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Keine Bürgermeister-Kandidaten: Wie funktioniert die Wilde Wahl in Bayern?

Kommunalwahl 2026

Frist zu Ende: Was passiert, wenn es keinen Kandidaten für das Bürgermeister-Amt gibt?

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    Wer wird Bürgermeister? Diese Frage ist am Tag der Kommunalwahl in manchen Orten im Freistaat besonders spannend: So haben auch Philippsreut und Brunnen keine Bürgermeister-Kandidaten und werden eine „Wilde Wahl“ erleben.
    Wer wird Bürgermeister? Diese Frage ist am Tag der Kommunalwahl in manchen Orten im Freistaat besonders spannend: So haben auch Philippsreut und Brunnen keine Bürgermeister-Kandidaten und werden eine „Wilde Wahl“ erleben. Foto: dpa-Archiv

    Nun ist auch die letzte Frist verstrichen: Bis Donnerstag, 15. Januar 2026, um 18 Uhr konnten auch die letzten Gemeinden in Bayern noch Kandidatinnen oder Kandidaten für das Bürgermeisteramt auftreiben. Bis zuletzt waren etwa der kleine Ort Brunnen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, die Gemeinde Megesheim im Donau-Ries sowie die Gemeinde Philippsreut im Kreis Freyung-Grafenau ohne Kandidaten für die Kommunalwahl geblieben. Die Abgabefrist für Wahlvorschläge wurde dort zwar um eine Woche verlängert, wie es in diesen Fällen üblich ist. Doch falls sich niemand mehr bereit erklärt hat, wird es das Szenario einer „Wilden Wahl“ geben.

    Was bedeutet „Wilde Wahl“?

    Die Bürger in den betroffenen Orten finden am Tag der Kommunalwahl, also am 8. März 2026, bei der Abstimmung über ein neues Gemeindeoberhaupt einen leeren Zettel in der Wahlkabine vor. Jeder Wähler und jede Wählerin kann dann ganz frei entscheiden, welchen Namen eines Gemeinde-Bewohners man auf den Wahlzettel schreibt.

    Wen können Bürger mit ihrem leeren Wahlzettel wählen?

    Die Bürger der Gemeinden haben bei einer „Wilden Wahl“ freie Entscheidung. Wen die Bürger auf ihre leeren Zettel notieren und damit zum Bürgermeister wählen, das ist in solchen Fällen völlig offen. Selbst der Name des bisherigen Amtsinhabers, der aber weder in Philippsreut noch in Megesheim oder Brunnen weitermachen will, ist eine Option.

    Wie wird anhand der leeren Zettel ein Bürgermeister gewählt?

     Sollte ein Kandidat oder eine Kandidatin mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen haben, ist er oder sie ins Bürgermeister-Amt gewählt. Wird dies im ersten Wahldurchgang nicht erreicht, braucht man eine zweite Runde.

    Was passiert, wenn ein Bürgermeister gewählt wird, der das Amt nicht will?

    Wer auf diese Weise unverhofft zum Bürgermeister einer Gemeinde gewählt wird, steht vor einer schwierigen Entscheidung. Die Historie in Bayern zeigt: Viele nehmen das Amt aus Gewissensgründen an und stellen sich der Herausforderung. Zum Amt gezwungen werden kann jedoch niemand. Seit einigen Jahren darf jeder ohne Angabe von Gründen ablehnen. Innerhalb von drei Monaten finden dann Neuwahlen statt. Und die können beliebig oft wiederholt werden.

    Bleibt ein Ort dann zunächst ohne Bürgermeister?

    Dauert die Wahl eines neuen Gemeindeoberhauptes zu lange, kann das zuständige Landratsamt im Falle des Falls einen Verwalter einsetzen. Das Ziel ist, dass in allen Orten der normale Betrieb weiterlaufen kann, wichtige Entscheidungen getroffen werden – und auch die Gemeinden, die bis zur Wahl ohne Bürgermeister-Kandidat sind, regierungsfähig bleiben.

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