nun soll noch ein kommerziell nutzbares Fusionskraftwerk hinzukommen. Es könnte das weltweit erste sein. Foto: Alexander Kaya

    Deutschland erstes kommerziell nutzbares Fusionskraftwerk soll in Gundremmingen im Landkreis Günzburg entstehen. Das hat Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Banz angekündigt. Es könnte sogar die weltweit erste Anlage ihrer Art sein. Denn bislang forschen zwar etliche Nationen daran, die Kernfusion für die Erzeugung von Strom zu nutzen, gelungen ist es aber noch niemand.

    Fusionskraftwerk für Gundremmingen

    In Gundremmingen könnte die Anlage in etwa 15 Jahren in Betrieb gehen, schätzt Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU). Die Vorarbeiten sollen jedoch wesentlich früher starten. In den nächsten Wochen wollen die Energieunternehmen RWE und Proxima Fusion aus München sowie der Freistaat eine Übereinkunft für das Projekt auf dem Areal des ehemaligen Kernkraftwerks unterzeichnen. Für das Fusions-Kraftwerk sollen laut Blume zum Teil bestehende Gebäude genutzt werden, außerdem ist dort bereits das Leitungsnetz für den Transport großer Mengen von Strom vorhanden.

    Die alten Kühltürme in Grundremmingen wurden im Oktober 2025 gesprengt.
    Die alten Kühltürme in Grundremmingen wurden im Oktober 2025 gesprengt. Foto: Alexander Kaya (Archivbild)

    Die von Söder geführte Staatsregierung fördert die Forschung an der Kernfusion seit Jahren massiv. Sie gilt als unerschöpfliche Energiequelle der Zukunft und soll deutlich weniger Risiken beinhalten als die Kernspaltung, auf der die Technik von Atomkraftwerken beruht. Die Fusion erzeugt noch mehr Energie und kaum radioaktive Abfälle, allerdings ist die wirtschaftliche Nutzung bislang nicht gelungen. Bayern wolle hier weltweit führend bleiben, sagte Söder am Dienstag. Bei Investitionen in neue Technologien gelte für Bayer: „Immer höher, immer schneller, immer weiter.“

    Kernfusion: Zwei Versuchsstandorte in Bayern

    In Deutschland gibt es bislang zwei Versuchsstandorte: Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) und Garching bei München.. Dort bewirbt man sich derzeit um einen zweiten Reaktor, den der Bund fördert. Dieser sogenannte Stellerator soll dann die Blaupause für das Gundremminger Fusionskraftwerk sein, das ein neues Zeitalter in der Energieversorgung einleiten würde. So es denn Wirklichkeit wird. Zudem sprach Söder davon, dass in Südbayern ein weiteres Fusionskraftwerk entstehen soll, bei dem die Kernfusion durch den Einsatz von starken Lasern ausgelöst wird. Hier sei der Standort aber noch nicht spruchreif.

    In Deutschland wollen mehrere Bundesländer in einer Fusionsallianz gemeinsam die Entwicklung von Fusionsreaktoren zur Energiegewinnung vorantreiben und so den Traum von einer sauberen und allzeit verfügbaren Energiequelle wahr machen. Der Gruppe aus Bayern, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein hat sich zuletzt noch Baden-Württemberg angeschlossen. Ziel ist, das erste kommerzielle Fusionskraftwerk der Welt in Deutschland zu bauen und dafür mit Industrie und Forschung zu kooperieren.

    Bisherigen Schätzungen zufolge wird es noch 20 bis 30 Jahre dauern, bis der erste Fusionsreaktor ans Netz geht, der tatsächlich mehr Strom erzeugt, als er verbraucht. Zu den Vorhaben der Allianz gehören der gezielte Ausbau der Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern auf dem Gebiet der Fusionsforschung, die gemeinsame Nutzung bereits bestehender Forschungseinrichtungen sowie die Zusammenarbeit mit Zulieferbetrieben, die bereits für die Forschungseinrichtungentätig sind.

    Gundremmingen: So sieht es nach der Sprengung der Kühltürme dort aus

    Mehr als 30.000 Menschen haben im Oktober 2025 die Sprengung der Kühltürme des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen verfolgt. Die Anlage wird seit der Stilllegung der beiden Kraftwerksblöcke seit mehreren Jahren zurückgebaut. Die Bemühungen, Gundremmingen weiter als Standort für Energie-Erzeugung und -Speicherung zu nutzen, laufen bereits seit mehreren Jahren, die ersten Projekte werden schon umgesetzt oder stehen kurz vor dem Start. Wenige Tage nach der Sprengung im Oktober 2025 hatte Söder den Startschuss für den Bau des größten Batteriespeichers Deutschlands gegeben. Rund 230 Millionen Euro investiert der Energieversorger RWE in das Projekt, das laut Unternehmensangaben eine Kapazität von rund 700 Megawattstunden (MWh) sowie eine Leistung von 400 Megawatt (MW) haben wird. Dazu werden 208 Batteriespeichercontainer und mehr als 100 Wechselrichter aufgebaut. Außerdem sollen am früheren Akw-Standort eine gewaltige Fotovoltaikanlage und ein Peaker-Kraftwerk mit Gas- und Wasserstoffbetrieb entstehen. Die Regierung von Schwaben hatte Ende Oktober die Genehmigung für den Bau auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände erteilt.

    An anderer Stelle herrscht dagegen weiter Ungewissheit: Der strahlende Abfall, der seit 2006 im Zwischenlager Gundremmingen gelagert wird, hat noch lange keinen endgültigen Platz gefunden. Der Kraftwerksstandort selbst kommt den Untersuchungen der Bundesgesellschaft für Endlagersuche (BGE) nicht als Standort infrage. In diesem Zusammenhang hatte Söder im Herbst eine andere Idee aufgebracht. Er brachte Gundremmingen als Standort für die so genannte Transmutation radioaktiver Abfälle ins Spiel, deren Menge sich dadurch erheblich verringern könnte. Eine Studie der TU München vom vergangenen Jahr nennt als mögliche Standorte für eine solche Anlage die Zwischenlager ehemaliger Atomkraftwerke.

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