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Gribkowsky-Prozess: Zeugin: Ecclestone hatte Angst vor der Pleite

Gribkowsky-Prozess

Zeugin: Ecclestone hatte Angst vor der Pleite

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    Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat die Millionen-Zahlungen an den früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky vor Gericht eingeräumt.
    Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat die Millionen-Zahlungen an den früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky vor Gericht eingeräumt. Foto: dapd

    Formel 1-Chef Bernie Ecclestone musste nach Angaben einer Mitarbeiterin wegen des früheren BayernLB-Vorstandes Gerhard Gribkowsky einen Bankrott befürchten. Der Banker habe über einen langen Zeitraum immer wieder angedeutet, er werde den Milliardär Ecclestone bei den Steuerbehörden anzeigen, sagte die Direktorin der Ecclestone-Familienstiftung Bambino, Frederique Manuella Flournoy, am Mittwoch als Zeugin im Bestechlichkeits-Prozess gegen Gribkowsky in München.

    Angst vor einem Ehe-Drama

    Das hätte Ecclestone bis zu zwei Milliarden Dollar kosten können. "Wie wir alle wissen, ist Ecclestone relativ reich, aber so eine Steuerforderung hätte auch ihn in Konkurs gehen lassen." Der 81-Jährige, der damals noch mit seiner Frau Slavica verheiratet war, habe außerdem Sorge gehabt, er müsse aus der gemeinsamen Villa in London ausziehen und es komme zu einem Ehe-Drama.

    Damit bestätigte die Zeugin die Aussage von Ecclestone, der ebenfalls gesagt hatte, er habe Gribkowsky Geld gezahlt, um ihn von einer Anzeige bei den Steuerbehörden abzuhalten. Die Staatsanwaltschaft hatte allerdings Zweifel an der Glaubwürdigkeit Ecclestones geäußert, gegen den derzeit auch ermittelt wird. Auch die Aussage der Bambino-Direktorin sorgte bei den Anklägern für Skepsis.

    Gribkowsky schweigt

    Gemeinsam zahlten Ecclestone und Bambino Gribkowsky im Jahr 2006 schließlich rund 44 Millionen Dollar. Seit einem Monat muss sich Gribkowsky wegen Bestechlichkeit und Untreue vor Gericht verantworten. Der 53-Jährige selbst schweigt zu den Vorwürfen.

    In der Bambino-Stiftung liegen die Anteile an der Formel 1, die Ecclestone im Jahr 1996 wegen einer schweren Krankheit seiner damaligen Frau Slavica übertragen hatte. Bambino übernahm nach Angaben der Direktorin auf Basis eines Beratervertrages einen Anteil von mehr als 20 Millionen Dollar der Summe an Gribkowksy, um ihn "glücklich zu machen". Die Zahlungen liefen aber nicht direkt über Bambino, sondern über eine eigens gegründete Firma auf Mauritius. "Diese wurde dazu eingerichtet, eine Distanz zu schaffen zwischen Gribkowsky und der Stifung", sagte Flournoy. Die Staatsanwaltschaft sieht darin eine Briefkastengesellschaft zur Verschleierung der Zahlungen.

    "Zunehmender Druck"

    Weder die Bambino-Direktorin noch Ecclestone sprachen vor Gericht von einer konkreten Forderung durch Gribkowsky. "Es waren mehr beständige Andeutungen, die wir als zunehmenden Druck empfunden haben", sagte Flournoy. Ein anderer Bambino-Direktor hatte Gribkowsky in seiner Vernehmung mit einer Wespe verglichen.

    Die Staatsanwaltschaft geht hingegen davon aus, dass Ecclestone den Banker mit dem Geld dazu bringen wollte, die Formel 1-Anteile der BayernLB an den britischen Investor CVC zu verkaufen, der ihn als Boss der Formel 1 akzeptierte. Die Beteiligung an der Formel 1 war der BayernLB und anderen Banken im Jahr 2002 durch die Pleite der Kirch-Gruppe als Pfand zugefallen.

    Für Frust gesorgt

    Bei den Chefs der Rennserie sorgten die neuen Besitzer damals für Frust. Die Banken hätten im Gegensatz zu den Veranstaltern eine kurzfristige Strategie verfolgt, um möglichst wenig Verluste zu machen, sagte Flournoy. "Die Stimmung war daher etwas angespannt." Der Prozess wird an diesem Freitag mit einem weiteren Zeugen fortgesetzt. Mit einem Urteil wird nicht vor Februar gerechnet. (dpa)

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