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Kommunalwahl in Bayern: Die neun kuriosesten Momente

Kommunalwahl 2026

„Sowas hatten wir noch nie“: Die neun kuriosesten Momente der Kommunalwahl in Bayern

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    Erlebten jeweils kuriose Momente bei der Kommunalwahl in Bayern: Friedrich Käßmeyer (links) und Ulrich Lechner.
    Erlebten jeweils kuriose Momente bei der Kommunalwahl in Bayern: Friedrich Käßmeyer (links) und Ulrich Lechner. Foto: Jakob Stadler/Josef Heckl

    Wenn Bayern zur Wahl aufgerufen ist und knapp 40.000 Posten und Ämter neu gewählt werden, dann gibt es auch einige Kuriositäten rund um einen solchen Wahlabend. Wir haben die ungewöhnlichsten Momente der Kommunalwahl gesammelt. An einem Ort wird beispielsweise für den langjährigen Bürgermeister gestimmt, obwohl er gar nicht mehr zur Wahl stand. Woanders muss der einzige Kandidat auf dem Stimmzettel in die Stichwahl.

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    Glött: Viele wählen den Bürgermeister, der gar nicht mehr angetreten ist

    „Sowas hatten wir noch nie“, ist normalerweise ein Satz, den man nicht häufig hört nach Wahlen. In Glött im Landkreis Dillingen gab es am Sonntagabend jedoch einige erstaunte Gesichter. Eigentlich hatte Friedrich Käßmeyer (CSU) nach 36 Jahren im Amt seinen Rückzug erklärt. Thomas Heidel wollte ihm nachfolgen. Auch Jürgen Uhl wollte Bürgermeister werden, der im Vorfeld allerdings nicht nominiert worden war. Also stand Heidel alleine auf dem Stimmzettel – und erhielt 42,9 Prozent der Stimmen. Andere Personen, die auf den Wahlzettel geschrieben wurden, bekamen rund 57 Prozent. Die meisten davon entfielen auf Dauerbürgermeister Friedrich Käßmeyer, dahinter landete Uhl. Und nun? Das Verfahren müsse man erst mit der Verwaltung absprechen, sagte der Noch-Bürgermeister. Das Gesetz sieht eine Stichwahl vor.

    2

    Philippsreut: Wenn der Bürgermeister aufhören will – und nun weitermacht

    Zwölf Jahre waren genug für Helmut Knaus (Bayernpartei/Freie Wähler): Der 64-Jährige wollte in Philippsreut im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau in den Ruhestand gehen. Doch da hatte er die Rechnung ohne seine Wählerinnen und Wähler gemacht. Denn obwohl er nicht mehr auf dem Stimmzettel stand, erhielt er 57,1 Prozent der Stimmen – und muss damit nicht einmal in eine Stichwahl. Aber will er das auch? Der Passauer Neuen Presse bestätigte er: Ja, er nimmt die Wahl an.

    3

    Chiemsee: kein Gegenkandidat – und trotzdem gibt es eine Stichwahl

    Ein ähnliches Schicksal wie Thomas Heidel in Glött ereilte Armin Krämmer (Freie Wählergemeinschaft Chiemsee). Er stand alleine auf dem Stimmzettel, hatte keinen Gegenkandidaten – und muss trotzdem in die Stichwahl. Nur 47,7 Prozent der Stimmen erhielt er und verpasste damit die Wiederwahl im ersten Durchgang. Die Mehrheit schrieb andere Namen auf den Stimmzettel. Die Gemeinde Chiemsee ist die kleinste Gemeinde Bayerns mit rund 170 Einwohnerinnen und Einwohnern.

    4

    Untrasried: 95 Prozent für einen Kandidaten, der kurzfristig einsprang

    Kurios war die Wahl auch in Untrasried im Ostallgäu: Erst wurde bekannt, dass der bisherige Amtsinhaber Alfred Wölfle nicht mehr antritt. Ende Januar dann der Schock: Der bislang einzige Kandidat Robert Asam-Kugelmann musste wegen Krankheit seine Kandidatur zurückziehen. Zunächst war unklar, wie es in der Gemeinde weitergehen soll. Schließlich erklärte sich Markus Wintergerst bereit, kurzfristig einzuspringen. Allerdings kam der Entschluss nach der Nominierungsfrist, er stand also nicht auf dem Stimmzettel. Trotzdem schrieben 95 Prozent der Wählerinnen und Wähler seinen Namen auf. Damit hat Untrasried doch noch einen neuen Bürgermeister.

    5

    Megesheim: Die Wahl ohne Kandidat – und trotzdem gibt es einen Sieger

    Es gab mehrere Orte, in denen es offiziell keine Kandidatinnen und Kandidaten gab. So zum Beispiel auch in Megesheim im Landkreis Donau-Ries. Die Wählerinnen und Wähler mussten somit eigene Namensvorschläge auf den Stimmzettel schreiben. Über 20 Namen erhielten somit Stimmen. Durchgesetzt hat sich am Ende Ulrich Lechner. Er erhielt 65 Prozent und ist damit neuer Bürgermeister in Megesheim.

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    Balderschwang: Kienle gewinnt und setzt die Ahnenreihe fort

    Wer auf Konstanz steht und sich selten umgewöhnen will, dem sei ein Umzug nach Balderschwang im Oberallgäu empfohlen. Dort hat am Sonntagabend Konrad Kienle 91,5 Prozent der Stimmen erhalten und wurde im Amt bestätigt. Das Kuriose: Bereits sein Urgroßvater, Großvater und Vater waren Bürgermeister in Balderschwang.

    7

    Steinhöring: Sieger hat zwei Stimmen mehr

    Das war knapp: Steinhöring im Landkreis Ebersberg in Oberbayern hat bewiesen, dass tatsächlich jede Stimme zählt. Sowohl Christian Schächer (CSU) als auch Martina Lietsch (Freie Liste Steinhöring) kamen nach Auszählung der Stimmen auf 50,0 Prozent. Weil aber zwei Personen mehr für Schächer abstimmten, wird er Bürgermeister. Hätte sich nur ein Schächer-Wähler anders entschieden, wäre Gleichstand gewesen. Nur dann hätte es eine Stichwahl gegeben. Ebenfalls kurios: 25 abgegebene Stimmen waren ungültig und hätten die Wahl anders entscheiden können.

    8

    Wertingen: Bürgermeister Andi Seitz muss doch nicht in die Stichwahl

    Die Bürgermeisterwahl in Wertingen war am Sonntagabend spannender als jeder Fernsehkrimi. Nicht, weil zwei Kandidaten so eng beieinander lagen wie in Steinhöring. Sondern, weil es bis kurz vor Schluss so aussah, als müsste Andi Seitz (Freie Wähler) in die Stichwahl. Kurz vor der Veröffentlichung der letzten Zahlen hatte Seitz 49,9 Prozent der Stimmen. Es dauerte und dauerte. Und plötzlich sprang sein Ergebnis auf 50,6 Prozent. Die Freude war riesengroß. „Das ist für mich total überraschend“, sagte er unserer Redaktion. Eine Stichwahl wird es in Wertingen damit nicht geben.

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    Tüßling: Die neue Bürgermeisterin ist eine Adelige

    In der oberbayerischen Gemeinde Tüßling (Landkreis Altötting) wird es die kommenden sechs Jahre adelig im Rathaus. Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel, bekannt aus einigen Fernsehshows und häufig als Kaffee-Gräfin bezeichnet, erhielt 60,4 Prozent der Stimmen und ist damit neue Bürgermeisterin. Für die Gräfin ist das kein unbekanntes Amt, in der vorletzten Wahlperiode war sie bereits Rathauschefin.

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