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Grippewelle in Bayern: Reicht der Impfstoff für den Winter?

Influenza

Grippewelle in Bayern: Reicht der Impfstoff für den Winter?

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    Die Grippewelle rollt durchs Land. Eine Impfung lohnt sich Experten zufolge immer noch. Allerdings gibt es mancherorts Engpässe.
    Die Grippewelle rollt durchs Land. Eine Impfung lohnt sich Experten zufolge immer noch. Allerdings gibt es mancherorts Engpässe. Foto: Fabian Sommer, dpa

    Hohes Fieber, schmerzende Glieder, ein dröhnender Kopf, Husten und Halsweh und Niesen im Minutentakt: Wegen der Grippe, ausgelöst durch Influenzaviren, liegen derzeit tausende Menschen flach. Dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden zwischen dem 8. und dem 14. Dezember 3458 neue Influenzafälle gemeldet - im gleichen Zeitraum im Jahr zuvor waren es nur 464. Insgesamt spricht das LGL von bisher rund 7000 Erkrankten in dieser Saison in Bayern. Die Grippewelle hat in diesem Jahr aber nicht nur zwei bis drei Wochen früher begonnen, es gibt noch etwas, das Fachleute aufhorchen lässt: Immer wieder kommt es vor, dass Praxen der Impfstoff ausgeht.

    Es gebe dabei in Bayern aber große Unterschiede und hänge „letztlich auch mit der regionalen Nachfrage nach Grippeimpfungen und vorbestellten Impfdosen zusammen“, sagt Impfexperte Prof. Dr. Jörg Schelling, niedergelassen in Martinsried bei München und Beauftragter für Forschung und Lehre im Vorstand des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, auf Nachfrage unserer Redaktion.

    Experte: Möglichst bald beim Arzt nachfragen, ob eine Grippe-Impfung möglich ist

    Das Prozedere der Vorbestellung funktioniert Schelling zufolge so: Arztpraxen werden im Frühjahr um Vorbestellung des Grippeimpfstoffes für den folgenden Herbst gebeten und orientieren sich dabei am Verbrauch des Vorjahres. „Steigt die Nachfrage aber, weil sich beispielsweise eine Grippewelle anbahnt oder mehr Menschen vom Grippeschutz überzeugt werden konnten, kann es zu Engpässen kommen. Eine Nachbestellung ist in der Regel nicht möglich, weil die Herstellung des Grippeimpfstoffes ein komplexer, mehrmonatiger Prozess ist“, erklärt Schelling und ergänzt: „Das Paul-Ehrlich-Institut sammelt die Bestellungen, prüft und gibt Impfstoff-Chargen frei und hat daher einen Überblick über den insgesamt verfügbaren und bereits abgerufenen Grippeimpfstoff, nicht aber, wo regional noch größere Mengen in Apotheken und Praxen verfügbar sind.“ Mit Blick auf die steigenden Influenzazahlen rät Schelling dazu, „möglichst bald in der Hausarztpraxis nachzufragen, ob eine Impfung noch möglich ist.“

    Einen generellen Versorgungsengpass gebe es nicht, teilt eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Grundsätzlich sei es aber „denkbar, dass aufgrund der erhöhten Nachfrage zu Beginn der Impfsaison eine räumliche Ungleichverteilung der Grippe-Impfstoffe zu zeitlich begrenzten lokalen oder regionalen Engpässen führen kann.“ Bürgerinnen und Bürgern, die sich impfen lassen möchten, werde deswegen geraten, sich vorher in der Arztpraxis oder Apotheke zu erkundigen, ob dort der Grippe-Impfstoff vorrätig ist und sich ansonsten an andere Praxen oder Apotheken zu wenden.

    Schutz gegen Grippe baut sich nach der Impfung in 10 bis 14 Tagen auf

    Beim Paul-Ehrlich-Institut beobachtet man die Lage aufmerksam. Das Institut stehe aufgrund entsprechender Abverkaufsmeldungen der Impfstoffhersteller bereits in engem Austausch mit diesen, um die Situation zu analysieren und gegebenenfalls mögliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung auch für den weiteren Verlauf der Saison 2025/26 treffen zu können, heißt es von dort.

    Und weiter: „Aufgrund von im Vergleich zur letzten Saison etwas geringeren Vorbestellungszahlen und daraus resultierend niedrigeren seitens der Impfstoffhersteller für den deutschen Markt eingeplanten Produktionsmengen sind bereits zum aktuellen Zeitpunkt außerordentlich viele Abverkaufsmeldungen der Hersteller beim Paul-Ehrlich-Institut eingegangen.“ Dem Institut lägen derzeit jedoch keine bestätigten Hinweise auf eine flächendeckende Knappheit vor. „Aktuelle Lieferschwierigkeiten in einzelnen Apotheken bedeuten nicht zwingend eine mangelnde Verfügbarkeit von saisonalen Grippe-Impfstoffen in Deutschland per se.“

    Da die Grippesaison voraussichtlich noch einige Wochen anhalten werde, sei auch jetzt noch eine Impfung ratsam, heißt es vom LGL. Danach dauere es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut sei. In der vergangenen Saison war die Grippeimpfquote in Bayern sehr gering. Einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge ließen sich im Winter 2024/25 nur rund 38 Prozent der Versicherten ab 60 Jahren gegen Influenza impfen. Zum Vergleich: 2021/2022 lag die Quote noch bei 49 Prozent. Die EU-Zielquote beträgt jedoch 75 Prozent. Am höchsten war die Impfquote in der vergangenen Saison in Sachsen-Anhalt mit 52 Prozent, am niedrigsten in Baden-Württemberg mit 24 Prozent. Bayern lag mit einer Quote von 31 Prozent im Vergleich der Bundesländer auf dem vorletzten Platz.

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