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Glosse: Der Wahlkampf in Bayern verlangt den Politikern alles ab

Glosse

Der Wahlkampf in Bayern verlangt den Politikern alles ab

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    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) befindet sich mitten im Wahlkampf – und nutzt dabei jede Gelegenheit, die er bekommt.
    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) befindet sich mitten im Wahlkampf – und nutzt dabei jede Gelegenheit, die er bekommt. Foto: Boris Roessler, dpa (Symbolbild)

    Stehen Wahlen an, müssen Politiker viel ertragen. Lächeln, attackieren, abwehren, ein 24-Stunden-Job. Die bayerische Landtagswahl zeigt, wie schwer es die Entscheidungsträger gerade haben und wie viel sie opfern müssen, um am Stichtag die Wählergunst zu erlangen.

    Hubert Aiwanger muss ins deutsche Ausland

    Zum vielleicht schwersten Gang seines politischen Lebens trieb der Wahlkampf Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Denn er musste sein heiß geliebtes Bayern verlassen. Nicht etwa ins schöne Österreich, sondern nach Norden, an den Hamburger Hafen. Dort inspizierte der bajuwarische Wasserstoff-Vorreiter die Import-Fortschritte höchstselbst. Als wäre die Auslandsreise nicht schon schlimm genug, musste er sich dafür sogar noch mit seiner Hamburger Amtskollegin Melanie Leonhard treffen – einer Sozialdemokratin.

    Markus Söder muss seine Fotografen bei der Stange halten

    Auch Ministerpräsident Markus Söder macht der Wahlkampf zu schaffen. Obwohl er sich viel lieber Inhalten widmen würde, wollen seine vielen Fotografen, für die die Staatskanzlei immerhin 180.000 Euro bezahlt, auch in dieser Zeit etwas zu tun haben. Also lud Söder – völlig selbstlos – kurzerhand die deutschen Eishockeymeister aus München zu einem Fototermin in die Staatskanzlei ein. Dort gratulierte er den Spielern medienwirksam zum Triumph, welcher gerade einmal schlanke vier Monate her ist. Ein echter Freundschaftsdienst für seine Fotografen. Und womöglich auch für den Münchner Trainer Toni Söderholm.

    Sogar Kanzler Olaf Scholz ist zu Opfern bereit und begab sich auf den ehrwürdigen Nockherberg, um sich unangenehmen Themen zu stellen. Zugegeben: Es handelte sich nicht ums Derblecken, sondern eine SPD-Veranstaltung mit ausgewählten Gästen. Aber den nüchternen Hamburger überhaupt mal dort zu sehen, zeigt, was der Wahlkampf Politikern alles abverlangt.

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