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Microsoft kostet Freistaat Bayern mehr Geld

US-Abhängigkeit

„Schlüssel darf nicht in den USA liegen“: Warum Bayern immer mehr an Microsoft zahlen muss

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    Europäische Tech-Unternehmen wollen eine relevante Alternative zu Microsoft Office schaffen, doch der Vorsprung des US-Riesen ist groß.
    Europäische Tech-Unternehmen wollen eine relevante Alternative zu Microsoft Office schaffen, doch der Vorsprung des US-Riesen ist groß. Foto: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

    Die Ausgaben des Freistaats Bayern für Microsoft-Lizenzen sind in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Das geht aus einer Anfrage der Grünen im Bayerischen Landtag hervor. Zahlte die Staatsregierung damals noch etwa 30 Millionen Euro jährlich für Software-Lizenzen, Cloud-Dienste und Wartungsverträge des US-Konzerns in Landesbehörden, sind es inzwischen rund 49 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 60 Prozent binnen sechs Jahren. Ursache sind nach Auskunft des Digitalministeriums unter anderem mehr Personal, neue Lizenzverträge und schärfere Sicherheitsbestimmungen.

    In Bayern gibt es seit einigen Monaten eine Debatte über die digitale Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von großen amerikanischen Softwarekonzernen, die zu Jahresbeginn sogar zu einem offenen Streit innerhalb der Staatsregierung geführt hat. Zudem drängen Oppositionsparteien und IT-Unternehmen seit Monaten auf einen Wechsel zu europäischen Alternativen.

    So wollen die Grünen die Marktmacht von Microsoft brechen

    Der digitalpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Benjamin Adjei, sieht sich durch die neuen Zahlen bestätigt. „Der Microsoft-Deal ist vom Tisch, weil der öffentliche Druck gewirkt hat. Das ist ein echter Erfolg für digitale Souveränität in Bayern“, erklärte Adjei. Zugleich warnt er vor einer dauerhaften Bindung an einen einzelnen Anbieter. „Bayern bewegt sich faktisch in ein dauerhaftes Abo-Modell bei einem einzelnen US-Anbieter.“

    Adjei bezieht sich damit auf einen exklusiven Bericht unserer Redaktion. Danach liegen Verhandlungen zwischen dem Finanzministerium und Microsoft über eine Bündelung bestehender Lizenzen auf Eis, nachdem es an diesem Geschäft viel Kritik gegeben hatte. Mit diesem sollte – so der ursprüngliche Plan – nicht zuletzt für Bayerns Kommunen Geld gespart werden, weil man sich über die Bündelung eine Art Mengenrabatt erhofft hatte. Nun will das bayerische Digitalministerium Alternativen erkunden. In einem Modellprojekt sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums künftig alternative Softwarelösungen aus Deutschland und Bayern im Arbeitsalltag testen. Ziel sei ein „souveräner Arbeitsplatz“, der später auch in anderen Ressorts eingesetzt werden könnte.

    Allerdings bleibt der Umfang des Projekts zunächst überschaubar. Das Digitalministerium zählt rund 200 Beschäftigte, lediglich etwa ein Fünftel davon soll an dem Test teilnehmen. Kritiker aus der Opposition sprechen deshalb eher von einem symbolischen Schritt.

    Warum Bayern mehr für Microsoft bezahlen muss

    Die Grünen fordern eine umfassende Analyse der digitalen Abhängigkeiten des Freistaats sowie eine ressortübergreifende Strategie für digitale Souveränität. Außerdem solle Bayern enger mit dem Bund und Ländern wie Schleswig-Holstein kooperieren, die bereits verstärkt auf Open-Source-Lösungen und europäische Anbieter setzen. Öffentliche IT-Aufträge müssten zudem stärker für heimische Unternehmen und Start-ups geöffnet werden.

    Auch die SPD sieht sich durch die jüngsten Entwicklungen bestätigt. Der digitalpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Florian von Brunn, spricht von einem „Kurswechsel“, den seine Partei monatelang eingefordert habe. „Es ist gut, dass die Staatsregierung beim Thema digitale Souveränität endlich in Bewegung kommt – aber das ist kein Verdienst der CSU, sondern das Ergebnis unserer vielen Warnungen“, sagte von Brunn.

    Die SPD hatte seit Ende 2025 mehrfach vor einer zunehmenden digitalen Abhängigkeit von Microsoft gewarnt. Besonders kritisch sehen die Sozialdemokraten mögliche Sicherheitsrisiken und den Einfluss geopolitischer Entwicklungen auf staatliche IT-Infrastrukturen. „Der Schlüssel zu unserer Verwaltung darf nicht in den USA liegen – schon gar nicht unter einem Präsidenten Trump“, so von Brunn.

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