Es tut sich etwas im selbst ernannten Radlland Bayern. Radwegebauen ist leichter geworden. Insgesamt 15 Schnellverbindungen – quasi Autobahnen für Zweiradfahrer – mit einer Länge von mehr als 200 Kilometern befinden sich aktuell im Freistaat in Planung oder sind bereits im Bau. Das klingt gut, nach Meinung des ADFC könnte es allerdings schneller vorangehen. Schneller wäre natürlich immer gut, aber immerhin ist mit dem neuen Gesetz Bewegung ins Thema gekommen. Nachgebessert werden muss aber sicherlich beim Ein-Euro-Radticket für die Bahn, dessen Angebot schlichtweg nicht attraktiv ist.
Wichtiger noch ist allerdings der Aspekt der Verkehrssicherheit. Seit Fahrradfahren boomt, hat die Zahl der schweren Unfälle sprunghaft zugenommen. 85 Radlerinnen und Radler starben im vergangenen Jahr alleine in Bayern, 2022 waren es 84. Das sind eindeutig zu viele. Darum müssen die bislang stark auf Autostraßen fixierten Verkehrsplaner Radfahrer noch stärker als bisher in ihre Arbeit einbeziehen.
Braucht es einen „Führerschein light“ für ältere Pedelec-Fahrer?
Allerdings sollte auch darüber diskutiert werden, ob man gerade für die Fahrt mit den von elektrischen Motoren unterstützen Pedelecs ab einem gewissen Alter auch die gesundheitlichen Voraussetzungen mitbringt. Wäre da eine Art „Führerschein light“ oder zumindest ein medizinisches Attest sinnvoll? Denn bei dieser von älteren Leuten bevorzugten Zweiradgattung stiegen die schweren Unfälle zuletzt am schnellsten. Viele überschätzten die eigenen Fähigkeiten und unterschätzten die Gefahren, hört man von der Polizei.
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