Die Stacheln sind der Schutzschild des Igels. Gegen die scharfen Messer von Mährobotern, die in immer mehr deutschen Gärten im Einsatz sind, bieten sie jedoch keinen Schutz. Besonders nachts nutzen viele Gartenbesitzer den Roboter, das ist jedoch auch die aktive Zeit der Igel. Die Folge sind häufig schwere, oft sogar tödliche Verletzungen bei den ohnehin gefährdeten Tieren. Die bayerischen Grünen forderten deshalb ein landesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter. Doch der Vorstoß blieb erfolglos: Der Gesetzentwurf wurde vom Landtag abgelehnt. CSU, Freie Wähler und AfD stimmten dagegen, lediglich die SPD unterstützte den Antrag.
Igelschutz: In Augsburg gibt es bereits ein Nachtfahrverbot für Mähroboter
Konkret sah der Entwurf vor, Mähroboter zwischen Einbruch der Dämmerung und Sonnenaufgang auf nicht wirtschaftlich genutzten Grün- und Rasenflächen zu verbieten. Ausnahmen sollte es nur dann geben, wenn andere Schutzmaßnahmen greifen, „um erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden an den dortigen Wirbeltieren zu verhindern“. Unter solche Maßnahmen falle etwa die Beaufsichtigung der Geräte oder spezielle Igel-Erkennungssysteme.
Mit einem landesweiten Nachtfahrverbot hätte Bayern eine Vorreiterrolle eingenommen. Bislang gelten entsprechende Regelungen nur in einzelnen Kommunen, etwa in Leipzig, Köln und Augsburg. Eine bayernweite Regelung würde die Kommunen von einem „Flickenteppich“ an Vorschriften entlasten, argumentierte die Grünen-Abgeordnete Mia Goller. „Igelstationen kämpfen mit einer Realität, die kaum aushaltbar ist. Das muss aufhören.“ Genaue Zahlen zu betroffenen Igeln gibt es nicht; das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung zählte aber allein zwischen September 2022 und Juni 2023 hunderte Fälle in seinen Auffangstationen.
Leo Dietz (CSU): „Wir brauchen keine Symbolpolitik mit erhobenem Zeigefinger“
Auch der Augsburger CSU-Abgeordnete Leo Dietz hält den Schutz der Igel für „durchaus relevant“, sieht die Verantwortung jedoch beim Bund, der für die Tierschutzgesetzgebung zuständig sei. „Wir brauchen keine Symbolpolitik mit erhobenem Zeigefinger“, so Dietz. Auf die Nachfrage, warum er mit der CSU in Augsburg erst vor wenigen Wochen für ein Nachtfahrverbot im Stadtgebiet gestimmt habe, verwies er auf die bessere Umsetzbarkeit auf kommunaler Ebene.
Kritik kam auch von AfD und Freien Wählern, die vor einer unnötigen Bürokratisierung warnten. „Ich appelliere an die Vernunft der Menschen“, sagte Marina Jakob (Freie Wähler). Es dürfe nicht wieder zu Anzeigen unter Nachbarn kommen wie zu Pandemie-Zeiten. „Ich hoffe, dass wir mit dem Thema jetzt fertig sind nach 14 Monaten Diskussion“, beendete Jakob ihre Rede. Patrick Friedl (Die Grünen) entgegnete, seine Fraktion werde nicht aufhören, Aufmerksamkeit für Igelschutz zu schaffen.
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